18.01.05
Industrie | Innovation

Amazon für alle

Von Wade Roush

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Viel mehr als ein einfaches Suchfenster bekommt man nicht zu sehen, wenn man unter www.kokogiak.com/amazon4 die Website Amazon Light aufruft - doch darüber lässt sich jedes Produkt in der riesigen Datenbank von Amazon.com finden. Wer auf einen der Einträge klickt, gelangt zu einer Seite mit dem üblichen Produktbild, den Preisangaben, den Kundenrezensionen und, natürlich, einem "Kaufen"-Knopf.

Erst bei genauerem Hinsehen lassen sich auch einige nicht von Amazon bekannte Features entdecken: Bei DVDs etwa führt ein Klick auf den passenden Button zu einer Abfrage, ob der Film beim Online-Verleiher Netflix erhältlich ist. Wenn es um eine CD geht, kann man nachsehen, ob es eine Online-Version davon im iTunes Music Store von Apple gibt. Und bei Büchern kann Amazon Light verraten, ob sie in einer örtlichen Bibliothek auszuleihen sind.

Was geht hier vor? Amazon arbeitet doch nicht etwa mit einer Webseite zusammen, die Nutzern dabei hilft, woanders einzukaufen als bei Amazon? Und ob: Tatsächlich ist Amazon Light nur eine von tausenden unabhängigen Sites, die Programmierwerkzeuge und Produktdaten einsetzen, wie sie Amazon seit dem 16. Juli 2002 kostenlos zur Verfügung stellt. An jenem Tag feierte Amazon seinen siebten Geburtstag - und enthüllte das neue Projekt namens Amazon WebServices. Es sollte, wieder einmal, die Art und Weise verändern, wie Händler ihre Kunden erreichen.

Auch andere Unternehmen wie Google oder Microsoft experimentieren mit der Idee, Dritten Zugriff auf ihre Datenbanken zu geben und so die Entwicklung neuer Dienste voranzubringen. Aber keines geht so aggressiv vor wie Amazon. Das Ergebnis ist ein Verbund von Mini-Amazons, die Amazon selbst wenig kosten und Kunden einfangen, die sonst vielleicht woanders eingekauft hätten. "Amazon steckt so viele Ressourcen in WebServices, das macht beinahe Angst", sagt Paul Bausch, Autor des Buchs "Amazon Hacks", einer Sammlung von Tipps zur Nutzung der Amazon-Datenbanken.

Als Gegenleistung für seine Offenheit verlangt das Unternehmen nur eines: Käufe auf den Satellitenseiten müssen über Amazon.com abgewickelt werden. Die Betreiber der Partnerseiten wiederum bekommen eine Provision für jede Transaktion.

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