Zum Glück für Samsung ähneln sich die Herstellungsmethoden für Plasma- und Feldemissions-Displays, sodass eine bestehende Fertigungsstraße zur Herstellung genutzt werden kann. Somit entfallen die hohen Investitionen für eine neue Fabrik. Fällt jedoch der Preis für Plasmadisplays weiter, dann, so sagt Kim, "werden wir unsere Chance verpassen". Und sogar wenn es Samsung gelänge, die magische Sieben-Dollar- Grenze zu erreichen, sei man gezwungen, den Preis weiter auf etwa fünf US-Dollar zu senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Nanotechnologie kann "eine disruptive Technologie im Displaybereich" sein, sagt Kim. "Aber die konventionellen Methoden können zurückschlagen."
Tatsächlich gab im Juli Samsung SDI, die Display-Sparte des Unternehmens, bekannt, dass sie nächstes Jahr eine neue Standard- Kathodenstrahlröhre mit einem Meter Bildschirmdiagonale vorstellen will, die aber nur rund einen halben Meter Bautiefe aufweist, etwa die Hälfte der heute existierenden Bildröhren. Fernseher mit der neuen "Vixlim"-Röhre werden statt 60 Zentimeter nur noch rund 45 Zentimeter Bautiefe aufweisen. Außerdem wird die Bildqualität besser sein als die von Plasma- oder LC-Displays, und der Preis wird rund ein Drittel niedriger liegen. Gegen Ende 2005 sollen nach Angaben von SDI die neuen Röhren in jedem großen Standard-Fernsehgerät stecken, das von SDI hergestellt wird. Herkömmliche Bildröhren werden, Firmensprecher Lee zufolge, "einen neuen Boom erleben".
Auf die neuen Bildröhren von SDI angesprochen, seufzt Kim theatralisch auf. "Das sind sehr fähige Forscher", sagt er. Falls Feldemissions-Displays einfach nur dünner sind, aber dafür dreimal so teuer wie eine normale Bildröhre, dann wird sie niemand kaufen, gibt er zu. Dennoch glaubt er daran, dass das Unternehmen als Ganzes der Gewinner sein wird. Nach Kims Ansicht werden Feldemissions-Displays am Ende im Wettbewerb bestehen. Doch das Rennen wird viel enger sein, als es uns die Geschichten über erfolgreiche Unternehmen später einmal werden weismachen wollen.
Dieser Text ist der Zeitschriften-Ausgabe 11/2004 von Technology Review entnommen. Der Artikel steht auch als kostenpflichtiges pdf im Heise Kiosk zum Download bereit.
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