heise Video
Mein heise Video
Suche

Die Rennzwerge kommen - Der große Mininotebook-Test

Video merken

Sie sind so groß wie nötig, um ergonomisches Arbeiten zu ermöglichen, und so klein wie möglich, ohne übermäßig gedrosselte Hardware zu beherbergen: Notebooks mit 13,3-Zoll-Display. Wer seinen Rechner oft mit sich herumträgt, aber auch häufig daran arbeitet, liegt bei dieser Kategorie richtig. Einige Hersteller schaffen es sogar, bei gleichem Gewicht ein 14-Zoll-Display einzubauen. Wo liegen die Schwachstellen dieser immer beliebteren Klasse?

Viele Anwendungen profitieren von kräftigen Prozessoren, geräumigen Displays, viel Speicher oder schnellen Festplatten, sodass man auch unterwegs nicht darauf verzichten möchte. In 15,4-Zoll-Notebooks lässt sich das alles problemlos verstauen, doch erweisen sie sich als sperrige und mit mindestens 2,5, eher 3 Kilogramm nicht allzu leichte Begleiter.

Die Subnotebooks mit 10- oder 12-Zoll-Displays wiegen meist unter 1,5 Kilogramm, haben aber zu wenig Platz, um die schnelle Hardware samt Kühlsystemen unterzubringen, sodass leistungsärmere Komponenten zum Einsatz kommen. Für langes Arbeiten sind aber auch Display und Tastatur zu klein.

Einen erstaunlichen Mehrgewinn an Ergonomie bieten die 13,3-Zoll-Notebooks, auch weil eine Tastatur mit 19 mm großen Tasten – wie von externen Tastaturen gewohnt – vor ihr Display passt. Die weiteren Eckdaten der 13-Zoll-Klasse: um zwei Kilogramm Gewicht, ausreichend Schnittstellen, eine Grundfläche etwas größer als eine DIN-A4-Seite und kaum abgespeckte Hardware, außer bei den besonders leichten Geräten. Zudem haben wir 14-Zoll-Notebooks mit in den Test aufgenommen, die leichter als die schwersten 13,3-Zöller sind.

Testfeld

Damit landeten acht Notebooks auf dem Prüfstand, die sechs 13,3-Zöller Apple MacBook, Dell Latitude E4300, Lenovo ThinkPad SL300, Samsung Q310 und X360 und Toshiba Portégé M800 sowie die beiden 14-Zöller Fujitsu Siemens Lifebook S7220 und Panasonic CF-F8.

Genauso viele interessante Notebooks dieser Klasse haben wir in den vorigen Heften getestet: Apple MacBook Air, Dell Latitude E6400, Dell Vostro 1310 und Dell XPS M1330, Fujitsu Siemens Lifebook S6410, Lenovo ThinkPad X300, LG Electronics P300 und Sony Vaio VGN-Z.

Einige laut Datenblatt ausreichend leichte 14-Zöller wogen dann doch zu viel, darunter das HP Elitebook 6930p. Zwei gewichtsmäßig spannende 14er waren zum Testzeitpunkt noch nicht erhältlich: Das Samsung X460 und das Toshiba Tecra R10 sollen knapp unter zwei Kilogramm wiegen. Spannend wäre auch der 13,3-Zöller Fujitsu Siemens Amilo Sa 3650 mit externer Grafikkarte gewesen, doch er war nicht lieferbar. 12-Zöller haben wir von diesem Test komplett ausgenommen, auch wenn einige wie das Lenovo ThinkPad X200 ebenfalls mit kaum abgespeckter Hardware erhältlich sind.

