• heise online
  • c't Magazin
  • iX Magazin
  • Technology Review
  • Telepolis
  • heise mobil
  • heise Security
  • heise Netze
  • Open Source
  • heise Developer
  • heise Resale
  • heise Foto
  • heise Autos
  • c't-TV
  • Software/Download
  • Stellenangebote
  • Preisvergleich
  • Tarifrechner
  • IT-Markt
  • heisetreff
  • heise Veranstaltungen
  • heise Whitepapers
  • Abo&Heft
  • Archiv
Technology Review
Leben
Infotech
Materie
Umwelt
Verkehr
Energie
Industrie

Blog

05.05.06
Materie

Nanomedizin für alle

Von Niels Boeing

Noch wird hierzulande heftig über die Gesundheitreform und die überbordenden Kosten der Medizintechnik gestritten, doch allmählich zeichnen sich schon die Konturen einer künftigen Nanomedizin ab. Während der Patient heute in teure Maschinen eingebettet wird und an Kabeln und Schläuchen hängt, könnte man eines Tages die Maschinerie in den Patienten einbetten – also maßgeschneiderte Nanopartikel (nicht zu verwechseln mit Nanorobotern), die über direkte Injektionen oder die Blutbahn in erkrankte Organe geschickt werden. Ich sage bewusst Maschinerie, weil die Nanomedizin die konsequenteste Anwendung des mechanistischen Weltbildes auf den Körper ist: Dessen Fehler werden mit molekularer Präzision bekämpft. Ob dieser Ansatz der Natur des Menschen entspricht, sei hier einmal dahingestellt. Die ersten Prototypen von Nanopartikeltherapien zeigen jedenfalls beeindruckende Ergebnisse, und Monat für Monat werden neue Ansätze veröffentlicht.

Spannender finde ich die Frage, wie sich unser Gesundheitssystem verändern könnte, wenn Experten wie Mauro Ferrari von der Nanotech-Initiative des amerikanischen National Cancer Institute Recht haben. Ferrari sagte mir vor einiger Zeit, dass er einen breiteren Einsatz von derartigen Nanotherapien vielleicht noch fünf Jahre entfernt sieht. Und: „Im Jahr 2015 wird jede Krebsart mit speziellen Nanopartikeln bekämpft werden.“

Angenommen, das stimmt. Dann wird die Behandlung gerade von schlimmen Krankheiten wie Krebs deutlich einfacher. Die Diagnose erfolgt stationär mit Hilfe von Nanosensoren auf Biochips in der Arztpraxis, die ungleich genauer und schneller reagieren können als viele heutige Analyseverfahren. Weil eine Nanopartikel-Therapie sehr präzise und gut lokalisierbar ist, werden sich die Nebenwirkungen in Grenzen halten. Auch hier müsste der Patient vielleicht gar nicht mehr ins Krankenhaus.

Man sollte dann annehmen, dass eine derartige Nanomedizin die Kosten des Gesundheitssystems drastisch senken kann. Die Produktion der Diagnose-Nanowerkzeuge und die Präparation von Nanopartikeln sollte, wenn wir den Nanovisionären Glauben schenken, in der Medizintechnik endlich eine ähnliche kontinuierliche Verbilligung auslösen, wie wir sie seit Jahren in der Informationstechnik bei Prozessoren und Speichermedien gewohnt sind.

Eine solche Nanomedizin für alle müsste deshalb eines der großen Ziele jeder Gesundheitsreform sein. Gehört habe ich davon bisher noch nichts. Zwar hat das Bundesforschungsministerium 2004 unter den fünf Nanotech-Leitinnovationen auch eine namens „NanoforLife“ für medizinische Anwendungen gestartet. Die bekommt aber nur ein Sechstel der Förderung von „NanoFab“, bei der es um neue Halbleitertechnologien geht – als ob Rechner und Gadgets nicht schon absurd billig wären. Eigentlich müsste das Verhältnis umgekehrt sein. Oder wird im Gegenteil die Nanomedizin am Ende zu einer Luxusmedizin aufgeblasen, die sich nur Privatpatienten werden leisten können?

Die Möglichkeiten der Nanomedizin sind – etwa neben dem Problem von Toxizitäten – eine von mehreren drängenden Fragen zur Nanotechnik, die öffentlich erörtert werden müssten. Aber eine breite gesellschaftliche Debatte findet immer noch nicht statt. Wollen wir wirklich solange warten, bis in zehn Jahren Kassenpatienten zu hören bekommen, für sie sei nur eine gewöhnliche Chemotherapie drin?

  • Startseite
  • > Technology Review-Artikel-Foren
  • > Nanomedizin für alle
  • Seite
  • 1
  • Neuere
  • Ältere
  • Alles aufklappen
  • Alles zuklappen
  • Neues Thema
  • In Thread-Darstellung zeigen
  • In Eingangsreihenfolge zeigen

Themenräume

  • Leben (130)
  • Infotech (468)
  • Materie (52)
  • Umwelt (85)
  • Verkehr (81)
  • Energie (53)
  • Industrie (133)

Archiv

  • Februar 2010 (7)
  • Januar 2010 (20)
  • Dezember 2009 (22)
  • November 2009 (21)
  • Oktober 2009 (23)
  • September 2009 (20)
  • August 2009 (22)
  • Juli 2009 (23)
  • Juni 2009 (21)
  • Mai 2009 (20)
  • Alle Monate

Blogroll

  • Soft Machines
  • RealClimate
  • Schneier on Security
  • Politech: Politics & technology
  • Science Blog
  • CogNews
  • Kuro5hin
  • Blog
  • Essays
  • Forum
  • Service
  • Archiv
  • Magazin
  • Heft kaufen
  • Leseprobe
  • Abonnieren
  • Mediadaten

RSS-Feed

TR zum Hören

in Zusammenarbeit
mit audible.de

TR International

  • USA
  • Italien

Technologie-Partner

  • Datenschutzhinweis
  • Impressum
  • Kontakt
  • Mediadaten
  • Contentmanagement by InterRed
  • Copyright © 2010 Heise Zeitschriften Verlag
  • International: The H, The H Security, The H Open Source, heise online Polska, heise Security Polska, heise Open Source Polska, heise Networks Polska