heise Video
Mein heise Video heise Video mobile Website heise Video Newsletter heise Video RSS-Feeds

Der c't magazin Workshop - PC-Kaufberatung: Wieviel Power muss sein? (3SAT)

Video merken

Aufrüsten oder neu Kaufen?

Mein vier Jahre alter PC ist mir allmählich zu lahm, ich brauche mehr Rechenleistung. Mir fällt es aber schwer, mich von den ehemals teuren Komponenten zu trennen – beim Einkauf habe ich immer auf Qualität geachtet und mittlerweile auch Grafikkarte, RAM und Festplatte aufgerüstet. Welche Bauteile kann ich sinnvoll weiternutzen?

Nach unseren Erfahrungen an der c't-Hotline raten wir vom Auf- und Umrüsten eher ab. Neue PC-Bauteile werden üblicherweise nur sehr begrenzt auf Kompatibilität mit Altgeräten hin entwickelt, optimiert oder getestet; beim Aufrüsten treten deshalb umso häufiger Pannen auf, je älter das Basisgerät ist. Zudem sind oft Kompromisse nötig, die neue Risiken nach sich ziehen. Der Kauf komplett neuer Hardware ist zwar teurer und schadet der Umwelt mehr, führt aber meistens zu einem zuverlässigeren PC. Vielleicht findet sich ja noch ein Käufer, der das alte System unverändert so weiternutzt, wie es bisher funktioniert hat.

Prozessoren, Grafikkarten und Festplatten haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Mittlerweile sind andere CPU-Fassungen (AM2/2+/3 und LGA775 statt Sockel 939 und 478), ATA-Schnittstellen (SATA statt Ultra/ATA), Erweiterungskarten (PCI Express statt PCI/AGP), Speichermodule (DDR2 und DDR3 statt DDR), Netzteile (ATX12V 2.x statt ATX/ATX12V) und sogar Lüfter (mit 4- statt 3-Pin-Anschluss) gängig. Wer jetzt noch ein Board mit DDR-RAM, einer AGP-Grafikkarte oder einer IDE-Festplatte aufrüstet, zahlt mehr oder bekommt weniger Performance als bei aktuellen Komponenten – und riskiert zudem, dass diese Investitionen nach einem Ausfall von Mainboard, CPU oder anderer Bauteile verloren sind. Neue Hardware bietet viel Leistung fürs Geld: Schon ein günstiger Athlon X2 4850e oder Pentium Dual-Core E5200 rechnet im besten Fall doppelt so zügig wie ein Pentium 4 mit 3 GHz, moderne Onboard-Grafik ist schneller als viele ältere Grafikkarten der unteren Preisklassen. Für jeweils 50 Euro bekommt man 4 GByte DDR2-RAM und knapp 500 GByte Festplattenkapazität.

Es spricht also vieles dafür, mindestens Mainboard, CPU, Kühler, RAM und Festplatte in einem Rutsch zu tauschen. Einige Boards haben keine IDE-Anschlüsse mehr, eventuell muss man deshalb noch ein DVD-Laufwerk mit SATA-Port kaufen. Gehäuse lassen sich häufig weiternutzen. Ältere Netzteile sind hingegen problematisch: Ihnen fehlen nicht nur die vier zusätzlichen (aber meist verzichtbaren) Anschlüsse des bei ATX12V-2.0-Netzteilen 24-poligen Main-Power-Steckers, sondern auch eine separate Versorgung für PCI-Express-Grafikkarten sowie etwa Stecker für SATA-Laufwerke. Zwischenstecker und Adapter in den Stromleitungen steigern das Ausfallrisiko, außerdem arbeiten viele moderne Netzteile leiser und erreichen einen deutlich höheren Wirkungsgrad – alleine aus diesem Grund lohnt sich ein Netzteil-Austausch allerdings meistens finanziell nicht. Wenn nicht sehr spezielle Gründe vorliegen, sollte man sich von alten SCSI-Geräten verabschieden.