Rennzwerge

Einige Entwicklungen begünstigen die immer stärkeren Kompakt-Notebooks, darunter Intels letztens vorgestellte 25-Watt-Versionen des Zweikernprozessors Core 2 Duo mit "P" in der Modellnummer. Vorher haben die Prozessoren entweder ein auf 35 Watt ausgelegtes Kühlsystem benötigt (T-Klasse) oder waren als Stromspar-Version auf weit unter 2 GHz Taktrate beschränkt (L- und U-Klasse). Die 25-Watt-Prozessoren sind nun mit bis zu 2,53 GHz erhältlich, was bis vor kurzem sogar die Obergrenze der 35-Wattler war (mittlerweile erreichen sie 2,8 GHz). Zudem hat Intel eine platzsparende Variante zum Auflösen herausgebracht, die im Testfeld Dell und Panasonic einbauen.

Das Fujitsu Siemens Lifebook S7220 ist mit T- oder P-Prozessor erhältlich und als einziges im Test auch mit dem 2,8 GHz schnellen Spitzenreiter T9600. Der schnellste P-Prozessor, der P9500 (2,53 GHz, 6 MByte L2-Cache), steht derzeit zwar für keinen Testkandidaten zur Wahl, aber Versionen mit 6 MByte L2-Cache bekommt man im Dell Latitude (bis 2,4 GHz) und im Panasonic CF-F8 (2,26 GHz). Die 3-MByte-Versionen mit 2,26 oder 2,4 GHz stehen für das Apple MacBook, das Samsung Q310 und das Toshiba Portégé zur Wahl.

Nur im äußerst dünnen und leichten Samsung X360 kommt eine der klassischen Stromspar-Varianten mit nur 1,2 GHz Taktrate zum Einsatz, sodass es das langsamste Notebook im Test ist, was sich bei anspruchsvollen Anwendungen auch bemerkbar macht.

Aktuelle Festplatten erreichen eine Geschwindigkeit, für die man vor kurzem noch eine Desktop-Platte oder ein RAID aus zwei Notebook-Platten benötigte. Über 60 MByte/s transferieren die Platten im Dell Latitude, Panasonic CF-F8 und Samsung Q30, ähnlich schnelle Platten sind alternativ fürs Apple MacBook und Fujitsu Siemens Lifebook S7220 erhältlich. Lediglich Lenovo hat eine mit 45 MByte/s unzeitgemäß lahme Platte eingesetzt. Schlusslicht ist allerdings abermals das Samsung X360. Die noch recht neuen Notebook-Platten mit 500 GByte Kapazität und 9,5 mm Bauhöhe bietet keiner der Hersteller als Option an, selbst 320-GByte-Platten sind nicht für alle Notebooks lieferbar. Apple und Dell bauen alternativ eine Solid State Disk (SSD) ein, auch das Samsung X360 soll in Zukunft damit erhältlich sein. Die üblichen SSDs arbeiten etwas langsamer als 2,5-Zoll-Festplatten, doch die schwer zu bekommenden High-Performance-Exemplare von Intel (optional bei Dell erhältlich) hängen dann sogar Desktop-Platten deutlich ab.

Die optischen Laufwerke können DVDs brennen, die meisten auch DVD-RAMs. Blu-ray-fähig ist keines der Notebooks, das schafft in dieser Geräteklasse nur das Sony VGN-Z. Das Samsung X360 hat kein optisches Laufwerk.

Sechs der Notebooks nutzen Intels aktuelle Chipsatzgrafik GMA 4500MHD. Sie eignet sich uneingeschränkt für Büroanwendungen, Bildbearbeitung und Videoschnitt, bringt aber bestenfalls ältere 3D-Spiele mit abgeschalteten Details auf Trab. Besser gefallen der Grafikchip im Samsung Q310 und die Chipsatzgrafik im Apple MacBook, beide von Nvidia, etwa zwei- bis dreimal so schnell wie die Intel-Grafik und damit in der Lage, ältere Spiele mit und neuere ohne Details mit halbwegs akzeptablen Frameraten darzustellen. Doch auch sie zählen noch zur 3D-Einstiegsklasse – wer Mittelklasse-Performance möchte, greift zum LG Electronics P300.

Intels WLAN-Modul 5100 hat nur zwei Antennen und liefert daher unter schwierigen Bedingungen eine schlechtere Übertragungsrate als das 5300 oder auch das Broadcom-Modul im Apple MacBook. Die Wahl zwischen mehreren WLAN-Modulen bietet nur Dell.

