Bild: Sony
Der japanische Elektronikriese Sony hat einen neuen Ansatz für 3D-Fernseher entwickelt, die ohne Brille funktionieren.
Pünktlich zur IFA kennt der 3D-Boom keine Grenzen: Zahlreiche Hersteller zeigen passende Fernseher und Zuspieler. Ein Grundproblem bleibt allerdings – die Geräte bedingen das Aufsetzen einer synchronisierten Shutterbrille, die die Bilder für rechtes und linkes Augen korrekt trennt. Ansätze für Geräte ohne die störenden Gläser existieren, sind aber noch nicht kommerziell im breiten Maße nutzbar und dürften das auch erst in gut fünf Jahren sein.
Sony wirft nun eine neue Technik in die Runde, die an die bekannten Hologramme aus der "Star Wars"-Reihe erinnert: Der japanische Elektronikkonzern hat ein Prototypsystem eines neuartigen 360-Grad-Bildschirms vorgestellt, der sich aus jedem Blickwinkel in voller räumlicher Pracht genießen lässt.
Der "RayModeler" genannte Forschungsansatz arbeitet nach autostereoskopischen Prinzipien, ergo: ohne Brille auf den ersten Hingucker dreidimensional. Dabei wird für jede mögliche Ansicht ein eigenes Bild produziert – ähnlich wie man dies bislang nur aus den erwähnten Science-Fiction-Filmen kannte. Spezielle LED-Lichtquellen erzeugen bis zu 360 Bilder in Farbe im Abstand von jeweils einem Grad. Auch Videos sind mit der Technik darstellbar.
Das Bild erscheint in einem Zylinder mit einer Höhe von 27 Zentimetern und einem Durchmesser von 13 Zentimetern. "Es sieht aus, als würde man in eine Kristallkugel schauen", heißt es von Sony. Der Aufwand, geeignete "Software" für den RayModeler zu beschaffen, ist allerdings groß, weil sie ein neues Kamerasystem bedingen, das Sony selbst entwickelt hat. Bislang werden deshalb vor allem Computeranimationen gezeigt, bei denen es relativ einfach ist, jedes der 360 Einzelbilder zu berechnen. Die Japaner haben dazu auch schon ein einfaches Spiel programmiert, bei dem der Nutzer eine 3D-Figur in Echtzeit bewegen kann.
Bei Sony kann man sich vorstellen, dass das Gerät beispielsweise im Verkauf eingesetzt wird. Ein Juwelier könnte ein für einen Kunden zu gestaltendes Schmuckstück in bislang ungekannter Brillanz virtuell simulieren oder eine Käuferin ihr neues Kleid aus allen Blickwinkeln betrachten – an einer Bildschirmversion ihrer selbst. Ob und wann der RayModeler in den Handel kommt, ist bislang aber noch unklar. Zunächst will Sony die projizierbare Fläche erhöhen.
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