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Ungeliebte Themen, die nicht in Mainstream-Medien erscheinen

Dirk Eckert 01.05.2001

Project Censored nominiert die "News That Didn't Make the News"

um 25. Mal hat das an der Sonoma State University in Kalifornien beheimatete [extern] Project Censored eine Liste von Nachrichten erstellt, die nach Auffassung des Projektes größere Aufmerksamkeit verdient hätten. Gemeinsam ist allen auf der Liste versammelten Themen, dass sie in kleineren, teilweise "alternativen" Medien veröffentlicht wurden. Doch "aus dem einen oder anderen Grunde" seien sie von den Massenmedien nicht aufgegriffen worden, obwohl sie nach Ansicht von "Project Censored" brisant genug gewesen wären. Noam Chomsky schrieb zum Jubiläum einen Beitrag.

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Auf Platz 1 der [extern] The Top 25 Censored Stories Of 2000 genannten Themen wurden mehrere Artikel über die Privatisierung von Wasser nominiert. Konzerne wie Monsanto oder Bechtel würden, unterstützt von der Weltbank, zunehmend nach der Verfügungsgewalt über die Wasservorräte greifen. "Regierungen überall auf der Welt müssen jetzt handeln und Wasser zu einem fundamentalen Menschenrecht zu erklären und alle Versuche verhindern, diese lebenswichtige Flüssigkeit zu privatisieren, zu exportieren und gewinnbringend zu verkaufen", so Maude Barlow vom [extern] International Forum on Globalization, der von "Project Censored" für einen Artikel zu diesem Thema ausgezeichnet wurde.

Wie Wasserprivatisierung vor sich geht, beschreibt etwa Jim Shultz ([extern] In These Times und "This"), ebenfalls für dieses Thema ausgezeichnet: Das Unternehmen Bechtel aus San Francisco privatisierte die Wasserversorgung von Cochabamba in Bolivia, nachdem die Weltbank Bolivien zur Privatisierung gedrängt hatte. Die Folge waren steigende Wasserpreise und schließlich ein Generalstreik in Cochabamba. Das Militär schlug den Aufstand nieder. Doch als die Proteste nicht nachließen, stoppte die bolivianische Regierung die Aktivitäten von Bechtel.

Auch unter den anderen 24 Themen, die "Project Censored" ausgewählt hat, findet sich viel Sozialkritisches, etwa über die Sweatshops im Sillicon Valley (Platz 10), oder ein [extern] Bericht von Christopher D. Cook von "The Progressive" über das Versagen der "Occupational Safety and Health Administration" (OSHA), der den zweiten Platz bekam. Die OSHA, so der Bericht, sei nicht hinreichend ausgestattet, die Sicherheit am Arbeitsplatz zu überprüfen. Dabei verunglückten in den USA jedes Jahr 6000 Menschen tödlich am Arbeitsplatz, weitere 50000 bis 70000 sterben infolge von Berufskrankheiten.

Doch das ist nicht das einzige Thema, das sich kritisch mit Staat und Regierung auseinandersetzt und nicht den Sprung in die Massenmedien geschafft hat. Platz 3 ging an Alexander Cockburn von "Counterpunch" der über den Einsatz von Soldaten beim Fernsehsender CNN [extern] berichtete. Für die U.S. Army sei der Einsatz der Experten für Psychologische Operationen ein Musterbeispiel für die Art von Beziehungen zu den Medien gewesen, wie sie die Armee wünsche, so ein Offizier. Hinweise darauf, dass die chinesische Botschaft in Belgrad während des NATO-Luftkrieges gegen Jugoslawien absichtlich bombardiert worden war, fanden Joel Bleifuss and Seth Ackerman ([extern] In These Times) und Yoichi Shimatsu, "Pacific News". Sie kamen mit ihrem Thema auf Platz 4.

Platz 5 gab es für einen Bericht über den Verkauf von Atomkraftwerken, der von amerikanischen Steuerzahlern finanziell unterstützt wird, bekamen Ken Silverstein und Ian Urbina von [extern] The Progressive, Platz 6 für Berichte über die Rolle der USA beim Völkermord in Ruanda, Platz 7 für Artikel zur Zensur von Kritik an gentechnisch veränderten Lebensmitteln durch die Biotechnologieindustrie bedacht. Die Möglichkeit, dass aus dem Humangenomprojekt biologische Waffe entwickelt werden können, die auf bestimmte Ethnien ausgerichtet sind, fiel für die Juroren ebenfalls unter den Tisch.

"Cuba's New Revolution", "Farming With Fidel" – für solche Schlagzeilen gab es Platz 12, über die führende Rolle Kubas in der organischen Landwirtschaft. Michel Chossudovsky, Professor für Wirtschaftswissenschaft an der Universität Ottawa, ist gar zwei Mal vertreten, sowohl mit dem Thema Welthandelsorganisation in [extern] Covert Action Quarterly als auch mit IWF/Weltbank und deren Rolle beim Sturz von Milosevic in [extern] Emperor's New Clothes.

Nach dem Willen der MacherInnen soll "Censored 2000: The News That Didn't Make the News" das "Ausmaß von Zensur" erforschen und publizieren. Außerdem sollten JournalistInnen ermuntert werden, die vernachlässigten Thema in die Berichterstattung der Massenmedien aufzunehmen. Die Öffentlichkeit solle solche Themen auch einfordern, rät "Project Censored", oder andernfalls auf alternative Medien ausweichen.

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