Politisches Hickhack hat Europas Satelliten-Navigationssystem Galileo um Jahre verzögert. China hingegen besitzt bereits zwei funktionierende Satelliten im Orbit.
Als die EU Ende der neunziger Jahre ihren Plan fasste, schien er vernünftig und, mehr noch, realistisch: Ein eigenes Satelliten-Navigationssystem würde Europa unabhängig vom Global Positioning System (GPS) des US-Militärs machen, dessen zivile Nutzung damals noch durch eine künstliche Störung eingeschränkt war. Längst hatte sich Europa da als dritter großer Player in der Raumfahrt etabliert. Nach fast zwanzig Jahren erfolgreicher Satellitentransporte mit den Ariane-Raketen der Europäischen Raumfahrtagentur Esa zweifelte niemand daran: Wir können das auch. Schließlich war mit Airbus schon einmal ein Hightech-Großprojekt erfolgreich durchgezogen worden.
Wäre alles nach Plan gegangen, würden seit einem Jahr 30 Satelliten um die Erde jagen und hochwertige Navigationssignale auf dem neuesten Stand der Technik nach unten funken. Die Realität ist eine andere: Bis heute sind nur zwei Testsatelliten des Galileo-Systems im Orbit, und nur Optimisten rechnen noch damit, dass es, wie derzeit geplant, ab 2013 einsatzbereit sein wird. Eher dürfte es 2015 werden. Noch schlimmer: China arbeitet bereits mit voller Kraft an einem eigenen System, „Compass“ genannt (chinesisch: „Beidou“), und das, obwohl China zunächst als Partner ins Galileo-Projekt eingestiegen war. Tatsächlich hat sich das Projekt längst zu einem Lehrstück für die Tücken der Innovation ausgewachsen. ...
Neugierig geworden? Der vollständige Artikel erschien in der Print-Ausgabe 07/2009 von Technology Review und steht als kostenpflichtiges pdf im Heise Kiosk zum Download bereit.
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