(Zusammenfassung aus Technology Review Nr. 10)
Neue bildgebende Verfahren erkennen Krankheiten bereits anhand molekularer Veränderungen in den Zellen. Die Technologie verändert den gängigen Blick in den Körper mittels Röntgenstrahlen oder Kernspintomographie grundlegend. Denn die herkömmlichen Methoden zeigen lediglich anatomische Strukturen wie Geschwulste in der Brust oder Schatten auf der Lunge. Im Gegensatz hierzu bietet molekulare Bildgebung Sicht auf die Zellaktivitäten, die Entzündungen oder Tumorwachstum charakterisieren. Wissenschaftler verknüpfen dazu Signalstoffe chemisch mit Erkennungsmolekülen, die sich hochspezifisch an die gesuchten Zellstrukturen heften. Werden diese in den Körper injiziert, so schwärmen sie zu ihren Zielmolekülen aus, deren Auftreten mit bestimmten Krankheiten in Verbindung steht. Die Signalmoleküle leuchten oder strahlen radioaktiv, sodass der Arzt das Problem mit seinen Messinstrumenten leicht einkreisen kann.
Die Methode ermöglicht sogar eine präzise Differentialdiagnostik, denn Leiden mit ähnlichem Krankheitsbild unterscheiden sich auf molekularer Ebene oft erheblich. In Zukunft könnte molekulare Bildgebung auf jeder Ebene der Gesundheitsfürsorge anzutreffen sein. Außergewöhnlich empfindliche und regelmäßige Untersuchungen könnten frühzeitig Veränderungen signalisieren - beispielsweise das Auftreten eines Proteins melden, das im Zusammenhang mit einer beginnenden Krebserkrankung steht. Molekulare Bildgebung wird zudem über den Krankheitsverlauf informieren und den Behandlungserfolg kontrollieren.
Dieser Text ist der Zeitschriften-Ausgabe 10/2003 von Technology Review entnommen. Der Artikel steht auch als kostenpflichtiges pdf im Heise Kiosk zum Download bereit.
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