So arbeitet NanoSonic außer mit Lockheed Martin auch mit verschiedenen US-Regierungsorganisationen zusammen. Forschungsgelder kamen unter anderem von der DARPA, der NASA, der Ballistic Missile Defense Organization und der Air Force. Metal Rubber wurde auch einigen Fortune-500-Unternehmen vorgestellt, wobei die NanoSonic hier derzeit keine Namen nennt.
Neben möglichen Anwendungen in Luftfahrt oder Rüstung sieht Lalli für das Material auch Potenzial in biomedizinischen Geräten, künstlichen Muskeln und Displays. Claus denkt an tragbare elektronische Geräte, Prothesen, Spielzeug und vieles andere mehr, wo man ein flexibles Material als leitende Verbindung benötigt.
"Soweit ich weiß, handelt es sich bei Metall Rubber um das erste wirklich leitende dehnbare Plastik", sagt Dr. Roy Kornbluh, leitender Forschungsingenieur bei SRI, der an künstlichen Muskeln arbeitet. Er sieht in seinem Bereich zwei unmittelbare Anwendungsfelder für das neue Material: zum einen leitfähige Abdeckungen, die man für eine bestimmte Art künstlicher Muskeln braucht; zum anderen denkt er an den Bau großer Spiegel, die in der Raumfahrt eingesetzt werden. Da diese Spiegel so groß und leicht wie möglich sein müssen, wäre ein flexibles und gut reflektierendes Material wie Metal Rubber hier eine gute Alternative, sagt Kornbluh.
NanoSonic hat derzeit allerdings noch Probleme, das Material in großen Mengen herzustellen. "Die Herstellung kann schwierig sein", gibt Claus selbst zu. Das Unternehmen braucht immer noch anderthalb Tage, um eines der 12 mal 12 Zoll großen Stücke herzustellen, das es als Proben vorzeigt. NanoSonic will deshalb bald Risikokapital aufnehmen und vielleicht auch an die Börse gehen, um den Prozess mit frischem Geld zu beschleunigen. Claus sagt, dass erste Produkte mit Metal Rubber - seien es Spielzeuge oder medizinisches Gerät - bereits 2006 auf den Markt kommen könnten.
Allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen, dass schon bald so etwas wie ein MP3-Player aus Metal Rubber zu kaufen sein wird. Matthew Nordan, Forschungs-Vizepräsident bei Lux Research, wundert sich zwar nicht, dass NanoSonic "Interesse bei den Lockheed Martins dieser Welt" geweckt habe. Erfahrungsgemäß dauere es wegen der Entwicklungskosten und der konservativen Herangehensweise vieler Großunternehmen aber zwischen 15 und 20 Jahren, bis ein neues Material sich in fertigen Produkten wiederfinde.
"Es reicht nicht aus, sich mit großen Unternehmen zu treffen und ihnen Proben zur Verfügung zu stellen", sagt Nordan, "man muss Verträge schließen und Rechnungen schreiben können".
Von Karen Epper Hoffman; Übersetzung: Ben Schwan.
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