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Handel und Finanzdienstleister suchen nach Alternativen zur lästigen Bargeldzahlung. Doch was wird stattdessen das Rennen machen – funkende Kreditkarten oder spendierfreudige Handys?
An der Kasse des „real Future Store“ ziehen die Kunden statt ihres Geldbeutels seit Neuestem oft das Handy aus der Tasche. Dort, im nordrhein-westfälischen Tönisvorst, erprobt die Metro-Gruppe innovative Bezahlverfahren. Seit Ende Mai können alle Kunden unter anderem mit speziellen Mobiltelefonen einkaufen, Bargeld und Karten sind also überflüssig.
Das Metro-Projekt ist Teil eines „War on Cash“, bei dem Handel, Banken und Kreditkartenunternehmen gemeinsam gegen das Bargeld ins Feld ziehen. Jede Partei hat dabei ihre eigenen Gründe, nach Alternativen zu Münzen und Scheinen zu suchen: Für Händler und Banken ist Bargeld teuer, weil es aufwendig geprüft, gezählt und transportiert werden muss. Nach einer Studie der belgischen Zentralbank summiert sich dieser Aufwand in Belgien auf 0,58 Prozent des Bruttoinlandproduktes – vergleichbare Zahlen für Deutschland existieren nicht. Für Kreditkartengesellschaften wiederum ist das Bezahlen von Kleinbeträgen ein gewaltiger, weitgehend unerschlossener Markt. Nach einer McKinsey-Untersuchung wurden 2006 rund 80 Prozent aller Einkäufe im deutschen Einzelhandel mit Cash beglichen.
So unterschiedlich die Motive der Beteiligten auch sind – ein Kürzel eint die Bemühungen im Kampf gegen das Bargeld: NFC. Die drei Buchstaben stehen für „Near Field Communication“, ein Kurzstrecken-Funkverfahren, das Grundlage ist für ein ganzes Bündel neuer Zahlsysteme. Auf NFC basiert beispielsweise das Handy-Payment in Tönisvorst. Das Projekt startete Mitte 2008, als 100 Testkunden mit speziellen Nokia-Handys ausgestattet wurden, in denen NFC-Chips integriert waren. Seit Ende Mai 2009 ist das Verfahren für alle Kunden geöffnet. Entsprechende Geräte mit NFC-Chip gibt es bereits zu kaufen – zum Beispiel das Nokia 6212 classic NFC. Seitdem können Kunden Einkäufe im Wert von maximal 200 Euro mit ihrem Mobiltelefon bezahlen. Dazu müssen sie an der Kasse das Handy an ein Terminal halten, woraufhin auf dem Handy-Display die Option „Mit NFC zahlen“ erscheint. Dann muss der Kunde auf seinem Telefon eine vierstellige PIN eingeben, um den Vorgang zu bestätigen. Der Betrag wird später vom Konto abgebucht.
Auch die Kreditkarten-Gesellschaften setzen bei ihren neuen Zahlverfahren für Kleinbeträge auf NFC. „PayPass“ heißt das Angebot von Mastercard, „payWave“ das von Visa. Beide lassen sich sogar einfacher als NFC-Handys handhaben: Der Kunde muss seine Karte einfach an ein Lesegerät neben der Kasse halten, das Terminal gibt einen Bestätigungston, und schon ist die Ware bezahlt. Unterschrift oder PIN sind nicht mehr nötig. Auch hier wird der Betrag später abgebucht. Das System funktioniert weltweit, ohne dass der Kunde Währungen tauschen muss. NFC wurde 2002 von NXP Semiconductors (der ehemaligen Halbleitersparte von Philips)....
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