Müdigkeit
mud

Der anthropologische Schlaf und die Träume vom Aufwachen

Wo Rettung vor Augen steht, wächst auch die Gefahr.

Dietmar Kamper 24.07.1997

Heimat im globalen Dorf

Regisseur Edgar Reitz über Heimat, Ortlosigkeit und das neue Kino

Edgar Reitz 03.07.1997

Veränderungen der Bürgerrechte durch die Globalisierung

Möglicherweise hängt die Ermüdung Europas auch vom Schrumpfen der Einflußmöglichkeiten der Bürger auf die politischen Prozesse zusammen, da die Globalisierung die demokratischen Instanzen der Nationalstaaten in ihrer Macht beschränkt. Andererseits geht die Globalisierung der Ökonomie mit politischen Globalisierungsprozessen einher, die den Weltbürgern neue Rechte und Einflußmöglichkeiten eröffnen und bislang zu wenig in ihrer Bedeutung beachtet wurden.

Saskia Sassen 03.07.1997

Transformations of Citizenship

Saskia Sassen 03.07.1997

TOTAL DESPAIR

To speak about the epistemological heritage of the encounter of Europe with the outside world - including the Americas - means speaking about the encounter of Europe with Eastern Europe. This is even more true if we refer to integrational processes and disintegrational procedures, and last but not least, to the wars raging in the Balkans and in the former Soviet Union.

Marina Grzinic 19.06.1997

Totale Verzweiflung

Wenn man über die epistemologische Erbschaft der Begegnung Europas mit der äußeren Welt, wozu auch Nord- und Südamerika gehören, spricht, dann bedeutet dies auch, über die Begegnung Europas mit Osteuropa zu sprechen. Das trifft noch stärker zu, wenn wir uns auf die Prozesse der Integration und Desintegration und schließlich auf die Kriege beziehen, die im Balkan und in der ehemaligen Sowjetunion wüten.

Marina Grzinic 19.06.1997

New Enlightenment

European Origins - American Future?

Max More 19.06.1997

Europäische Ursprünge - amerikanische Zukunft?

Ein extropisches oder hypermodernes Denken könnte die Lähmung Europas überwinden, die ihren Ausdruck in der Postmoderne gefunden hat. Die Menschen brauchen eine neue Frontier, um Visionen und Begeisterung zu entwickeln.

Max More 19.06.1997

Gegen die ökologische Identität

Entwurf einer post-ideologischen Negativität. Die Generation von 2010 hat genug von Technik und Natur. Der Cyborg ist kein Ideal, sondern ein Fakt. Alle Projektionen, die in technologischer Symbiose entstanden, haben ihre Phantasiewirkung verloren.

Agentur Bilwet 19.06.1997

The Connective State: Europe's technoetic dimension

Europe has got to get smart, artificially, bionically, telematically . . . and quickly. What we can do for sure, what in effect we do, is to anticipate the future, create new behaviours and identities, invent new attitudes and relationships, create visions of how European might evolve if the constructive spirit were to be prioritised and rewarded, if the properties of emergence were to be celebrated.

Roy Ascott 19.06.1997

Der vernetzte Staat: Europas technoetische Dimension

Europa hat keine Visionen, aber muß für Roy Ascott, den Pionier der telematischen Künste, "smart, künstlich, bionisch, telematisch werden - und das schnell!" Ascott setzt auf die künstlerische Imagination und glaubt, daß die Biotechnologie den Weg in die Zukunft öffnet, die von der Erde wegführt.

Roy Ascott 19.06.1997

EUROPA TRANSITION

There are many conflicting visions of Europe, future Europes. In the end most of these visions will disappear from the scene. Historians will then say, "that was an inevitable development". However, the only thing which seems inevitable, is that there will be a war, to decide which visions disappear. Conflicting geopolitical futures are typical causes of war. There would be the chance to develop a new form of state. The dissolution of the former DDR into the BRD could be a model. But Europe seems to be too stagnant and fearful to go one step into the future.

Paul Treanor 09.06.1997

Theorie der Müdigkeit - Theoriemüdigkeit

Wir sind erschöpft von der Akkordarbeit am Projekt der Moderne. Und angesichts dessen ist es geradezu eine Frage der Selbstbehauptung, diese Erschöpfung ins Positive umzudeuten. Aber wie könnte Müdigkeit als Happy End aussehen?

