Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informationsatome, die sich im Lauf der Zeit zu digitalen Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich der geneigten Leserschaft an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen. Heute: Anatomien und kuriose Körperlichkeiten vom Gehirnpuddingförmchen bis zur Organtätowierung.
Immer kühlen Kopf bewahren – mit Brain Freeze geht das ganz einfach: statt Eiswürfel lassen sich damit jeweils vier kleine Eis-Gehirne erzeugen. Intelligente Drinks sind damit in unmittelbare Reichweite gerückt (Via Likecool).
Für Menschen, denen die herkömliche Dessert-Gestaltung nicht aufregend genug ist, gibt es jetzt die "Zombie Brain"-Puddingform, dazu Rezepte, wie man sich seine eigenen grauen (Gelatine)Zellen, ein wurmzerfressenes Zombie-Gehirn oder einen Denkpudding zubereiten kann (Via Neatorama).
Anatomisch korrekte obduzierte Tiere, und zwar mit viel Liebe zum Detail *gestrickte*, sind bei Crafty Hedgehog in dem virtuellen Selbermach-Universum Etsy zu bestaunen (Via DesignYouTrust).
"Limited Means" heißt eine Serie von Zeichnungen der englischen Malerin Ann-Marie James. Die Bilder sind alle mit einem einzigen blauen Kugelschreiber gezeichnet, der Künstlerin gefällt die Idee der Restriktion. Als Anspielungen auf den Anatomiebuch-Klassiker "Gray's Anatomy" finden sich unter den dargestellten Motiven Knochen und Organe im Stil traditioneller Stiche.
Bemerkenswert sind auch die surrealistischen Anatomiezeichnungen der Kanadierin Heidi Taillefer (Via Street Anatomy).
Bei Agence eureka gibt es Scans aus einem alten "Atlas élémentaire d'anatomie" (um 1900). Das Blog ist, ähnlich wie BibliOdyssey, bekannt für seine vorzüglichen Sammlungen von Bildmaterial.
Spielsachen sind auch nicht mehr, was sie mal waren: mit 120 Zentimeter Größe geht die Figur mit Namen "Dissected Companion Original Fake Black Version" der japanischen Firma KAWS eindeutig über herkömmliche Kinderzimmerdimensionen hinaus (Via Highsnobiety).
Die russische Küstlerin Veronika Fillippova hat ein Puzzle-Spielzeug entworfen, das nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich ist: "Gentoy" ist ein Modell des menschlichen Herzens, in dem jeder Teil des Organs mit einem Buchstaben aus der Kombination der DNS-Aminosäuren, CTAG, gekennzeichnet ist (Via Picocool)
Ein als Typographie-Kunstwerk detailreich ausgeführtes menschliches Herz.
Das englische Künstlerduo Dunne & Raby hat einen teddybärenförmigen Blutplasmabeutel gestaltet.
Was gibt es Besseres zum Studium der menschlichen Anatomie als einen Leichnam, den man in der Jackentasche bei sich tragen kann? Die iPhone-App AnatomyLab von der University of Utah ermöglicht es, einen menschlichen Leichnam auf dem kleinen Smartphone in 40 Schritten zu obduzieren (Via Street Anatomy).
Eine ungewöhnliche Zusammenstellung: 84 Spielereien rund um's Anatomische – von Organ-Tätowierungen über Anatomie-Mode und -Unterwäsche, fiktionale Anatomie hin zu Anatomie-Platztellern und anatomischer Affenkunst (via Trendhunter).
13 Lungen-inspirierte Innovationen, vom Lungen-Anorak über Lungen-Aschenbecher bis zu Lungenprothesen.
Die Skulpturen der Bildhauerin Kate MacDowell zeigen eine Mischung aus menschlicher Anatomie und verschiedenen Naturformen. Ihre Werke sind aus dünnem, durchscheinendem Porzellan, was ihnen eine geisterhafte Qualität vereiht, besonders wenn Licht durch sie hindurchscheint. (Peter Glaser)
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Über den Autor
Peter Glaser, 1957 als Bleistift in Graz geboren, wo die hochwertigen Schriftsteller für den Export hergestellt werden. Lebt als Schreibprogramm in Berlin. Computerinteressiert. Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs.
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