Ambient Intelligence ist viel mehr, als sich die meisten vorstellen. Sie können das in so einer Art 3-kreuz-2-Matrix darstellen. Da haben Sie hier Notfallfunktionen, Assistenz – ich kann jemandem genauso helfen, zu kochen, wie etwas zu trinken, und ich habe die Komforfunktion – das ist das, was normalerweise unter Smart House läuft. Und das gibt es alles stationär und mobil. Im stationären Fall haben Sie die Sensorik im Gebäude. Und im mobilen Komfortfall, da kommen die großen Firmen wie Microsoft und Philips ins Spiel. Aber wir haben auch ein Interesse daran. Weil ein 45-Jähriger, der sich daran gewöhnt, hat wahrscheinlich später auch eine geringere Hemschwelle.
Wir haben jetzt die Johns Hopkins University als Partner im medizinischen Bereich gewonnen, das MIT und die Carnegy Mellon University im Computing. Wir haben also ein Netzwerk, von dem man sagen könnte, dass es die ganze Welt abdeckt.
TR: Typischerweise ist es ja so, dass man bei der User-Modellierung relativ leicht eine Genauigkeit von 80 Prozent erreicht. Aber alles, was darüber hinaus geht, erfordert sehr viel Aufwand. Was machen Sie beispielsweise, wenn jemand sein Schläfchen auf dem Sofa macht? Löst das einen Alarm aus?
Dieter Rombach: Sagen wir mal so. Hundertprozentig wird das nicht gehen. Normalerweise fahren Sie solche Systeme im fail safe mode. Das heißt, Sie geben lieber mal eine Warnung zu viel aus. In dem Fall würde also wahrscheinlich, wenn die Person lange liegt, eine Warnung kommen – außer Sie haben wieder einen Sensor integriert, der beispielsweise die Atmung überwacht. Aber es gibt nie Null Risiko. Und gerade bei sicherheitskritischen Anwendungen gucke ich lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Es ist übrigens ganz erstaunlich: In einer Kleinstadt wie Kaiserslautern mit 100.000 Einwohnern haben wir pro Tag eine Person, die in der Wohnung gestürzt ist und gefunden wird. Und über 50 Prozent haben unnötige Schäden, weil sie zu lange gelegen haben. Wir haben uns damit natürlich ein Thema gesucht, das auch sensormäßig leicht zu beherrschen ist. Es gibt sehr viel schwierigere Themen.
TR: Die Kosten für solch eine Überwachung sind aber wahrscheinlich nicht unerheblich?
Dieter Rombach: Die Frage ist, an wen verkauft man das? Verkauft man das an die ältere Person oder an Sie, weil Sie ein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie Ihre Eltern nur dreimal im Jahr sehen. Die Ärzte sagen uns, dass es wahrscheinlich über diesen Weg leichter einführbar ist.
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