Wie verkauft man, wenn sich die eigenen Produkte in der Wahrnehmung des Kunden nur noch minimal von denen der Mitbewerber unterscheiden? Eine Möglichkeit: Man identifiziert einen Trend und richtet seine Produkte danach aus. Mit einer Tagung hat der japanische Büroausstatter Brother am gestrigen Donnerstag in London versucht, die "Zukunft des Teleworking" in Großbritannien, Deutschland und Frankreich zu entschlüsseln. Der Konzern ist überzeugt, dass der informationstechnischen Heimarbeit eine wachsende Bedeutung zukommt -- und dementsprechend natürlich auch der Bedarf an der passenden Ausstattung steigen wird, auch wenn Brother-Präsident Yuji Furukawa orakelte: "Das einzige, was an der Zukunft gewiss ist, ist der Wechsel".
Die Basis der relativen Gewissheit ist nun die von Brother gesponserte Untersuchung der Future Foundation "The Future of Teleworking". Die Untersuchung stützt sich -- abgesichert durch Literaturrecherchen über den Zeitraum von 1997 bis 2005 -- auf zehn Experteninterviews, in denen die Rahmenbedingungen und Arbeitsprozesse des Teleworking in Europa untersucht werden. Dabei kommt die Future Foundation zu dem Schluss, dass sich zum einen die Arbeitsabläufe verändern und zum anderen mittlerweile die Technologie bereitstünde, so dass die Ausweitung von Telearbeit sich quasi zwingend ergebe.
Der Chef der Future Foundation Paul Flatters und seine Mitarbeiter schätzen, dass sich der Anteil an Telearbeiter in Großbritannien von nun 8,6 Prozent -- in Deutschland liegt er bei 6,8, in Frankreich bei 4,6 Prozent -- bis 2020 auf 80 Prozent (81 Prozent in Deutschland, 76 Prozent in Frankreich) aller Berufstätigen steigern wird. Bereits jetzt liege der Anteil derer, die zumindest gelegentlich von zu Hause oder unterwegs arbeiten bei 46 Prozent. Die Future Foundation ist davon überzeugt, das sich dieser Trend verstärken wird. Statt der starren Alternative Büro oder Heimarbeit, würden die Grenzen immer durchlässiger. Der klassische Telearbeitet werde durch einen neuen Typus ersetzt: den FreE-worker. "Wir werden in Zukunft nicht mehr zur Arbeit gehen, sondern einfach einen bestimmten Job erledigen", glaubt Flatters: "Das wird unsere Autonomie vergrößern".
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