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Transgene Affen

Florian Rötzer 26.12.1999

Erster Schritt auf dem Weg zu genetisch veränderten Menschen?

Wissenschaftler vom [extern] Oregon Regional Primate Research Center der [extern] Oregon Health Sciences University, an dem auch die ersten Affen geklont wurden, haben erstmals neue Gene in Eizellen von Affen eingeführt und so, wie sie sagen, mit den transgenen Affen einen Schritt weiter auf die Herstellung von "genetisch veränderten nicht-menschlichen Primatenmodellen zur Erforschung und Behandlung menschlicher Erkrankungen" geleistet".

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Die Wissenschaftler konnten DNA von Quallen, die das Gen für ein Protein codieren, das ein leuchtendes Grün erzeugt, in Eizellen von Affen einführen, indem sie diese an die Spermien anbrachten. Dieses Gen ist deswegen interessant, weil man leicht überprüfen kann, ob es tatsächlich eingebaut worden ist. Dann nämlich leuchten die Embryozellen unter fluoreszierendem Licht grün auf.

Während die Einführung des Gen bei einem Versuch mit 20 Eizellen nicht funktionierte, bei denen man die Eizellen und die Spermien in einer Petrischale vermischte und die Spermien wie bei einer natürlichen Befruchtung dann durch den Mantel der Eizelle eindrangen, wobei das fremde Gen aber nicht mit in das Innere eingeführt wurde, hatten die Wissenschaftler mit einer anderen Methode Erfolg, die in der Reproduktionsmedizin bereits häufig eingesetzt wird. Sie befruchteten 81 Eizellen, indem sie Spermien mit dem Gen direkt in die Einzellen injizierten: "Mehr als ein Drittel der Embryos fluoriszierten", sagte Gerald Schatten vom Primatenforschungszentrum. Die Wissenschaftler setzten sieben der befruchteten Eizellen in Rhesus-Affenweibchen ein. Nur ein Affe namens George wurde lebendig geboren, zwei kamen tot zur Welt. Obgleich der Einbau des fremden Gens in die DNA von George noch nicht nachgewiesen werden konnte, ist für die Wissenschaftler die Geburt des Affen ein Beweis dafür, dass die Methode prinzipiell funktioniert, um transgene Affen und damit genetisch veränderte Modelle zur Erforschung von menschlichen Krankheiten herzustellen. Ryuzo Yanagimachi von der University of Hawaii hatte schon zuvor [extern] gezeigt, dass sie mit derselben Methode, das Quallengen in Mäuse einführen konnten. 11 der 57 so genetisch veränderten Mäuseembryos wurden geboren. Das fremde Gen konnte an Zellen der Schwanzspitze nachgewiesen werden, die unter fluoriszierendem Licht grün aufleuchteten.

Begründet wird von den Wissenschaftlern das Experiment, das für die Erforschung und Behandlung menschlicher Krankheiten Mäusemodelle nicht ausreichen, zumal nach dem Tod eines gentherapierten Mannes in der University of Pennsylvania die Notwendigkeit deutlich geworden sei, dass man gentherapeutische Eingriffe zunächst an Affenmodellen testen müsse: "Nicht-menschliche Primatenmodelle sind die beste Möglichkeit, die Vorzüge und Risiken der Gentherapie zu erfahren."

Die Brisanz des Experiments rührt allerdings daher, dass mit dieser Methode, wenn sie denn einmal zufriedenstellend funktionieren sollte, auch menschlichen Embryos Gene hinzugefügt werden könnten. Dabei müsste es sich nicht nur um Gene handeln, die gegen eine Krankheit wie Alzheimer resistent machen, sondern man könnte auch, wie Inder Verma, ein Molekularbiologe des Salk Institutes in San Diego, gegenüber der [extern] New York Times anführte, beispielsweise das Gen für Rezeptorprotein für Glutamat einführen, um das Gedächtnis zu verbessern: "Wenn etwas getan werden kann, dann werden es die Menschen auch tun." Allerdings bringt die Technik, Spermien mit allem, was an ihnen haftet, in Eizellen zu injizieren, auch Gefahren mit sich. So können damit beispielsweise auch Viren mit eingeführt werden, die dann in den Eizellen sich zu reproduzieren beginnen. Bislang allerdings gibt es bei den Kindern, die mit dieser Methode erzeugt wurden, noch keine Hinweise auf solche Risiken.

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