Ein T-Shirt wird zur Batterie
02.07.12 – Robert Thielicke
Entwickler der T-Shirt-Batterie: Xiaodong Li von der University of South Carolina (Michael Brown / University of South Carolina)
Ein Ingenieursteam von der University of South Carolina hat eine genial einfache Methode gefunden, um ein einfaches Baumwollhemd aus dem Supermarkt in einen Stromspeicher zu verwandeln.
Die Forscher um Xiaodong Li tauchten den Stoff in eine Fluorid-Lösung. Anschließend trockneten sie ihn bei hoher Temperatur unter Ausschluss von Sauerstoff, damit das Material nicht verbrennt. Am Ende hatten sich die Zellulosefasern der Baumwolle in Aktivkohle verwandelt. Dennoch behielt das Material seine Flexibilität und Bruchfestigkeit. Wie Versuche an kleinen Stücken des neuen Materials zeigten, verhielt sich die ehemalige Baumwolle als Kondensator, konnte also elektrische Ladungen speichern. Mit einem zweiten Trick erhöhten die Forscher die Ladekapazität noch einmal deutlich: Sie umhüllten die Fasern mit Manganoxid, ein sogenannter Superkondensator entstand.
Den Entwicklern zufolge erwies sich die biegsame Batterie als äußerst widerstandsfähig. Selbst nach tausenden Lade-/Entladezyklen büßte sie in Laborversuchen lediglich fünf Prozent ihrer Kapazität ein. Noch allerdings reicht die Leistung nicht, um wirklich tragbare Elektronische Geräte wie Mobiltelefone oder Laptops aufzuladen. Xiaodong Li gibt sich allerdings zuversichtlich. Er ist überzeugt: „Eines Tages können wir flexible Materialien herstellen, die unsere Mobiltelefone aufladen.“
T-Shirts dienen ihm dabei nur als Beispiel, „wie einfach und umweltfreundlichen der Prozess ist“. Das eigentliche Ziel: Stromquellen für mobile Computer, die sich einrollen lassen wie heute Zeitschriften – mitsamt ihrer Batterie.
