Werden die Hochfrequenzwellen unterbrochen – zum Beispiel weil eine Person zwischen Sender und Empfänger geraten ist – registriert dies ein so genannter Gefahrprofil-Controller. Nähert sich der U-Bahn-Zug bereits dem Bahnsteig, wird eine Zwangsbremsung "nach üblichen Normen" eingeleitet (Bremsverzögerung: 1,3 m/s²). Ist der Zug weiter entfernt, fährt er bis kurz vor den Beginn des Bahnsteigs und kommt dort zum Stehen. Parallel dazu wird eine Meldung an die Zentrale Serviceleitstelle der VAG abgesetzt, dort werden die entsprechenden Kamerabilder aufgeschaltet. Dabei steht den Mitarbeitern auch Material zur Verfügung, das in den letzten zehn Sekunden vor dem Ereignis aufgezeichnet wurde. Je nach Lage wird dann Service, Rettungsdienst oder Polizei kontaktiert.
Planmäßig fährt die Bahn bislang im 200-Sekunden-Takt. „Mit Ach und Krach“ funktioniert zu Stoßzeiten auch der 150-Sekunden-Takt – etwa an Weihnachten. Ab dem Jahr 2008 soll in Nürnberg der 100-Sekunden-Takt Realität werden. Das ist auch deshalb möglich, weil die neue U-Bahn mit Kurzzügen fährt – also zwei Waggons statt vier. Die Waggons sind nicht mehr getrennt – aus "psychologischen Gründen" kann man komplett von vorne nach hinten durchlaufen. Da der Fahrzeugstand entfällt, haben die Fahrgäste vorne den „vollen Panoramablick“. Auch auf elektromagnetische Verträglichkeit wurde geachtet. Schmidt: „Die Handys der Fahrgäste müssen einerseits funktionieren und dürfen andererseits den Betrieb nicht stören.“
Wollte man die Nürnberger Linie U3 konventionell betreiben, müsste man 95 Fahrer einstellen. Bei vollautomatischem Betrieb keinen einzigen. Geplant ist, dass in einem zweiten Schritt auch die Linie U2 fahrerlos betrieben wird. Für das betroffene Personal hat die VAG das Berufsbild des "Kunden- und Systembetreuers" eingeführt. So sollen letztendlich den Fahrgästen am Bahnsteig und in den Zügen mehr Ansprechpartner zur Verfügung stehen als bisher. Das Projekt „Rubin“ scheint langsam, aber sicher in die Zielgerade zu rollen. Bis dahin aber warnen Schilder: „Testfahrten! Bitte nicht einsteigen!!!“
Permalink: http://heise.de/-279557