TR: Was sind ihre Ziele für den Robocup 2009?
Behnke: Zunächst müssen wir mal sehen, was die Stärken und Schwächen des jetzigen Systems sind und an welchen Stellen wir noch etwas verbessern können. Ich denke, insbesondere die Außenhülle der japanischen Roboter ist deutlich professioneller als unsere.
TR: Wie wirkt sich eine bessere Außenhülle auf das Spiel aus?
Behnke: (lacht) Die wirkt sich insbesondere auf die Wahrnehmung der Roboter durch die Menschen aus.
TR: Das ist Marketing. Was ist mit der Forschung?
Behnke: Beim RoboCup geht es ja nicht nur um Fußball. Ich finde die AtHome-Liga interessant. Das ist eine Liga, in der Roboter in häuslichen Umgebungen nützliche Dinge tun sollen. Dort gibt es viele interessante Forschungsfragen zu klären, wie etwa die Wahrnehmung dieser Umgebung, die Interaktion mit Menschen und die Manipulationen von Objekten.
TR: Wie geht es weiter?
Behnke: Bei den Fußballrobotern stellt das Rennen eine große Herausforderung dar. Dazu brauchen wir elastische Antriebe – eine Aktuatorik, die Energie speichern kann und sehr hohe Spitzenleistungen bietet.
TR: Haben Sie dazu bereits konkrete Ansätze?
Behnke: Dafür ist grundsätzlich eine andere Aktuatorik nötig, die Energie in Federn speichert und auch sehr hohe Spitzenleistungen bietet.
TR: Etwa pneumatische Gelenke?
Behnke: Pneumatische Antriebe hätten die passenden Eigenschaften, aber es ist nicht einfach, die Druckluft mitzuführen und dosiert an die Aktuatoren zu leiten. Aber wir haben schon eine andere Idee: Durch Verdrillen von Seilen wird eine schnelle Drehbewegung, die sich mit Elektromotoren effizient erzeugen lässt, in eine langsame, kräftige Zugbewegung umgewandelt. Die Seile sorgen dabei gleichzeitig für Untersetzung und Elastizität. Antagonistisch angeordnet kann man Position und Steifigkeit eines Scharnier-Gelenks regeln. Wir haben bereits einen Prototyp gebaut und getestet.
TR: Wann werden Roboter Kinder beim Fußball schlagen?
Behnke: Das müsste auf jeden Fall vor 2050 passieren. Aber im Moment spielt mein fast dreijähriger Sohn noch sehr viel besser Fußball als unsere Roboter.
Dieser Text ist der Zeitschriften-Ausgabe 09/2008 von Technology Review entnommen. Der Artikel steht auch als kostenpflichtiges pdf im Heise Kiosk zum Download bereit.
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