Für ein Hologramm aus einer einzelnen Farbe wird nur ein Strahlungsbeugungsmuster berechnet. Um ein vollfarbiges Bild zu erstellen, müssten hingegen drei verschiedene Muster geschaffen werden – für jede Primärfarbe (Rot, Blau, Grün) eines.
Das Videosignal geht dann an den Lichtmodulator, der aus einem Wellenleiter aus Lithiumniobat besteht. Darin sorgt ein piezoelektrisches Material dafür, dass das Signal in Vibrationen konvertiert wird. Durch diese Vibrationen wird wiederum das Licht, dass durch den Wellenleiter wandert, verändert. Die ausgegebenen Lichtwellen bestehen aus verschiedenen Intensitäten und Frequenzen, die sich auf ein Nebelglas projizieren lassen und dort dann die dreidimensionale Szene bilden. Der neuartige Modulator kann das Licht sowohl in vertikaler als auch horizontaler Richtung verteilen. Dadurch lassen sich auch noch einige Spiegel und Linsen einsparen, die die früheren Systeme so schwer machten.
Das Projekt hat das Potenzial, holografische Videos in die Hand des Endkunden zu bringen, meinen Beobachter. "Die Möglichkeiten sind schon sehr schön", meint etwa Harold Garner, Professor für Biochemie und interne Medizin am University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas. Der Mediziner hat selbst ein holografisches System für medizinische Aufnahmen entwickelt: "Ich bin sehr auf eine echte Demonstration der MIT-Kollegen gespannt."
Obwohl seine Expertise bei holografischen Bildern für die Medizin liegt, glaubt Garner, dass die Nutzer bald mehr als nur hohe 2D-Auflösungen von ihren Fernsehern und Computermonitoren verlangen werden. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es eine Nachfrage nach den drei Dimensionen gibt." Das Problem ist allerdings die Bilddiagonale: Es wird noch länger dauern, bis die Forschung HD-Hologramme mit 50 oder gar 60 Zoll erstellen kann, die das US-Publikum im 2D-Bereich zunehmend verlangt. Daher glaubt Garner, dass zunächst kommerzielle Anwender zugreifen würden, denen auch kleinere Displays ausreichen.
Das System der vierten Generation, dass Bove und sein Team bereits planen, soll dann mindestens so große Bilder darstellen können wie ein Desktop-PC-Monitor. Der "Mark III" schafft derzeit ungefähr die Größe eines Rubik-Würfels – bei ordentlicher Auflösung. Außerdem kann das aktuelle System nur Schwarzweiß-Bilder darstellen. "Die nächste Generation arbeitet in Farbe", kündigt Bove an.
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