Eine Darmstädter Firma baut hochrealistische digitale Stadtmodelle, durch die sich Nutzer wie in einem Computerspiel bewegen können.
Die Neigung von Hausdächern, das Alter von Heizkesseln, die Fußgängerdichte in Innenstädten – es gibt kaum noch Daten, die nicht „georeferenziert“, also mit Ortsangaben versehen, vorliegen. Kim Jung-Grüttner, Geschäftsführer der Darmstädter maila-push GmbH, setzt noch eins drauf: „Wir haben das einzige georeferenzierte Lachsfilet der Welt.“ Das rosa Fischfilet mit den Koordinaten 49° 55’ 56,69’’ Nord und 8° 24’ 33,64’’ Ost ist kein Marketing-Gag, sondern Teil eines digitalen Supermarkt-Modells, das maila-push für eine Einzelhandelskette erstellt hat. Diese wollte sich mit der virtuellen Filiale bei einer Gemeinde um einen Standort bewerben, und frischer Fisch war ein Alleinstellungsmerkmal im Sortiment. Deshalb legte die Kette großen Wert darauf, dass der Lachs realistisch dargestellt wurde.
Schnell und ruckelfrei wie in einem Computerspiel kann der Nutzer die Gänge des virtuellen Supermarkts abschreiten und einen genauen Blick auf die Waren werfen. Die Ähnlichkeit mit Computerspielen ist kein Zufall: „Wir kommen aus der Gaming-Branche und waren mit der Modellierung von Stadtmodellen nicht zufrieden“, sagt Jung-Grüttner. Also entwickelte maila-push eine eigene Betrachtungssoftware auf Basis einer Game-Engine, die bei Computerspielen für die flüssige Darstellung dreidimensionaler Umgebungen sorgt.
Seit 1999 hat das Darmstädter Unternehmen nach eigenen Angaben damit mehr als 1500 Projekte mit rund 400 Kunden realisiert. Die meisten von ihnen sind Immobilienmakler, die digitale Modelle ihrer zum Verkauf stehenden Objekte in Auftrag geben. Aber auch Kommunen gehören zur Klientel ...
Neugierig geworden? Der vollständige Artikel erschien in der Print-Ausgabe 12/2009 von Technology Review und steht als kostenpflichtiges pdf im Heise Kiosk zum Download bereit.
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