Chu arbeitet als Direktor des Lawrence Berkeley National Laboratory auf mehreren Gebieten an erneuerbaren Energiequellen, unter anderem an Nanotechnologie für neue Solarzellen und an ergiebigeren und widerstandsfähigeren Pflanzen zur Gewinnung von Zellulose-Ethanol. Aus Mais gewonnenes Ethanol sei nur eine mangelhafte Übergangslösung, sagte der Wissenschaftler mit Verweis auf die momentan massiv subventionierten und mit Hochdruck ausgebauten Ethanolwerke im Agrargürtel der USA. Wissenschaftler an der Universität von Berkeley arbeiten zudem an Enzymen, um die Ausbeute aus Zellulose-Ethanol zu erhöhen.
Ein Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Manhattan-Projekt sei ein geplantes neues Forschungszentrum für Energiequellen der Zukunft in Berkeley, für das Chu gerade die ersten Fördermittel eintreibt. „Los Alamos und das Manhattan-Projekt waren so erfolgreich, weil sie Team-Wissenschaft betrieben und Leute um die 20 in Autoritätspositionen beförderten“, sagte Chu, der einst an den legendären Bell Labs forschte. Dieses unkonventionelle Denken ermutigte in beiden Fällen Experimente und „schnelles Versagen“, das die Forschung nach vorne katapultierte. Der Nobelpreisträger hofft, dass ein multidisziplinäres Energielabor das Gleiche bewirken und den Rückstand der USA in der Energieversorgung von morgen verringern kann.
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