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Klimamüdigkeit

Wird die angekündigte Klimaerwärmung mit ihren Folgen mittlerweile zu wenig ernst genommen?

Herstellungsanleitung für Rizin gefunden

Florian Rötzer 16.11.2001

Zumindest gedanklich beschäftigte sich al-Qaida auch mit der Herstellung von Biowaffen

Unter den vielen Dokumenten, die gestern ein Reporter der Times in einem Haus gefunden hatte, das von al-Qaida-Angehörigen bewohnt wurde ([local] Bauanleitungen für Nuklearwaffen und Überschallraketen), fand sich neben Anleitungen zur Herstellung von Bomben und Zündern auch eine Anleitung zur Herstellung des biologischen Toxins Rizin, wie die Zeitschrift heute [extern] berichtet.

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Rizin ist ein höchst wirksames Gift, das eingenommen, injiziert oder in größeren Mengen eingeatmet werden muss, um zu wirken. Aus diesem Grund unterscheidet es sich von anderen biologischen Waffen, die sich durch Infektion weiter ausbreiten können. Neben Anthrax ist Rizin allerdings das Mittel, das vermutlich am ehesten für einen Anschlag eingesetzt werden würde, weil es leicht herstellbar ist.

Rizinussamen, die das giftige Protein Rizin enthalten

1991 wurden vier Angehörige der rechtsextremistischen Gruppe Patriot's Council in Minnesota festgenommen, weil sie Rizin hergestellt hatten, um einen Anschlag auf Polizisten auszuführen. 1995 wurde in den USA ein dem rechts-extremistischen Lager zugerechneter Mann festgenommen, als versuchte, neben Gewehren auch 130 Gramm des Gifts in Form eines weißen Pulvers von Kanada ins Land zu schmuggeln. Bekannt wurde Rizin als "Waffe", nachdem der bulgarische Journalist und Dissident Georgi Markov in London vermutlich von Geheimdienstagenten auf offener Straße mit einem Regenschirm attackiert wurde, an dessen Spitze sich eine mit Rizin überzogene, 1,5 Millimeter große Kugel befand. Sie setzte sich in Markov fest, der einige Tage später im Krankenhaus an den Folgen von Rizin gestorben ist.

Rizin wurde möglicherweise auch von Saddam Hussein im Rahmen der im Irak betriebenen Produktion von nuklearen, chemischen und biologischen Massenvernichtungsmitteln hergestellt. Doch gerade auch an Rizin zeigt sich, dass es sehr schwierig ist, die Herstellung von biologischen Kampfstoffen nachzuweisen. Im Irak hat man nur Rizinusöl gefunden, das aus den Samen der Rizinusstaude (Ricinus communis), eines Wolfsmilchgewächses, gewonnen wird. Die zur Rizin-Herstellung notwendigen Materialien und Kenntnisse sind jedermann ohne weiteres zugänglich. Es handelt sich um kein Geheimwissen, die Pflanzen kann jeder in seiner Wohnung züchten. Rizinusöl wird beispielsweise als Schmiermittel verwendet. Die Giftigkeit der Rizinussamen beruht darauf, dass in ihnen das wasserlösliche Protein Rizin vorhanden ist, das beim Pressen nicht in das Öl übergeht, sondern zurück bleibt. Als Abfallprodukt

Man muss also im Grunde Rizin gar nicht herstellen, es genügt die Samen zu ernten. Nach dem in al-Qaida-Haus gefundenen Dokumenten wurde dort festgehalten, dass eine bestimmte Menge des [extern] Gifts, wird es von einem Erwachsenen eingenommen, diesen töten kann: "Eine Dosis, die sieben Samen entspricht, wird ein Kind töten." Geraten wird zur Vorsichtsmaßnahmen: "Handschuhe und Gesichtsmasken sind wichtig zur Herstellung von Rizin. Todeszeit variiert zwischen 3-5 Tagen als Minimum und 4-14 Tagen als Maximum."

Rizin, das auch als Mittel für Selbstmörder dient, ist allerdings trotz leichter Gewinnung als Massenvernichtungsmittel erheblich schwieriger einzusetzen, wenn es nicht über Einnahme in den Körper durch Essen oder Trinken bzw. durch Injektion wie im Fall von Markov gelangt, sondern nur in Form eines Aerosols eingeatmet wird. Man müsste jedoch, um ein 100 Quadratkilometer großes Gebiet zu besprühen, so dass eine Tötungswahrscheinlich von 50 Prozent bewirkt werden, unter den besten Bedingungen vier Tonnen ausbringen. Würde man Anthrax verwenden, wäre hingegen gerade ein Kilogramm notwendig. Effektiver für terroristische Zwecke wäre daher, Rizin ins Trinkwasser einzubringen

Rizin wäre trotz aller Gefährlichkeit kein Mittel, um die in einem BBC-Interview geäußerte Drohung des Taliban-Chefs Mohamed Omar wahr zu machen, Amerika zu vernichten. Die Times möchte dies aber offenbar nahe legen, wenn sie in dem Artikel über die gefundene Herstellungsanleitung von Rizin auf die wirren, apokalyptischen Prophezeiungen von Omar verweist, der unter anderem sagte: "Der Plan geht weiter und wird, so Gott will, ausgeführt werden, aber es ist eine gewaltige Aufgabe, die über das Verständnis der Menschen hinaus geht. Wenn Gottes Hilfe mit uns ist, wird dies in kurzer Zeit geschehen. ... Das wirkliche Thema ist die Auslöschung von Amerika." Omar meinte in dem Gespräch, dass es unerheblich sei, wie viele Provinzen die Taliban beherrschen oder ob sie überhaupt an der Macht bleiben. Man habe ja auch die Russen besiegt, ohne eine Provinz zu haben. Und überdies gehe es eben gar nicht um Afghanistan. Allerdings wurde in dem Haus offensichtlich kein Rizin gefunden.

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Kommentare lesen
Die würde man bestimmt in vielen Ländern finden,wenn man nur suchen könnt/wollte (blackflag 17.11.2001 2:49)
Nicht ueberall wo *nicht* Al-Qaida... (Dirk Fischer 16.11.2001 22:42)
B oder C (Lars Träger 16.11.2001 22:31)
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