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Darf’s ein bisschen mehr sein? - Kaufberatung Handys (3Sat)

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Alleskönner

Kaum eine Gerätegattung bietet eine so große Vielfalt an Funktionen wie die der Smartphones. Gut ausgestattete Modelle vereinen Telefon, Organizer, USB-Speicher, Foto- und Videokamera, Musikspieler, Media-Server, Surfpad, Navi und Spielkonsole in einem kompakten Gehäuse und unter einer Oberfläche. Wie bei Desktop- Rechnern bestimmen das Betriebssystem und die verfügbare Software über den reibungslosen Zugang zu der mobilen Hardware und wie gut sich die einzelnen Eigenschaften kombinieren lassen.

Schon bei der Bauform gibt es eine große Auswahl: Wer kleine und handliche Geräte bevorzugt, findet viele Smartphones, die sich optisch kaum von einfachen Handys unterscheiden. Sie eignen sich gut für die Handy-typische Einhand-Bedienung und stören in der Jackentasche kaum. Weiterhin beliebt ist die klassische Riegelform ohne anfällige Mechanik. Einige Modelle besitzen Wähltastaturen zum Ausschieben; Klapphandys – vor einigen Jahren noch die Renner – findet man dagegen so gut wie nicht mehr. Zu den Nachteilen der Kompakt- Klasse gehören die kleinen Displays, die etwa bei der Darstellung von Webseiten, Multimedia- Menüs und Kartenmaterial wenig Übersicht bieten, sowie die umständliche Bedienung und die Texteingabe über mehrfach belegte Wähltasten.

Das Business-Smartphone mit mehr oder weniger kompletter Schreibtastatur im Qwertz-Layout kommt nicht so schnell aus der Mode: Hersteller wie Blackberry und Palm bieten kaum Modelle ohne die praktische Eingabehilfe, die das Schreiben von Mails und Notizen sehr erleichtert. Viele Nutzer ziehen sie wegen der guten mechanischen Rückmeldung selbst größeren virtuellen Touchscreen-Tastaturen vor. Im Trend liegen die großformatigen Touchscreen-Smartphones. Sie gefallen mit intuitiv bedienbaren Oberflächen und viel Anzeigefläche für Web- Browser, Fotoalbum und Videoplayer. Viele Displays sind jedoch empfindlich gegen Kratzer, reagieren auf die leiseste Berührung – eine gut erreichbare, aber nicht allzu leicht auslösbare Eingabesperre ist Pflicht – und verhalten sich je nach Oberfläche und Touchscreen-Technik beim Bedienen nicht immer so, wie man es gerne hätte. Oft starten beim Scrollen durch Menüs ungewollt Anwendungen. Hier hilft vor dem Kauf nur Ausprobieren. Die beste und sicherste Fingerbedienung bietet immer noch Apples iPhone.

Trau schau….

Alle Displays stellen Inhalte bei normalen Lichtverhältnissen hell und kontrastreich dar, wobei die exzellenten OLED-Anzeigen vieler Samsung- und einiger Nokia-Modelle die höchste Qualität liefern. Im Sonnenlicht lassen sich dagegen transflektive LC-Displays dank reflektierendem Hintergrund besonders gut ablesen; die OLED-Technik schwächelt hier deutlich. Ein weiterer Nachteil der beliebten Touchscreen-Modelle ist die geringe Akkulaufzeit. Zwar statten sie die Hersteller mit leistungsfähigen Energiespeichern aus und geben brauchbare Bereitschaftszeiten an, doch verlocken die Geräte zum Spielen, was jeden Akku sehr schnell leert. Auch Kamera, WLAN, GPS und Datenverbindungen per Mobilfunk gehören zu den Stromfressern. Smartphones mit einfachen Displays halten in der Praxis trotz kleinerer Akkus deutlich länger durch.

Sprache und Speicher

Bei den Brot- und Butterfunktionen Telefonie und Kurznachrichten gibt es unter den Smartphones kaum Aussetzer: Nahezu alle liefern ordentliche Sprachqualität beim Telefonieren und brauchbare Freisprecheinrichtungen. Einige wie das HTC Touch Pro 2 taugen sogar für Konferenzen – es reicht, sie mit aktivierter Freisprechfunktion in die Tischmitte zu legen. Für Videotelefonie benötigt man eine Zweitkamera auf der Displayseite, die aber nicht alle Smartphones mitbringen. Wegen der schlechten Bildqualität und den zum Teil immer noch höheren Kosten steht diese Anwendung bei vielen Nutzern jedoch ganz unten auf der Wunschliste.

Manche Modelle wie die Eseries von Nokia sind mit SIP-Clients und Anwendungen für Internettelefonie ausgestattet und liefern über eine WLAN-Verbindung verblüffend gute Sprachqualität. Wer viele Auslandsgespräche führt, kann mit den Geräten einiges an Geld sparen. Für Telefonate über eine Freisprecheinrichtung im Auto ist eine gute Sprachsteuerung sehr nützlich. Viele Hersteller, besonders die koreanischen Firmen LG und Samsung verzichten jedoch darauf. Nokia-Smartphones und das iPhone punkten dagegen mit guten, sprecherunabhängigen Systemen, die ohne vorher aufgenommene Befehle oder Sprachtraining auskommen und Namensansagen sehr zuverlässig erkennen.

