Die Aufgabe von Robotern wird gemeinhin darin gesehen, Menschen Arbeit abzunehmen. Paro ist da anders: Er wurde entwickelt, um Menschen Arbeit zu machen. Auch äußerlich unterscheidet sich Paro von seinen Blechkollegen – er hat das schneeweiße Fell, die Stupsnase und die dunklen Kulleraugen eines Robbenbabys.
Die Aufgabe der Roboter-Robbe ist weniger niedlich: Sie soll bei alten Menschen die Einsamkeit mindern. Dank einer Vielzahl von Sensoren unter dem Fell und einer gewissen künstlichen Intelligenz kann sie nicht nur auf Stimmen und Geräusche reagieren, sondern sich auch Namen merken und sogar Ge- fühle wie Überraschung, Wut und Zufriedenheit zum Ausdruck bringen. Auf diese Weise soll Paro Senioren zur Interaktion bewegen. In Japan, dem weltgrößten Robotermarkt, gleichzeitig aber auch dem Land mit der höchsten Lebenserwartung für Frauen, verrichten bereits über 1000 handgefertigte Paros in Altenheimen ihren Dienst als Therapiewerkzeug für Demenzkranke. Sie sollen beim Entspannen helfen und zur Mitarbeit motivieren. Forscher um den Japaner Kazuyoshi Wada konnten mittels EEG-Untersuchungen eine Steigerung der Gehirnaktivität bei sieben Demenzkranken nach der Roboter-Therapie nachweisen. Auch konnten sie bei Probanden, die täglich auf freiwilliger Basis mit Paro spielten, einen Rückgang von Stresshormonen im Urin feststellen.
Solange Paro lediglich ausgestellt wird, wie im April auf der Hannover Messe, reagieren Menschen begeistert: Frauen streichelten ihn ehrfurchtsvoll, Kinder beobachteten das Heben seines Oberkörpers mit offen stehenden Mündern. Doch wenn es dann um den konkreten Einsatz in der Altenpflege.....
Neugierig geworden? Der vollständige Artikel erschien in der Print-Ausgabe 09/2008 von Technology Review und steht als kostenpflichtiges pdf im Heise Kiosk zum Download bereit.
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