Bis auf das Panasonic CF-F8 haben alle Notebooks einen digitalen Displayausgang am Gerät oder an der Docking-Station. Per HDMI und DVI lassen sich maximal 24-Zoll-Displays anschließen. Alleine das Dell E4300 hat an der Docking-Station einen Displayport-Anschluss für 30-Zöller. Keine der VGA-Buchsen liefert ein wirklich gutes Signal.

Ergonomie

Trotz der hohen Leistungsfähigkeit arbeiteten alle Notebooks im Normalbetrieb nahezu geräuschlos. Beim Dell Latitude E4300 hört man die Festplatte klackern, bei Lenovo und Panasonic springen die Lüfter ab und zu mit leisem Rauschen an. Lediglich das Fujitsu Siemens Lifebook S7220 pustet auch bei geringer Last häufig etwas lauter. Unter Volllast macht sich das Apple MacBook am deutlichsten mit unzeitgemäßen 2 Sone bemerkbar, aber auch der Lüfter des Fujitsu Siemens S7220 und Panasonic CF-F8 lassen sich nicht ignorieren. Kaum hörbar bleiben das Lenovo SL300 und die beiden Samsung-Geräte.

Helle und matte Displays gibts bei Dell, Lenovo und Panasonic; etwas dunkler ist das von Fujitsu Siemens. Die übrigen vier spiegeln, was das Einsatzgebiet der Geräte auf düstere Plätze einschränkt oder auf solche, wo der Anwender Kontrolle über das Umgebungslicht hat. Die Displays erreichen zwar alle sehr hohe Helligkeiten, aber damit überstrahlen sie die Reflexionen nur, wenn sie etwas Helles anzeigen. Auf dunklen Stellen – Spiele, Fotos, Filme – entstehen weiterhin Spiegelbilder. Besonders gleichmäßig sind die beiden Samsung-Panels ausgeleuchtet, hingegen zeigt das im Apple MacBook sichtbare Helligkeitsschwankungen. Mit herausragend kräftigen Farben oder breiten Blickwinkelbereichen kann keiner punkten. Leicht feuriger wirkt das Lenovo-Panel, etwas blässlich die von Dell und Toshiba.

Alle Notebooks erreichen überdurchschnittliche Laufzeiten, gleich vier Geräte knacken die 5-Stunden-Grenze: Apple Mac-Book, Lenovo ThinkPad, Panasonic CF-F8 und – mit über acht Stunden der Spitzenreiter – Samsung X360. Dells E4300 lässt sich mit Hochkapazitäts- und Unterschnallakku auf fast siebzehn Stunden Laufzeit bringen, wiegt dann aber zweieinhalb Kilogramm. Die längste Zeit mit einem DVD-Video schafft das Panasonic CF-F8: über fünf Stunden. Aber auch alle anderen halten einen Film in Überlänge durch.

Die Beschreibung aller getesteten Notebooks finden Sie in der Printausgabe 2/09 des c't magazins im Artikel "Kompakte Kraftprotze, Leistungsstarke und ergonomische Notebooks der 13-Zoll-Klasse" von Jörg Wirtgen ab Seite 110. Den Beitrag erhalten Sie auch im c't Kiosk als PDF-Datei. Hier nun die Beschreibungen der in der Sendnung vorgestellten Geräte:

Dell Latitude E4300

Mit 1,7 Kilogramm Gewicht und maximal 2,4 GHz Prozessortakt gehört das Latitude E4300 zu den schnellsten Leichtgewichten unter den 13,3-Zöllern, auch ist es eines der flachsten und kleinsten. Dell lässt dem Anwender wie bei fast allen Modellen große Freiheiten bei der Konfiguration, beispielsweise stehen nicht nur Platten verschiedener Kapazität zur Auswahl, sondern auch mit 5400 oder 7200 U/min, mit Sturzsensor oder mit Verschlüsselung. Für etwa 480 Euro bekommt man eine 64 GByte große SSD, für 790 Euro eine gleich große "Ultra Performance"-SSD, für 910 Euro eine mit 128 GByte. Als Betriebssystem kann man zwischen Windows XP und den verschiedenen Vista-Versionen in 32 und 64 Bit wählen.

