20.08.08
Industrie | Innovation

Leichtbau

Von Briant Urstadt

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Leah Culver, Mitbegründer von Pownce

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Wer Günter Mai nach dem Gewicht seines Rennrades fragt, muss mit einer Gegenfrage rechnen: „Bei welchem Luftdruck?“ Das Aufpumpen der 28-Zoll-Reifen mit neun Bar macht immerhin 5,2 Gramm aus. Das ist nach Mais Maßstäben eine ganze Menge – schließlich hat er seinem Rad in monatelanger Arbeit Gramm um Gramm abgerungen, bis die geeichte Hightech-Waage nur noch 3,1945 Kilo anzeigte. Tour-de-France-Räder müssen mindestens 6,8 Kilo wiegen.

Dabei ist Mai weder Fahrrad-Ingenieur noch Radsportprofi, sondern Künstler. Doch als Amateur in Sachen Leichtbau kann er Kompromisslosigkeit gepaart mit einer an Verrücktheit grenzenden Leidenschaft in die Waagschale werfen. „Das hat mit meinem Charakter zu tun – ich versuche immer, das Optimum zu erreichen“, sagt er.

Das ganze Fahrrad ist auf seine 62 Kilo Körpergewicht ausgelegt, die 12-Gang-Schaltung auf sein Revier im Odenwald. Sattelstütze und stringtangagroßer Sattel sind aus einem Stück gefertigt und lassen sich nicht verstellen. Dafür wiegen sie zusammen auch nur 75 Gramm. Als die gekauften Titanspeichen immer wieder brachen, griff Mai auf Stahlspeichen zurück und feilte sie in der Mitte mit einer selbst gebauten Schablone ab. Arbeitsaufwand: mehr als 20 Stunden; Gewichtsersparnis: insgesamt 44 Gramm. Wollte ein Ingenieur mit ähnlicher Konsequenz gegen die Kilos kämpfen, würde ihn der Controller wohl bald zu einem ernsten Gespräch bitten. Als Nächstes würde ihm die Marketingabteilung erklären, worauf es dem Kunden wirklich ankommt. Schließlich würde ihn der Produktionsleiter drängen, ihm doch bitte weniger Kummer zu machen. Gewichtsoptimierer haben einen schweren Stand: Ihre Ziele konkurrieren mit Vorgaben wie Sicherheit, Ausstattung, Haltbarkeit oder Komfort, und ihre Maßnahmen stellen oft den gesamten Produktionsablauf auf den Kopf. Hans-Peter Dahm, Geschäftsführer des auf Gewichtsmanagement spezialisierten Dienstleisters TGM GmbH (siehe TR 9/07), formuliert es so: „Leichtbau ist eine multidimensionale Optimierungsmatrix – was am Ende herauskommt, hängt davon ab, wie alle Beteiligten mitmachen ...

Neugierig geworden? Weiterlesen in der Print-Ausgabe 9/2008 von Technology Review – ab dem 21.8. am Kiosk zu haben. Das Heft kann man aber auch hier online portokostenfrei bestellen.

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