Goldgruben im Weltall
Florian Rötzer 23.07.1999
NEAR, Deep Space und Deep Impact
Asteroiden können nicht nur der Erde gefährlich werden, sie könnten auch im Weltraum fliegende Goldgruben im buchstäblichen Sinne sein, wenn es denn möglich wäre, die wertvollen Ressourcen von den öden Himmelskörpern auf die Erde zu bringen.
Im Dezember letzten Jahres flog
NEAR (Near Earth Asteroid Rendezvous) nahe am steinigen Asteroiden Eros vorbei. Die vielen Aufnahmen wurden jetzt erstmals ausgewertet. Eros ist ein steiniger Asteroid in der Größe von 33 x 13 x 13 Kilometern und könnte voll von wertvollen Rohstoffen zu sein, wenn man davon ausgeht, daß er ähnlich aufgebaut ist wie die Meteoriten, die gelegentlich auf der Erde herunter sausen. Das zumindest vermuten Wissenschaftler in einem Artikel, der in der Zeitschrift Science erschienen ist.
So könnten die 2900 Kubikkilometer von Eros erhebliche Mengen an Gold, Aluminium, Platin oder Zink enthalten. Auf etwa 3 Prozent wird der Anteil der Metalle an der Gesamtmasse geschätzt. Das würde bedeuten, man könnte etwa 20 Milliarden Tonnen an Gold oder die entsprechende Menge an Platin finden.
BBC News errechnet daraus auf der Grundlage der gegenwärtigen Preise einen Wert von 20 000 Milliarden Dollar für Eros. Aber das ist natürlich alles hypothetisch, solange man die Metalle nicht an Ort und Stelle aufbereiten und dann zur Erde bringen kann, auch wenn im Weltall genügend Sonnenenergie zur Verarbeitung zur Verfügung stünde. Sofern jemals die Möglichkeit bestünde, die Ressourcen im Weltraum auszubeuten, wäre natürlich eine internationale rechtliche Regelung der Eigentumsverhältnisse und der Schürfgenehmigungen notwendig. Auch wenn ein entsprechendes UN-Abkommen vorliegt, so wurde es bislang nur von ein paar Staaten unterschrieben. Noch herrscht Wilder Westen oder Kolonialzeit im Weltraum.
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| Deep Space |
Eine weitere Raumsonde wird am 28. Juli am Asteroiden 1992 KD mit einem Durchmesser von drei Kilometern in einer Entfernung von nur 15 Kilometern vorbeifliegen.
Deep Space, an der auch das
Institut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung des DLR beteiligt ist, das für die Auswertung der Bilddaten zuständig ist, kommt damit einem Asteroiden näher als jemals zuvor. Die Raumsonde ist erstmals mit einem Ionentriebwerk ausgestattet, das wegen seines hohen Wirkungsgrades mit einem kleineren Treibstofftank als üblich auskommt. Überdies wird DS-1 von einem Autopilot gesteuert, der mit einer Kamera automatisch Asteroiden am Sternenhimmel erkennt und mit einem Katalog vergleicht. Bei Abweichungen wird die Flugrichtung verändert. Besonders bei einem so dichten Vorbeiflug mit einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde, wie jetzt bei 1992 KD, ist die Möglichkeit von automatischen Kurskorrekturen von entscheidender Bedeutung, weil damit der zeitaufwendige Datenaustausch zwischen Sonde und Bodenstation entfallen kann.
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Ein weiteres Experiment wird am 31. Juli zuerst einmal mit dem
Lunar Prospector als Abschluß von dessen Mission durchgeführt werden. Mit dem Prospector wurde an den Polen des Mondes Wasserstoff festgestellt. Um zu überprüfen, ob es sich um Eis oder um hydrierte Minerale handelt, will man den Prospector in den Südpol abstürzen lassen (
Lunar Prospector Impact Page) und den möglicherweise aufsteigenden Wasserdampf beobachten. Große Eisvorkommen auf dem Mond könnten, so der für den "impact" verantwortliche David Goldstein von der University of Texas, die Erforschung des Weltraums durch bemannte Missionen erheblich erleichtern.
Im Juli bewilligt wurde von der NASA bereits ein weiteres Projekt mit dem Namen "Deep Impact". Im Januar 2004 soll Deep Impact mit einem 500 Kilogramm schweren Geschoß aus Kupfer zum Kometen P/Tempel 1 starten und dieses dann im Juli 2005 auf den Kometen mit einer Geschwindigkeit von 10 Kilometern pro Sekunde stürzen lassen, wodurch ein großer Krater entstehen soll. Eine Kamera und ein Infrarot-Spektrometer an Bord der Raumsonde sollen aufzeichnen, was aus dem Krater herausgeschleudert wird.
Mindestens ein privates Unternehmen,
Space Dev, plant bereits im Jahr 2002 einen Flug zu einem Asteroiden.
NEAP. Auserwählt wurde 4660 Nereus als Ziel. Die Raumsonde soll dem Asteroiden bis auf eine Entfernung zwischen 10 und 50 Kilometer nahekommen und feststellen, ob in den permanent im Schatten liegenden Kratern Wasser vorhanden ist. Überdies sollen Instrumente auf den Asteroiden abgeworfen werden. Nach 30 bis 90 Tagen soll die Sonde dann selbst auf dem Asteroiden landen. Allerdings wird das Projekt davon abhängen, ob es durch Firmen und Forschungsinstitutionen finanziert wird. Eine Preisliste gibt es jedenfalls schon.