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Forscher beim IT-Konzern Intel haben ein Fernbedienung für Fernseher entwickelt, das einzelne Familienmitglieder unterscheiden kann.
Eltern haben es nicht leicht, wenn sie das TV-Verhalten ihres Nachwuchses kontrollieren wollen: Zwar besitzen viele Geräte mittlerweile eine Kindersicherung, doch muss diese kompliziert mittels (möglichst schwer zu erratender) Passwort- oder Zahlenkombination aktiviert und später wieder deaktiviert werden. Es dürfte dementsprechend schon genug volljährige Zuschauer gegeben haben, die sich auf diese Art selbst vom "Ab 16"/"Ab 18"-Fernsehgenuss abschnitten – die "Parental Controls" sind einfach zu kompliziert.
Wenn es nach Forschern bei Intel geht, ändert sich das bald. Die Labors des Chipkonzerns haben im Rahmen ihrer "Digital Home Group" (DHG) eine Fernbedienung entwickelt, die den Nutzer anhand eindeutiger Merkmale unterscheiden und das TV-Angebot entsprechend seiner Präferenzen (oder den Vorgaben der Eltern) automatisch einstellen kann. Dabei kommen keine komplizierten Identifizierungsverfahren aus der Bilderkennung oder Biometrie zum Einsatz, sondern relativ einfache Messdaten, deren Sammlung wenig technischen Aufwand erfordert. Die Hauptarbeit erledigen ausgeklügelte Erfassungsalgorithmen.
Zu den benötigten Daten gehören zunächst nur zwei Elemente. Die Art, wie die Fernbedienung spezifisch bewegt wird, lässt sich über einen Beschleunigungssensor messen – ein Bauteil, das in immer mehr Geräten vom Smartphone bis zum Videospiel enthalten ist und nur noch Cent-Beträge kostet. Als Zweites erfasst die Fernbedienung das Bedienungsmuster der Person – wie lange sie Knöpfe drückt, wie abrupt das geschieht und/oder ob bestimmte Tasten für "Fortgeschrittene" gar nicht erst genutzt werden. Aus beiden Informationen wird dann ein Nutzerprofil erstellt, das den Bediener erkennen soll.
Das klappte im Versuch erstaunlich gut: Laut der DHG-Studie erreichten die Forscher eine Genauigkeit von 70 bis 80 Prozent, manchmal lagen sie sogar darüber. Getestet wurde unter Realbedingungen in insgesamt fünf Haushalten mit jeweils zwei bis vier Familienmitgliedern und über mehrere Wochen. Die gesammelten Daten erwiesen sich dabei als erstaunlich fein aufgelöst – so gelang es etwa, zu unterscheiden, ob der Bediener die linke oder rechte Hand benutzte. Angereichert um weitere Werte verbesserte sich die Genauigkeit schnell.
Mariano Phielipp, der das Paper jetzt auf der jüngsten KI-Konferenz der Association for the Advancement of Artificial Intelligence in Atlanta präsentierte, glaubt, dass die Intel-Technik sich nicht nur für Fernseher, sondern auch für Videospiele eignet. So könnte man die ersten Benutzungsschritte bei Xbox und Co. erfassen, um die passende Person dann automatisch bei ihrem Online-Spieledienst anzumelden. Tatsächlich besitzen Geräte wie Nintendos Wii-Konsole oder Sonys PS3 Teile der passenden Sensoren in ihren Controllern bereits heute – es fehlt nur noch die Software. (Microsoft geht mit einer 3D-Kamera einen anderen, noch weitgehenderen Weg zur Erfassung einzelner Spieler.)
Phielipp und seine Kollegen wollen ihr Verfahren nun noch weiter verbessern. Da Intel bereits jetzt mit Herstellern von TV-Geräten und Set-Top-Boxen für Satelliten- oder Internet-Fernsehen zusammenarbeitet, ist es durchaus möglich, dass Ergebnisse der Studie in einigen Jahren auch in Produkten angewendet werden. Genaue Pläne konnten die Intel-Forscher aber noch nicht kommunizieren.
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