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Gleich eine Handvoll Anbieter arbeitet an Technologien zum drahtlosen Aufladen von Kleingeräten, die allesamt inkompatibel sind. Standards könnten es richten.
Palms neues Smartphone "Pre", das seit kurzem auch in Deutschland verkauft wird, verfügt nicht nur über eine von Kritikern als innovativ bezeichnete neue Bedienoberfläche, sondern bietet auch einige andere technische Entwicklungen, die der Konkurrenz bislang noch fehlen. Besorgt man sich für (in der Tat nicht gerade günstige) 65 Euro den so genannten Touchstone und eine spezielle Rückabdeckung für das Handy, kann man es künftig völlig drahtlos aufladen.
Ein Magnet sorgt in der Ladestation dafür, dass der Pre beim Ablegen richtig sitzt. Strom fließt anschließend vom Touchstone per Induktionsspulen in das Smartphone. Ist der Vorgang abgeschlossen, nimmt man sich das Gerät einfach wieder von der Ladestation, ohne mit fitzeligen Kabeln herumhantieren zu müssen. Beim zweiten neuen Palm-Handy "Pixie", das in einigen Monaten auch nach Europa kommen dürfte, geht das alles noch ein Stückchen einfacher: Da ist die induktive Laderückabdeckung gleich in das Gerät integriert.
Was bei Palm ein nettes Funktions-Goodie ist, soll bald bei immer mehr tragbaren Geräten Standard werden. Doch noch halten sich die Hersteller selbst mit drahtloser Ladetechnik zurück. Stattdessen springt gleich eine Handvoll Start-ups in die Bresche, die ähnlich wie bei der Pre-schen Rückabdeckung Nachrüstsätze für diverse Mobilelektronik-Komponenten verkaufen.
Das amerikanisch-israelische Unternehmen Powermat Ltd. ist bereits aktiv in seinem Heimatmarkt tätig und hat Europafilialen gegründet. Dort werden zwei verschiedene Ladematten angeboten, eine für den portablen, sprich: ausklappbaren, Betrieb, eine andere fürs (Heim-)Büro. Sie kosten einmalig 100 Dollar. Hinzu kommt ein kleines Arsenal an Adaptern für bestehende Geräte: Von der iPhone-Hülle über das iPod-Unterteil bis zum Rückenstück für Nintendos DS-Konsole werden jeweils nochmals 30 bis 40 Dollar fällig. Ergänzend werden außerdem so genannte Spitzen angeboten, die wenig Platz wegnehmen und direkt in den Stromanschluss des jeweiligen Gerätes gesteckt werden. Eine universelle Version für USB-Geräte kostet 30 Dollar. Demnächst sollen außerdem Adapter für Netbooks oder Kameras folgen.
Die Übermittlung der richtigen Stromstärken und Spannungszustände erfolgt ebenfalls induktiv – mittels RFID-Chip, der im Adapter steckt. Ein Magnet sorgt schließlich dafür, dass die Ausrichtung stets stimmt und voller Saft abgerufen werden kann. In dieser Konfiguration soll ein Powermat-versorgtes Gerät genauso schnell (oder langsam) Laden wie ein kabelgebundenes, verspricht die Firma. Der Nutzer muss allerdings darauf achten, dass Adapter und Gerät wirklich zusammenpassen.
So hübsch das von Powermat angebotene Auflade-Repertoire auch sein mag, so wenig kompatibel ist es doch zu anderen Technologien. Powermat-Adapter und Ladematten passen nur zueinander, spielen jedoch nicht mit den Angeboten von Konkurrenten wie Wipower, Imagination oder Green Plug zusammen. Diese drei Firmen haben deshalb nun eine Allianz gegründet, die erstmals Standards beim drahtlosen Laden setzen will.
Dazu hat Green Plug ein Protokoll entwickelt, dass es Stromquellen und tragbaren Geräten erlaubt, ihre jeweiligen Bedürfnisse miteinander zu kommunizieren. Daraus entstanden zunächst universelle Ladegeräte, wie sie in den USA und in Europa von Regierungen gefordert werden. In Verbindung mit Wipower wurde das Ganze um das Element des drahtlosen Ladens ergänzt; Imagination, ein weiterer Hersteller, will wiederum ein entsprechendes Power Management in einem System-on-Chip-Format (SoC) herstellen.
Noch ist unklar, in wie weit sich Green Plug, Imagination und Wipower den anderen Konkurrenten öffnen werden oder es zunächst bei der Dreikonstellation bleibt. Beobachter in dem noch jungen Markt fordern aber schon länger einheitliche Standards.
Dem Sektor droht sonst das Schicksal anderer Drahtlos-Verfahren. So kommt etwa die so genannte Near-Field-Communication (NFC) seit Jahr und Tag nicht vom Fleck, obwohl sie doch längst in jedem Handy eingebaut sein sollte, um beispielsweise drahtlose Bezahlvorgänge zu ermöglichen.
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