Foto: Manfred Klimek
In diesem Jahr stellte Sony mit seinem "Librié" das erste E-Book vor, das die Versprechen der bisher am Markt durchgefallenen elektronischen Bücher einlösen soll: auf dem Display bauen sich gestochen scharf und kontrastreich Comics, aber auch elektronische Wörterbücher auf.
Möglich wird dies durch elektronische Tinte (E-Ink). Sie besteht aus Gelatinekügelchen, die mit einem Gemisch aus unter anderem Öl, Wasser und schwarzen und weißen Nanopartikeln gefüllt sind. Die weißen Partikel sind positiv, die schwarzen negativ geladen. Legt man eine Spannung an einer solchen Gelatinekapsel an, wandern die schwarzen Partikel zum positiven Teil und die weißen zum negativen Teil. Durch Umpolung des elektrischen Feldes wechseln die Partikel ihre Plätze - aus Richtung des Feldes gesehen, ändert sich die Farbe des Kügelchens von Schwarz nach Weiß oder umgekehrt.
Mit 170 ppi (Pixel per Inch) bietet das Sony Librié eine weitaus höhere Auflösung als die meisten herkömmlichen Notebooks, und der Kontrast ist um 50 Prozent höher als bei einer gedruckten Zeitung. Kleine Abmessungen, geringer Stromverbrauch, hohe Auflösung und starker Kontrast - damit ist eigentlich alles beisammen, was das Papier ablösen könnte. Doch bislang wird das Librié nur in Japan verkauft. Sony hat noch nicht entschieden, ob das digitale Buch auch auf dem europäischen Markt angeboten wird.
Ein anderes Verfahren, das "Electrowetting", wird bei Philips entwickelt. Jedes der 11000 Pixel besteht aus einem schwarzen Öltropfen. Über dem Öl befindet sich Wasser. Legt man eine Spannung zwischen Substrat und Wasser an, zieht sich der Ölfleck so stark zusammen, dass er (fast) Weiß erscheint. Was am Funktionsmodell in Schwarzweiß demonstriert wird, funktioniert im Labor auch schon in Farbe. Farbwechselzeiten von unter zehn Millisekunden machen dieses Display überdies videotauglich.
(Zusammenfassung aus Technology Review Nr. 10/2004; das Heft mit dem vollständigen Artikel können Sie hier bestellen)
Dieser Text ist der Zeitschriften-Ausgabe 10/2004 von Technology Review entnommen. Der Artikel steht auch als kostenpflichtiges pdf im Heise Kiosk zum Download bereit.
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