Von den milliardenschweren Konjunkturprogrammen kommt kaum etwas in der Forschung an. Ist das überhaupt schlimm?
Der Staat schmeißt eine Runde! Mehr als 60 Milliarden Euro, zuzüglich diverser Bürgschaften, pumpt die Bundesregierung in die deutsche Wirtschaft. Damit soll die Abwärtsbewegung gebremst werden, die im Zuge der Finanzkrise entstanden ist. Wer hat noch nichts, wer will noch was? Auch Forschungsorganisationen melden, vorsichtig, Wünsche an. Es bestünde die Gefahr, „dass die Konjunkturpakete auf Kosten von Bildung und Forschung finanziert werden“, warnt der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Breit gestreut, sagen die Experten, sollten Konjunkturhilfen eingesetzt werden, und als Maßnahmen, die die Nachfrage kurzfristig anheizen, um die Produktion von Konsum- und Investitionsgütern insgesamt in Schwung zu bringen. Außerdem geht aktuell ein Großteil der Fördermittel an die Länder und Kommunen, damit das Geld auch im Land bleibt. So werden die örtlichen Bauunternehmen mit Aufträgen versorgt. Das klingt nicht gerade nach Innovationspolitik.
Sollten die Konjunkturmilliarden besser in Wissenschaft und Forschung fließen? Natürlich stimmt es, dass die Forschung in Deutschland im internationalen Vergleich unterfinanziert ist und dass die Hochschulen aus allen Nähten platzen. Auch ein anderer Gedanke ist plausibel: Wer heute nicht in Entwicklung und Innovation investiert, kann nicht darauf hoffen, morgen Wachstum zu ernten. Und ausgerechnet jetzt, wo Wachstumskeime durch gezielte Innovationsimpulse dringend erforderlich wären, ist es um die Finanzierung von Forschung, vor allem in den Unternehmen, schlecht bestellt. Kein gutes Zeichen, wenn man bedenkt, dass wir 60 bis 90 Prozent des gesamten Wirtschaftswachstums technologischem Fortschritt verdanken. Öffentliche Finanzierung spielt bei alldem eine große Rolle.
In der Nachkriegszeit sind Erfindungen wie der Düsenjet, Computer, Radar und DDT aus staatlichen Forschungseinrichtungen hervorgegangen; jüngere Beispiele sind das am CERN-Forschungszentrum in der Schweiz entwickelte World Wide Web, die Satellitentechnik sowie Technologien zur Energieversorgung. Nicht zuletzt Deutschlands führende Position auf dem Markt alternativer und regenerativer Energien...
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