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Florian Rötzer 16.12.2009

Für US-Psychologen ist das eine Folge der größeren Konkurrenz und des freien Beziehungsmarktes

Dass körperliche Schönheit abhängig von der Kultur ist, ist allgemein bekannt. Allerdings könnte es sein, dass mit der globalen Mediensphäre die regionalen Schönheitsvorstellungen verschwinden und in eine globale Attraktivität für Körper und Gesichter von Männern und Frauen übergehen. Psychologen der University of Georgia und University of Kansas haben nun auch herausgefunden, dass Attraktivität auch unterschiedlich wichtig zu sein scheint, nämlich abhängig davon, ob man in der Stadt oder auf dem Land wohnt.

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Allgemein, so schreiben die Psychologen in ihrem [extern] Beitrag für die Zeitschrift Personal Relationships, zahlt sich Attraktivität aus. Menschen, die als schön gelten, werden von ihren Mitmenschen positiver beurteilt. Nach Studien sollen sie im Allgemeinen auch mehr Gehlt erzielen und mehr Erfolg im Beruf haben, besser mit anderen vernetzt sein und ihnen soll es besser gehen als den weniger attraktiven Menschen. Eine [extern] Studie will sogar herausgefunden haben, dass hässliche bzw. unattraktive Menschen eher kriminell werden als durchschnittlich aussehende, während schöne Menschen weniger Straftaten als diese begehen sollen. Mangelnde Schönheit könnte nach dieser Studie schon während der Schule ein Problem gewesen sein, weniger von den Lehrern und Mitschülern gefördert und anerkannt worden zu sein, was die Ausrichtung aufgrund einer schlechteren Ausbildung auf den Kriminalitätsmarkt verstärke.

Allerdings könnte Schönheit nicht überall gleich wichtig sein. Zumindest bei Frauen, die auf dem Land oder in der Stadt wohnen und deren Attraktivität von den Psychologen durch das Taille-Hüfte-Verhältnis bestimmt wird. Das Verhältnis von deren Umfang sollte [extern] angeblich etwa 0,7 betragen, um den weiblichen Körper attraktiv erscheinen zu lassen. Die Psychologen haben bei Frauen mittleren Alters überprüft, ob für sie ihre Attraktivität ihr Wohlgefühl und ihre soziale Verbundenheit beeinflusst. Bei den 257 Frauen aus den Städten ergab sich eine positive Korrelation, bei den Frauen, die auf dem Land leben, ließ sich keine Verbindung erkennen.

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Die Psychologen folgern daraus, dass körperliche Attraktivität in modernen Lebenswelten wie eben den Städten, in denen die Menschen sozial mobiler sind und die Konkurrenz höher ist, weil es einen freieren und größeren Markt der Beziehungen gibt, eine wichtigere Rolle als auf dem Land spielt. In den Städten sei Attraktivität also aufgrund der vielen Beziehungs- und Entscheidungsmöglichkeiten auf der Bühne der sexuellen Selektion wichtiger, um Beziehungen zu haben und sich deswegen auch gut zu fühlen. Auf dem Land gebe es hingegen schlicht weniger Auswahl, wodurch die Beziehungen auch weniger stark Ausdruck der persönlichen Wahl seien, und die Bühne wird von den Menschen dominiert, die hier schon immer gelebt haben. Daher spiele hier Attraktivität keine so große Rolle und werde weniger stark damit verbunden, sozial eingebettet zu sein und sich wohl zu fühlen. Der Unterschied, so die Psychologen, könne auch daraus verständlich werden, dass evolutionär das urbane Leben noch ziemlich neu ist.

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