21.11.07
Verkehr | Auto

iPod auf Rädern

Von Gregor Honsel

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Jan-Olaf Willums ist Geschäftsführer eines Unternehmens, dessen Gedeihen von perfekt funktionierenden Stromspeichern abhängt – und nun so etwas: „Ich hatte Probleme mit der Batterie“, entschuldigt er sein verspätetes Erscheinen zum Treffen mit den Journalisten aus Deutschland. Doch zum Glück trat die Panne nicht bei seinem Erstwagen auf, sondern beim guten alten Volvo-Kombi, den er an diesem Morgen wegen des größeren Platzangebots für Reporter samt Fotograf gewählt hatte. „Mit meinem anderen Auto wäre das nicht passiert“, beeilt sich Willums in akzentfreiem Deutsch zu versichern. Dieses andere Auto ist ein Think City aus eigener Produktion – zweisitzig, bunt, plastikbeplankt und angetrieben von nichts als einem Elektromotor.

Mit dem Volvo geht es von Oslo aus über kurvige Landstraßen zum 13000-Einwohner-Örtchen Aurskog. Hier, am Rande der Ortschaft mit Blick auf Wiesen und Wälder, wird der Think hergestellt. Willums hat große Pläne mit dem kleinen Wagen: Er soll Vorreiter einer weltweiten Renaissance von Elektroautos werden. Und der stets entspannt wirkende Willums dürfte wissen, was er tut: Von den sieben Unternehmen, die er gegründet hat, sind zwei an der Börse. Eines davon ist die Renewable Energy Corporation (REC), einer der weltweit größten unabhängigen Produzenten von Solarsilizium.

Seit dem letzten Anlauf des Elektroautos in den neunziger Jahren hat sich einiges getan: Die Batterietechnik hat sich weiterentwickelt und, noch wichtiger, das gesellschaftliche Umfeld. Tatsächlich reist derzeit kaum ein Autokonzern ohne eine Elektrostudie auf Automessen. Meist allerdings handelt es sich dabei um verschiedene Spielarten des Hybrid-Konzeptes, bei dem sich Elektro- und Verbrennungsmotor die Arbeit teilen; reine Elektroantriebe sind noch weitgehend Sache von Nischenherstellern.

Die Zurückhaltung der Großserienhersteller in Sachen Strom ist kein Wunder. Sie haben bereits einmal ihre Elektro-Ambitionen an die Wand gefahren. In seiner Dokumentation „Who Killed the Electric Car?“ erzählt der Filmemacher Chris Paine detailliert davon: Geburtshelfer war Kalifornien, das Autohersteller Anfang der 1990er-Jahre gesetzlich verpflichtete, einen bestimmten Anteil ihrer Flotte als „Zero-Emission-Cars“ anzubieten. Die Hersteller reagierten zweigleisig: Sie entwickelten die geforderten Elektrowagen, brachten aber gleichzeitig ihre Lobbyisten und Anwälte gegen das Gesetz in Stellung. Als es 2003 gekippt wurde, waren die Elektroautos schon längst wieder von den Straßen verschwunden – wegen mangelnder Nachfrage, wie es hieß.

Paine zeichnet ein anderes Bild. Er trägt Indizien dafür zusammen, dass die Autohersteller nie ernsthaft für den Erfolg ihrer E-Autos gekämpft haben: schlechte Werbung, bürokratischer Vertrieb, mangelnde Unterstützung. Der Grund dafür, so Paine: Die Autohersteller gründeten ihre Kampagne gegen die Verordnung auf dem Argument, dass es unmöglich sei, die geforderte Quote zu vernünftigen Preisen herzustellen – funktionierende Fahrzeuge mit zufriedenen Kunden hätten da nur gestört. Nahezu neuwertige Elektroautos, deren Leasingverträge ausgelaufen waren, wurden abgeholt und verschrottet, obwohl ihre Benutzer sie gern unter Verzicht auf jede Gewährleistung gekauft hätten. Denn die waren regelrecht verliebt in ihre Autos und campierten sogar ....

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