Norbert Bolz 09.06.1997

BEFORE THE DAWN

Do you remember Peter Sellers' 1979 movie Being There? After spending his life working in a secluded villa, the elderly gardener is compelled to step out into the world - a world which is incomprehensible to him, with its inarticulate sounds and its incoherent logic, a world where he has to learn as an adult what is usually learned in the early years of one's life ; that is, how to decipher it, use it, make it intelligible to himself. Well, each one of us is a bit like the gardener who sets off into the wide world, with the fatigue of a painstaking departure.

Marco d'Eramo 09.06.1997

Vor der Dämmerung

In Peter Sellers Film "Being There" (1979) wird der alte Gärtner, nachdem er sein Leben lang in einer abgeschlossenen Villa gearbeitet hat, dazu gezwungen, in die Welt zu treten - in eine Welt, die mit ihren undeutlichen Geräuschen und ihrer unzusammenhängenden Logik für ihn unverständlich ist, in eine Welt, in der er als Erwachsener lernen muß, was man normalerweise in den ersten Jahren des Lebens lernt, also wie man sie deutet, wie man etwas gebraucht, wie man sie sich selbst verständlich macht. Jeder von uns gleicht ein wenig diesem Gärtner, der sich mit der Müdigkeit einer schmerzlichen Abreise in die weite Welt begibt.

Marco d'Eramo 09.06.1997

Wer nicht träumt, wacht müde auf

Rede über die europäische Zukunftsdeprivation

Gundolf Freyermuth 09.06.1997

Optipessimism for the 21st Century

Europe is, as we all know, quite old. The question is, if Europe feels old. Have we lost the capability to invent? Will the new technologies and particularly the technologies of the information society being rejected or are they going to be integrated into our culture?

Joel de Rosnay 09.06.1997

Optipessimismus für das 21. Jahrhundert

Europa ist, wie wir alle wissen, ziemlich alt. Die Frage aber ist, ob sich Europa auch alt fühlt. Haben wir die Fähigkeit verloren, weitere Erfindungen zu machen? Werden die neuen Technologien und besonders die Technologien der Informationsgesellschaft zurückgewiesen oder können sie in unsere Kultur integriert werden?

Joel de Rosnay 09.06.1997

Die große Müdigkeit

Europa scheint den Entwicklungen und Aufbrüchen, die sich in der "Neuen Welt" vollziehen, nachzuhinken. Utopische Energien, sicher meist genährt durch einen naive Überschwenglichkeit der Hoffnung auf einen neuen Anfang, kommen nicht mehr recht auf. Man sucht sich dem technischen Fortschritt und neoliberalistischen Gedankengut anzupassen, während gleichzeitig der europäische Standort und sein Modell eines demokratischen Sozialstaates gefährdet sind und die europäischen Länder in einen Unterbietungswettbewerb eintreten. Globalisierung, neue Technologien, veränderte Organisationsstrukturen, steigende Individualisierung und Cyberspace erscheinen nicht als Chance, sondern als Gegebenheiten, denen man sich unterwerfen muß und vor denen man sich möglichst schützen sollte.

Florian Rötzer 09.06.1997

Die Zukunft Europas

Es gibt viele einander widerstreitende Visionen von Europa, viele Zukünfte Europas. Am Ende werden alle diese Visionen von der Bühne verschwinden und die Historiker werden sagen, "das war eine unvermeidliche Entwicklung." Unvermeidlich scheint aber einzig zu sein, daß es einen Krieg geben wird, um darüber zu entscheiden, welche Visionen verschwinden werden. Wahrscheinlich gibt es auf keinem Territorium so viele Visionen über die Zukunft wie gegenwärtig über Europa. Einander widerstreitende geopolitische Zukünfte sind typische Kriegsursachen. Dennoch gäbe es jetzt eine Chance, mit Europa eine andere Staatsform zu entwickeln. Vorbild könnte die Auflösung der ehemaligen DDR in die BRD sein. Aber man scheint zu ängstlich und im Gewohnten gefangen zu sein, um einen Schritt in die Zukunft zu machen.

Paul Treanor 09.05.1997
http://www.heise.de/tp/special/mud/default.html
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