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CeBIT 2010 - Alles wird größer, kleiner, komplizierter und einfacher

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Digitale Nabelschau

Vom 2. bis 6. März ist es wieder einmal soweit: Die CeBIT lädt zum Treffen von Ausstellern, Fachpublikum und IT-Interessierten. Partnerland in diesem Jahr ist Spanien.

"Alarmzeichen" sah der Präsident des Brancherbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, im vergangenen Jahr. Man könne nicht weiter nur die Zahlen schönreden, bezog sich Scheer auf die seit einiger Zeit nachlassende Anziehungskraft der Messe. In Zusammenarbeit mit dem Veranstalter will der Bitkom nun gegensteuern und die fünfundzwanzigste CeBIT wieder in Richtung Erfolg bringen.

Über die verkaufte Ausstellungsfläche oder die Anzahl der Aussteller hat die Messe AG bislang keine Auskunft gegeben. Zu erwarten ist, dass diese für eine Messe wie die CeBIT wichtigen Kenngrößen erneut niedriger ausfallen werden als im vergangenen Jahr. Große Freiflächen werden die Besucher wohl dennoch nicht sehen: Neue Veranstaltungen wie CeBIT Sounds, Connected Living oder die Broadband World belegen große Flächen und sollen beweisen, dass die CeBIT die Trends der digitalen Zukunft erkannt hat.

Mehr Musik!

Die spannendste Erweiterung dürfte sicher die Sounds, eigentlich Sounds!, sein. Nach der Absage der Popkom 2009 soll die Musikbranche zur CeBIT pilgern. Da die Wertschöpfungskette der Musikindustrie inzwischen komplett digitalisiert ist, will die CeBIT dies umfassend und mit Unterstützung zahlreicher namhafter Partner aufgreifen – so die Begründung von Messe-Vorstand Ernst Raue für die neue Veranstaltung. Nun findet in diesem Jahr die Popkom wohl wieder statt. Bislang ist nicht absehbar, welche der beiden Veranstaltungen mehr Aussteller und Besucher anzieht. Henning Wehland, Mitbegründer der CeBIT Sounds und sowohl bei den Söhnen Mannheims als auch bei H-Blockx aktiv, sieht in der Veranstaltung immerhin den Weg aus der Krise der Musikindustrie. Zielgruppe der Veranstaltung in Halle 22 sind etwa große Plattenfirmen und kleine Labels, Künstler, Medien sowie Soft- und Hardware-Produzenten.

Verdrahteter Alltag

Bekannter kommt dem langjährigen CeBIT-Besucher da vielleicht schon die neue Veranstaltung "Connected Living" vor. Dieses Innovationszentrum hat sich das Ziel gesetzt, einen einheitlichen Standard für die Heimvernetzung zu schaffen. In Halle 9 zeigt die Initiative auf 400 Quadratmetern die Wohnung der Zukunft: Küche, Wohnzimmer und Fitnessraum kommunizieren miteinander, sparen Strom- und Heizkosten und helfen dem Bewohner beim Kochen. Einen ähnlichen Versuch hatte die CeBIT bereits 2006 gestartet: Der Themenbereich Digital Living versuchte, das Zusammenwachsen von Computertechnik und Unterhaltungselektronik zu verbraucherfreundlichen Geräten zu beschleunigen – die Veranstaltung verschwand nach zwei Jahren in der Versenkung.

"Destination ITS" nennt die CeBIT einen weiteren neuen Bereich. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich das europäische Kürzel für "Intelligent Transport System and Services". Die Messe fasst hierunter die bisherigen Bereiche Telematik, Navigation, Transport und Logistik sowie Automotive Solutions zusammen. Kernthema ist das Auto der Zukunft; genauer gesagt die Kommunikation des Fahrzeugs mit seiner Umgebung. Darunter fallen auch Fahrerassistenz- und Informationssysteme, Sicherheitssysteme wie das europaweite Notfallprojekt eCall oder Informationen über die Infrastruktur, etwa für Elektrofahrzeuge.

Hoffnung für Landbewohner

In der Broadband World hingegen sieht man zwar teilweise Systeme aus der mobilen Welt, hier geht es aber vor allem um die Beseitigung von weißen Breitbandflecken auf dem Land. Auf mehr als 2000 Quadratmetern in Halle 13 präsentieren sich Unternehmen zum Thema Breitbandversorgung; Unterstützung kommt unter anderem vom Bitkom und dem Bundeswirtschaftsministerium. Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2014 drei Viertel der deutschen Haushalte mit mindestens 50 MBit/s an das weltweite Kommunikationsnetz anbinden.

Nicht für alle!

Obwohl die Messe durch die Zusatzveranstaltungen auch für jüngere Besucher interessant sein könnte, dürfen in diesem Jahr Kinder unter 16 Jahren nur noch am Messesamstag auf das Gelände. Der Sonntag fällt weg, die CeBIT wurde mal wieder um einen Tag verkürzt. Die Mitarbeiter der Aussteller wird's freuen, können sie sich doch immerhin einen Tag erholen, bevor am Montag das Alltagsgeschäft wieder startet.

Weitere Infos zur Messe bieten wir - ständig aktualisiert - in unserem CeBIT-Special .

(Lutz Labs)

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