5. Anfrage: Aspirin Tylenol
Wolfram Alpha: Hier erhielt ich die molekularen Darstellungen von Aspirin und Acetaminophen, dem Wirkstoff von Tylenol [auch als Paracetamol bekannt], sowie haufenweise wissenschaftliche Informationen, die Molekulargewicht, Siedepunkt, Dampfdruck und andere physikalische Parameter der beiden Stoffe gegenüberstellten.
Google: Der erste Treffer erwies sich als nützlich für Nichtchemiker, die unter Kopfschmerzen leiden: eine Wiki-Answers-Seite, die Aufschluss darüber gibt, ob man Aspirin oder Tylenol zusammen nehmen sollte. Andere Links führten zu Informationen über Toxizität, möglichen schädlichen Auswirkungen auf die Nieren und anderem.
6. Anfrage: Stanford Harvard
Wolfram Alpha: In einer Tabelle wurden Daten beider Universitäten gegenübergestellt: Anzahl der Studenten, aufgeschlüsselt nach den Anteilen für Vollzeit oder Teilzeit, Hauptstudium oder abgeschlossenem Master. Dazu die Anzahl von Studenten im Hauptstudium, mit Master oder Doktorgrad und ähnliche Daten. Die Studiengebühr wurde mit 25.000 Dollar angegeben, was nicht richtig ist. Für Harvard wurde keine Gebühr genannt. Zusätzlich, wie bei allen anderen Anfragen, nannte Wolfram Alpha Quellen, mit deren Hilfe sich die Ergebnisse überprüfen ließen.
Google: Hier bekam ich eine Fülle von Links, angefangen mit einem Forum für angehende Studenten, die das passende College suchen, und diversen Nachrichten, die beide Begriffe enthielten.
7. Anfrage: Krebs New York
Wolfram Alpha: Ich hatte eigentlich Krebsstatistiken für New York im Sinn gehabt, aber die Maschine interpretierte „Krebs“ als Sternbild. So erfuhr ich, wo man es im New Yorker Nachthimmel sehen kann und wann es beim nächsten Mal auf- und untergeht. Dazu gab es eine Karte des nächtlichen Sternenhimmels.
Google: Der erste Link führte zum Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York, der zweite zur Krebs-Informationsseite der New Yorker Gesundheitsbehörde. Der dritte Link gehörte zum Krebs-Register des Bundesstaates New York. Nicht schlecht.
Variationen: Die Eingabe eines weiteren Bundesstaates „Krebs New York Nevada“ verwirrte Wolfram Alpha wieder. Bei Google bezogen sich die Top-Ergebnisse auf Nevada: Nachrichten sowie Webauftritte von Rechtsanwälten und medizinischen Krebszentren in Nevada. Jedoch keine Vergleiche zwischen beiden Staaten, keine Daten – lange nicht so nützlich wie die Antwort auf die ursprüngliche Anfrage.
8. Anfrage: Utah Florida Bevölkerung
Wolfram Alpha: In einer Tabelle wurden verschiedene Informationen gegenübergestellt: die Bevölkerung im Jahr 2006, das Bevölkerungswachstum zwischen 2000 und 2006 (inklusive einer Grafik zum Runterladen) und die Zahl der jährlichen Geburten und Todesfälle 2004.
Google: Obwohl Google gerade einen Datendienst gestartet hat, der auf offizielle demografische Daten zugreift, wurde ich nicht dorthin geleitet. Der erste Treffer war eine Pressemitteilungen des US Census Bureau (dem Amt für demographische Datenerhebung), der Links zu Bevölkerungstabellen enthielt.
Variationen: Bei „Utah Bevölkerung“ klappte es mit Googles neuem Dienst. Ich bekam eine einfache Grafik der Bevölkerungsentwicklung des Bundesstaates Utah von 1980 bis heute angezeigt.
„Utah Florida“ brachte Wolfram Alpha dazu, einen ganzen Almanach zu produzieren: Tabellen mit Bevölkerungsdaten, den höchsten Erhebungen und den am tiefsten gelegenen Punkten jedes Bundesstaates, den Jahreszahlen ihrer Beitritte zu den USA, Agrarflächen, durchschnittlichen Haushaltseinkommen, Armutsstatistiken usw. Google lieferte hingegen Zufallstreffer, die beide Wörter enthielten: als ersten eine Karte mit dem Eintrag einer Firma in Lake Mary in Florida, deren Name „Utah“ enthält.
Fazit: Ich habe keine Suchbegriffe genommen, die ganz offensichtlich keine berechenbare Antwort haben und Wolfram Alpha überfordert hätten. Andererseits wollte ich den Schöpfern der Antwortmaschine auch nicht den Gefallen tun und Anfragen aus Physik, Chemie, Ingenieurwesen oder Genomik nehmen. Zu Fragen harter Wissenschaft liefert Wolfram Alpha Tonnen von Symbolen, Grafiken und anderen Informationen, die für Forscher nützlich, für die meisten Menschen aber kryptisch sind. Bei vielen landläufigen Fragen, für die es keine klaren Datenelemente gibt, ist der Dienst nicht so hilfreich. Wie auch immer: Testen Sie es selbst. Nach Plan sollte es in zwei, drei Wochen online gehen.
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