Bild: Mobileye
Zwei Neuheiten für Technologie-Enthusiasten im TR-Kurzcheck.
Nachrüstbarer Schutzengel
Die niederländische Firma Mobileye hat ein neuartiges Sicherheitssystem für Autos entwickelt, das als "drittes Auge" des Fahrers dienen soll. Das Kamerasystem namens "C2-170" wird an der Windschutzscheibe angebracht und überwacht laufend das Geschehen vor dem Fahrzeug. Dabei übernimmt er verschiedene Absicherungen, warnt vor zu geringen Abstand gegenüber dem Vordermann, achtet auf das Einhalten der Spur und überprüft die aktuelle Geschwindigkeit. Bei Gefahr macht es sich akkustisch und visuell bemerkbar.
Im Gegensatz zu fest eingebauten Systemen, die mit Ultraschall arbeiten, genügen dem Mobileye-System Kamerabilder, die es über einen Erkennungsalgorithmus laufend in Beziehung zur aktuellen Fahrgeschwindigkeit setzt.
Dadurch lässt es sich auch bei in den Fahrzeugen nachrüsten, denen ein solches Sicherheitssystem bislang fehlt. Werkstätten sollen es in wenigen Stunden einbauen können. Das niederländische Unternehmen arbeitet aber auch mit Herstellern wie Volvo zusammen, bei denen die Technik serienmäßig installiert eingebaut wird. In Deutschland wird das "C2-170" von Kienzle Automotive aus Mülheim an der Ruhr vertrieben.
Produkt: C2-170
Hersteller: Mobileye
Preis: rund 1000 Euro
Handy-Straßengucker
Wem ein professioneller Nachrüstsatz wie der von Mobileye zu teuer ist, kann mittlerweile auch zu Anwendungen für moderne Smartphones greifen, um sich beim Fahren unterstützen zu lassen. "Augmented Driving" vom Anbieter ImaGinyze wird für das iPhone angeboten und kostet schlappe 2 Euro 40. Die Software verspricht eine Echtzeit-Objekterkennung über die Kamera des Handys, Spurwechselüberwachung und Abstandswarnung. Damit das funktioniert, muss sich das System anfangs aber kalibrieren, gute Sichtverhältnisse vorfinden - und das iPhone muss mit seiner Kamera so befestigt sein, dass es die Straße auch komplett wahrnehmen kann.
Dann funktioniert die Billig-Lösung recht gut und gibt unter anderem Geschwindigkeit, Distanz zum Vordermann und Straßenbreite an. GPS wird dafür übrigens nicht benötigt, allein das Kamerabild und entsprechende Algorithmen setzen die Funktionen um. Zuverlässig funktioniert das System nur ab einer Geschwindigkeit von rund 30 km/h.
iPhone-Nutzer bewerten "Augmented Driving" recht unterschiedlich: Bei manchen funktioniert die Software gar nicht, andere halten sie für faszinierend. Professionelle Ergebnisse wie bei Mobileye sind nicht zu erwarten, doch zeigt das Programm, welches Potenzial in aktuellen Smartphones steckt.
Produkt: Augmented Driving
Hersteller: ImaGinyze
Preis: 2,40 Euro
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