Moderne Mainboards sind für SATA-Laufwerke ausgelegt, mit zusätzlichen (alten) PCIHostadaptern gibt es nicht selten Kompatibilitätsprobleme. Der konventionelle PCI-Bus spielt nur noch eine Nebenrolle und arbeitet bei manchen Boards langsamer beziehungsweise mit größeren Latenzzeiten als früher, weil er über eine Bridge-Logik mit dem (vor vier Jahren eingeführten) PCI Express Root Complex im Chipsatz verbunden ist.

PC Probe hören

Wie kann ich beim PC-Kauf beurteilen, wie laut ein Rechner ist?

Wenn Sie die Geräuschentwicklung eines PC vor dem Kauf im Laden grob selbst beurteilen möchten, müssen Sie seinen Hauptprozessor probeweise einige Minuten lang voll auslasten – dann sollte ein geregelter Lüfter auf dem CPU-Kühler hochdrehen, bei steigender Erwärmung auch der Lüfter im Netzteil. Wenn eine Grafikkarte mit Lüfter im Rechner steckt, sollte man auch 3DLeistung abfordern. Auf Windows-Rechnern kann man ein paar Minuten (annähernde) CPU-Volllast leicht mit dem "Taschenrechner" (calc.exe) erzeugen. Dazu wählt man die wissenschaftliche Ansicht des Rechners, tippt eine große Zahl wie 80 000 ein und lässt deren Fakultät berechnen (Schaltfläche "n!"); eventuelle Hinweise auf die lange Berechnungsdauer darf man ignorieren.

Bei Rechnern mit mehreren Prozessorkernen oder gar CPUs muss man für CPU-Volllast diese Rechenaufgabe einmal pro Kern stellen. Im c't-Labor benutzen wir zur weitgehenden Auslastung des Prozessors die Freeware Core2MaxPerf, bei Mehrkern-Prozessoren mehrfach parallel. Vorsicht: Bei mangelhafter Kühlung kann Core2MaxPerf Prozessoren zerstören! Der 3D-Performance-Benchmark FurMark, der die OpenGL-Schnittstelle verwendet, belastet wiederum die GPU sehr stark. Die Software kann man kostenlos herunterladen.

Leistungsindex gesucht

Ich habe keine Vorstellung, was ein Rechner mit der einen oder anderen Konfiguration leistet. Können Sie mir Benchmarks und dazugehörige Übersichtsseiten nennen, damit ich mir ein Bild machen kann? Oder kann c't nicht gleich einen universellen Leistungsindex entwickeln?

Unter den Windows-Benchmarks ist der SYSmark (siehe c't 16/08, S. 192) des Industriegremiums BAPCo besonders etabliert, bei dem 14 Applikationen teils parallel laufen. SYSmark-Ergebnisse sind auf der BAPCo-Webseite dokumentiert – anhand einer Bewertung für ein ähnlich konfiguriertes System kann man abschätzen, was die gewünschte Konfiguration ungefähr leistet. Für 3D-Spiele gibt es die Benchmark-Serie 3DMark, deren Ergebnisse der Online Result Browser (ORB) auf der Webseite der Firma Futuremark anzeigt.

Weniger abhängig vom Betriebssystem beurteilt der Benchmark SPEC CPU2006 die CPU-Rechenleistung, allerdings mit hoch optimierter Software. Auf der SPEC-Webseite sind zwar vorwiegend Ergebnisse von Server-Prozessoren zu finden, doch auch einige für Desktop-PC-CPUs. Für Büro-Anwendungen sind üblicherweise die Integer-(Ganzzahl-)Ergebnisse am wichtigsten, manche Applikationen profitieren stärker von hoher Gleitkomma-Performance (Floating Point). Die sogenannten Rate-Ergebnisse bewerten den "Durchsatz", zeigen also ungefähr, was alle Kerne eines Multi-Core-Prozessors gemeinsam schaffen. In c't finden Sie etwa einmal jährlich eine Übersicht über jeweils aktuelle Prozessoren mit vielen Benchmarks, zuletzt in c't 7/09, S. 142.

