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Spiel mit eToys.com

Florian Rötzer 20.01.2000

Trotz Einlenkens gehen die Proteste der Unterstützer der Künstlergruppe Etoys.com im Domainnamenkonflikt weiter

Wahrscheinlich wurde die Website von [extern] eToys.com tatsächlich nur umgestaltet. Heute um 10 Uhr vormittags - fand sich jedenfalls der Hinweis, dass die Website angeblich umgestaltet werde: "Thank you for visiting eToys. We are currently upgrading our system so that we may serve you better. Please visit us again soon. We expect to be available shortly." Nachmittags war sie dann wieder da. Oder ist sie vielleicht doch gecrackt worden, wie einige Unterstützer der Künstlergruppe Etoy.com angedroht hatten?

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EToys Unwillen könnten wahrscheinlich einige Einträge auf einer Seite verursacht. Auf einer [extern] Kopie der Seite finden sich zu Angeboten Einträge wie: "A Love of Art (Windows) by CounterTop Software - why don't you just give etoy.com the name back?", "Great Museums of the World (Windows) by CounterTop - yeah, artist like me and etoy.com love museums" oder "American Greetings Spiritual Expressions (Windows) by Mindscape - love always, mteww.com". Letzteres weist auf die Künstlergruppe [extern] M.T.Enterprises WorldWide hin, die im Stil von Etoy.com agieren, sich mit ihnen solidarisch zeigen und beispielsweise ein [extern] Manifest für Artainment veröffentlicht haben, dessen Motto ist: "Meaning in Misunderstanding". Wahrscheinlich ist die Aktion ein Ausdruck für das angestrebte Artainment.

Seit einiger Zeit ist das schon länger von Etoy.com angekündigte "Online-Spiel" auf [extern] Toywar.com gestartet: "the TOYWAR.game is the beginning of an elaborate, effective but playful resistance system to organize domain protection from corporate giants who lost their minds and start to destroy other people, organizations or art works... this is a special agent community which can react 24 hours a day with all the tools and (legal) weapons the internet offers! don´t mess around with these agents." Wer sich beteiligen will, muss nicht nur von den "Agenten" eingeladen werden, sondern auch einen ironischen Test mit Fragen zur Eignung für den Krieg überstehen, der ein "hartes Geschäft" sei. Dann wird man von einer Spielzeugfigur repräsentiert, legt sich einen Namen zu und wird in die Reihe der Agenten aufgenommen.

Der Online-Spielwarenhändler eToys.com, der gegen die Künstlergruppe eine Klage geführt und bewirkt hatte, dass die Künstlergruppe Etoy.com nicht mehr den Domainnamen verwenden darf, hatte Ende Dezember dem Druck der breiten, vor allem von [extern] RTMark geförderten Protestbewegung im Internet nachgegeben und angekündigt, man wolle die Klage nicht mehr weiter verfolgen ([local] eToys.com gibt im Domainnamenkonflikt mit der Künstlergruppe Etoy - ein wenig - nac). Der von manchen als Kampf der Netizen gegen den Kommerz bezeichnete Konflikt hat dadurch für die Befürworter der Online-Kampagnen, die dem Unternehmen finanzielle Verluste bereiten wollen, zu einem ersten Sieg verholfen. Zai, ein Mitglied der Künstlergruppe Etoy.com sagte gegenüber [extern] Wired News, dies zeige, dass das Internet anders funktioniere und die Menschen sehen können, dass sie etwas bewirken könen ohne auf die Strassen gehen und sich dem Tränengas aussetzen zu müssen. Zai betont, dass sich die Mitglieder von Etoy nicht als politische Aktivisten verstehen und keine "Freiheitshelden des Internet" sein wollen: "Die Menschen haben gekämpft. Wir hatten nur das Glück, dass die Menschen unsere Kunst mögen."

Letzten Samstag teilte Etoy mit, dass es so aussehe, als wäre der "Krieg" beendet, aber dass man weiterhin Emails an eToys.com schicken solle, um den Druck auf die Firma aufrechtzuerhalten. "Toywar" sei ein Beispiel dafür, wie man künstlerisch arbeiten wolle: "Es ist ein lebendiges System. Wir haben keine Vorstellung, was die Menschen machen, die sich hier treffen. Sie sprechen miteinander. Sie können Vereinbarungen treffen. Es ist ein lebendiges System, das Auswirkungen hervorbringt."

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wie man in toywar hineinkommt (Reinhold Grether 20.1.2000 18:31)
 
   
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