Wer auf gute Organizer- Funktionen und deren Abgleich mit Outlook oder Exchange-Servern Wert legt, sollte zu einem Business-Modell wie den Blackberrys, der Eseries von Nokia oder einem Windows-Mobile- Smartphone greifen. Viele der neueren Touchscreen-Modelle, etwa die Android-Geräte oder das Palm Pre, nutzen dafür Webdienste wie die von Google. Hier funktioniert der Abgleich automatisch, doch will nicht jeder seine Daten einem Internetdienst anvertrauen. Manche Hersteller statten ihre Geräte auch mit SyncML-Clients für die zahlreichen Server aus, die diesen Sync-Standard verwenden. Fast alle Smartphones bieten viel Speicher für Dokumente, Bilder, Musik und beliebige andere Daten. Bis auf das iPhone kann man sie per USB-Kabel mit einem PC verbinden, an dem sie sich als USB-Laufwerk anmelden, was das Befüllen und Kopieren sehr einfach macht.

Fast alle Geräte besitzen zudem einen Slot für Speicherkarten, prominente Ausnahmen sind Apples iPhone und das Palm Pre. Als Standard hat sich der microSDHC-Slot durchgesetzt, für den es Karten bis 16 GByte gibt. Auch kommende 32- GByte-Medien – technisch die Grenze für diese Speicherkärtchen – sollten die Smartphones lesen und beschreiben können. Einige Modelle benötigen dazu eventuell ein Firmware-Update.

Internet

Ein wichtiger Punkt bei der Smartphone-Auswahl ist die Art und Weise, wie sich das Gerät mit dem Internet verbindet. Je nach Mobilfunknetz gibt es verschiedene Datendienste: In GSM-Netzen verstehen sich alle Smartphones am Markt auf den EDGE-Dienst EGPRS (Enhanced General Packet Radio Service). Um eine hohe Datenrate zu erzielen, bündelt er mehrere Übertragungskanäle, so sie das Funknetz bereitstellt. Bis auf einige Einsteigergeräte funken die Smartphones auch im UMTS- oder 3G-Netz. Für Daten ist hier der Dienst HSPA (High Speed Packet Access) zuständig. Mit HSPA erreicht man Übertragungsraten, die bei freien Funkzellen und guter Verbindung mit DSL-Zugängen durchaus mithalten können. Von den Angaben muss man jedoch mindestens 20 Prozent abziehen, und selbst diese Datenraten werden nur selten erreicht. Fürs Surfen mit dem Smartphone oder deren Einsatz als Funkmodem am Notebook ist HSPA aber meist schnell genug. Letzteres klappt aber nicht mit allen Modellen. Wahlweise nutzen fast alle Geräte WLANs für den Internetzugang. Manche wählen je nach Verfügbarkeit diese Option automatisch (Android-Geräte, iPhone, Pre), bei Symbian- und Windows-Mobile-Geräten muss man vorher auswählen, ob für die Netzverbindung WLAN oder ein Mobilfunk-Dienst genutzt werden soll.

Unterhaltung

Abgesehen von den Mobilfunk und Internetfunktionen stellen Smartphones zudem viele Multimedia-Anwendungen und meist auch GPS-Navigation bereit. Geräte ohne GPS-Chip gibt es fast nur noch in der Einsteiger-Klasse. Brauchbare Navigationsprogramme werden nur selten mitgeliefert – meist findet man nur Google Maps –, lassen sich bei den Navi-Herstellern jedoch nachkaufen, die ihre Software auch für einige Smartphone- Plattformen anbieten. Zum Fotografieren sind alle Smartphones mit einer Kamera ausgestattet, selbst Business-Geräte sieht man kaum noch ohne. Je nach Anspruch taugen sie für gelegentliche Spaßfotos (einfache 2- oder 3-Megapixel-Modelle) oder Bilder, die auch für Abzüge reichen (Autofokus-Modelle mit 5- oder 8-Megapixeln). Für Schnappschüsse lösen fast alle Handykameras zu langsam aus. Viele Smartphones punkten mit Multimedia-Funktionen als mobile Unterhaltungsmaschinen. Als MP3-Player lassen sich alle einsetzen, für Videos sollte man zu einem Modell mit großem Display und flexiblem Mediaplayer greifen: Hier gefallen Touchscreen-Modelle wie das Samsung i8910 HD – es spielt DivX-Videos und sogar einige HD-Formate ab –, das iPhone oder Windows-Mobile-Smartphones mit passender Playersoftware wie das Toshiba TG01. Für die meisten Geräte findet man eine große Auswahl an weiteren Anwendungen, mit denen sich beispielsweise im Bereich Multimedia weitere Player, Codecs oder Spiele – hier punktet wieder das iPhone – nachrüsten lassen. Die Hardware-Ausstattung sollte man jedoch passend auswählen. Weitere Daten und Informationen zu den einzelnen Geräten im Test und zu kommenden Modellen finden Sie in unserer Handy-Galerie.

(Rudolf Opitz) / (gs)

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