Ein universeller Leistungsindex wäre sinnlos: Einerseits gibt es keinen Mangel an PC-Benchmarks – ein zusätzlicher c't-Index würde eher die Verwirrung steigern, statt mehr Klarheit zu bringen. Andererseits lassen sich nicht alle Systeme sinnvoll mit demselben Software-Maßstab messen: Benchmarks müssen ab und zu erneuert werden, um bestimmte technische Neuerungen überhaupt nutzen zu können. (Christof Windeck, Benjamin Benz) / (gs)

Mehr zu:

Im Themenforum Prüfstand diskutieren.

mehr ausklappen weniger einklappen

Videos dieser Serie (9)

  • Vorsicht Kunde! - Die unscharfe Kamera von Medion

    Wolfgang D. ist Hobbyfotograf. Im Herbst letzten Jahres schafft er sich eine nagelneue Digitalkamera der Firma Medion an. Wolfgang freut sich besonders auf die Bildqualität, immerhin löst die neue...

  • Probleme mit der Technik? - Schnurer hilft! Neuinstallation nach Rechnerkauf

    "Eigentlich sollte es jetzt funktionieren!" - Das ist wohl die beliebteste Redewendung im Computeralltag. Leider funktioniert es dann all zu häufig nicht. Und nun ist guter Rat teuer. Wenn Sie...

  • Digitale Spiegelreflexkameras - Die Königsklasse im Preisrutsch

    Wer als ambitionierter Fotograf etwas auf sich hält, muss eine digitale Spiegelreflexkamera besitzen. Das war bis kurzem noch ein kostspieliges Unterfangen, denn die edlen Fotoapparate kosteten weit...

  • News - Aktuelles aus der Sendung 30. Mai 2009

    Gefälschte BKA-Mails - Handy-Notruf nur noch mit SIM - Super-Rechner gestartet - Zu schnell gezwitschert - Intelligent gegen den Stau - Der Weltraum im Netz -

  • Der c't magazin Workshop - PC-Kaufberatung: Wieviel Power muss sein? (3SAT)

    Moderne Computer haben häufig ein Problem: Sie sind zu schnell. Und damit manifestiert sich gleich das zweite Problem: Sie sind zu laut und sie schlucken zu viel Energie. Das c't magazin zeigt,...

  • Kostenfalle statt Kostenkontrolle - Wie man mit Prepaid-Handys kräftig draufzahlt (3SAT)

    Prepaid-Karten werden gerne mit den Slogans "Keine Vertragsbindung" und "Bessere Kostenkontrolle" verkauft. Doch wer das Kleingedruckte liest wird schnell feststellen, dass hier viel Raum für...

  • Top oder Flop? - Schnurer’s Einkaufstour (3SAT)

    Auch in dieser Woche hat sich c't magazin-Experte Georg Schnurer wieder einmal in den Entwicklungslabors umgeschaut und präsentiert die neuesten technischen Errungenschaften. Viele Neuerscheinungen...

  • Was ist eigentlich? - Das c't magazin Computer ABC - Patch Day

    Wissen Sie, warum man sich dringend an das Internet-Protokoll halten sollte, obwohl das ganze erhebliche Schwächen hat? Hätten Sie geahnt, dass auf einer LAN-Party mitunter richtig gearbeitet wird...

  • Virtuelles Wettrüsten - Was taugen die neuen Virenschutzprogramme

    Es ist erschreckend, wie viel Raffinesse Programmierer von Computerviren in ihre Schadprogramme stecken. Die digitalen Schädlinge verändern sich ständig, agieren gut versteckt im Hintergrund und...

Anzeige

Das war c't TV – das komplette Archiv