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Betrug mit der Geldkarte - Worauf Verbraucher beim Weihnachtseinkauf achten müssen

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Tatort: Geldautomat

Bei einem Automaten der Deutsche Bank spähen Betrüger mit einem gefälschten Kartenschlitz die Daten der Nutzer aus. Bei der Postbank findet die Polizei ein aufgesetztes Tastaturfeld, das etlichen Kunden zum Verhängnis wird. Auch Sven P. wurde Opfer der Datenspione. Ohne dass er davon etwas ahnt, werden 3 × 1000 Euro abgehoben – an einem Geldautomaten in Holland. Obwohl seine Karte immer in seinem Besitz war. Erst als er selbst Geld ziehen will, wird die Karte gesperrt. Auf seinen Kontoauszügen bemerkt er die ominösen Abbuchungen. P. kann sich die Abbuchung nicht erklären. Schließlich war er zu diesem Zeitpunkt auf einer Dienstreise in Brasilien.

Neue Masche: Datenklau im Laden

Sven P. wendet sich an seine Bank und erstattet zudem Anzeige bei der Polizei. Denn er ist sich sicher, dass ihm Manipulationen am Geldautomaten aufgefallen wären.

Sven P: "Beim Abheben von Bargeld achte ich darauf, dass ich an Automaten gehe, die letztendlich in der Bank sind, da weiß ich dass da eine gewisse Überwachung stattfindet, ich achte darauf, dass zum einen kein Vorsatz auf dem Kartenschlitz vorhanden ist, dass keine weiteren Einbauten hier im gesamten Bereich vorgenommen sind. Also ich würde mich als sicherheitsorientierten Kunden einschätzen."

Doch wenn nicht am Geldautomaten, wie sind die Betrüger dann an seine Daten gekommen? Sven P. könnte Opfer der neusten Masche geworden sein: Datenklau im Laden. Die Tatorte verlagern sich an Tankstellen, Supermarktkassen, Bezahlterminals. Ein Betrug mit System. Es handelt sich um international agierende Täter, vornehmlich aus Südosteuropa. Diese dringen in die Geschäftsräume ein, um dort die Kartenlesegeräte und auch die Geräte an denen die Geheimnummern eingegeben werden, zu manipulieren. Diese Manipulationen sind sowohl vom Handel als auch von den Kunden nicht zu erkennen.

Abbuchung erfolgt im Ausland

Der eingebaute Mikro-Chip überträgt die Pin und die Kartendaten an die Täter. Sekunden später landen diese per Mail oder SMS bei Komplizen im Ausland. Dort werden EC-Karten-Rohlinge gedruckt. Die kann man sich problemlos über das Internet besorgen. Mit der gefälschten Karte und der Pin wird dann im Ausland Geld gezogen. Denn Im Gegensatz zu den meisten deutschen Automaten, die einen Sicherheitscode registieren, erkennen viele ausländische Geräte die Fälschung nicht. Sven P. hat Glück: Er kann beweisen, dass er auf Dienstreise war und dort seine EC-Karte einsetzte. Damit kann er die Abhebungen in Amsterdam unmöglich getätigt haben.

Wenns passiert ist: Pech für den Kunden

Für Kunden, die kein solches Alibi haben, sieht es dagegen schlecht aus. Oft unterstellt die Bank, sie seien mit der Pin unvorsichtig umgegangen. Die Kunden müssen dann das Gegenteil beweisen. Die Verbraucherzentralen halten das für mehr als fragwürdig.

Josephine Holzhäuser, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: "Weil die Methoden eben immer raffinierter werden. Die Banken stellen sich nach wie vor überwiegend auf den Standpunkt, dass ihr System sicher sei, und leider folgt da auch noch die überwiegende Rechtsprechung dieser Auffassung, sodass der Kunde im Moment da oftmals doch auch sehr schlechte Karten hat, seine Ansprüche gegenüber der Bank durchzusetzen."

Nicht immer geht es daher so aus wie im Fall von Sven P. Seine Bank hat ihm die 3000 Euro mittlerweile erstattet. Dennoch beschleicht ihn ein mulmiges Gefühl, wenn er die EC-Karte einsetze. Beim Discounter zahlt P. daher jetzt nur noch mit Bargeld. Schließlich könne er nie wissen, wie die Datenströme in dem Discounter laufen. Er ist sich sicher, dass seine Daten nur dort abgegriffen worden sein konnten.

Einziger Trost für betroffene Kunden: Bei manipulierten Kassenterminals ist die Beweislage meist eindeutiger, als bei Geldautomaten. So wie hier im Baumarkt in Wörth entdeckt, handelt es sich oft um großangelegte Betrügereien, bei denen das Gerät irgendwann auffällt und sichergestellt werden kann. Bislang erstatten die Banken in solchen Fällen den Schaden meist ohne größere Schwierigkeiten.

Autorin: Sabine Harder, SWR-Info-Markt

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