Wie die meisten aktuellen Latitude-Modelle ist das E4300 in den drei Gehäusefarben Schwarz, Rot und Blau erhältlich, allerdings sind nicht immer alle Kombinationen aus Prozessortakt und Farbe lieferbar – warum auch immer Dell gerade diese beiden Eigenschaften zusammenfasst. Ein UMTS-Modem (HSDPA mit 7,2 und HSUPA mit 2 MBit/s, GPS) lässt sich einbauen, war aber bei Redaktionsschluss im Online-System nicht verfügbar.

Für 55 Euro Aufpreis baut Dell eine Tastatur mit zuschaltbarer Beleuchtung ein. Sie hat einen recht flachen Hub und klingt etwas klapprig. Die glatten Tastenoberflächen wirken schnell schmierig. Ungewöhnlich: Die Windows-Menü-Taste fehlt. Der Trackpoint lässt sich nicht so präzise bedienen wie von älteren Latitude-Modellen oder anderen Notebooks gewohnt, weil er einen dünnen Gummirand hat, von dem der Zeigefinger leicht abrutscht. Mit der mittleren der oberen Touchpad-Tasten aktiviert man in Verbindung mit dem Trackpoint einen praktischen Scroll-Modus.

Im Testmodell steckte der Hochkapazitätsakku für 24 Euro Aufpreis. Er ragt hinten heraus und sorgt für eine hohe Laufzeit von über sechs Stunden – Messwerte und Preise in der Tabelle beziehen sich auf diesen Akku. Der etwa 150 Gramm leichtere Standardakku dürfte rund dreieinhalb Stunden halten, mit die kürzeste Laufzeit im Testfeld. Ein 84 Wh starker, unter das Gerät klemmbarer Zweitakku hebt die Laufzeit auf rechnerisch über 13 Stunden mit dem Standard- und fast 17 Stunden mit dem Hochkapazitätsakku – diese bemerkenswerte Freiheit bezahlt man mit 2,5 Kilogramm Gesamtgewicht und 240 Euro Aufpreis. Alternativ nimmt man das Netzteil mit, das bei der gesamten E-Serie äußerst dünn und leicht ausgefallen ist. Der Lüfter sprang erst unter hoher Last an, aber fast ständig klackert die Festplatte vor sich hin – die harmlose thermische Rekalibrierung nervt im ruhigen Umfeld mehr als Lüfterrauschen. Die Lautsprecher klingen dumpf und erreichen nur eine mittlere Lautstärke.

Im voreingestellten Energiemodus "Empfehlung von Dell" war der Prozessor im Akkubetrieb unveränderlich auf 1,6 GHz gedrosselt. Mit "Höchstleistung" erreichte er dann seinen vollen Takt. Dell baut Intels SP-Varianten ein, die ungesockelt auf die Platine gelötet werden und mit 2,26 und 2,4 GHz erhältlich sind. Sie haben 6 MByte L2-Cache, während die gesockelten P-Varianten bis auf den teuren Spitzenreiter P9500 mit 3 MByte vorliebnehmen müssen.

An der Docking-Station findet man neben den üblichen Anschlüssen gleich je zwei DVI- und DisplayPort-Buchsen, von denen immerhin zwei gleichzeitig aktiv sein können. Damit gehört das E4300 zu den wenigen Notebooks, an die man zwei Displays digital anschließen kann.

Der Online-Shop bietet fast immer irgendein Sonderangebot, zum Redaktionsschluss war das ein Rabatt von fast 200 Euro, der beim Preis in der Tabelle allerdings nicht berücksichtigt ist. Dell aktualisiert Preise und Verfügbarkeit ständig, sodass die hier angegebenen Preise jetzt möglicherweise nicht mehr stimmen. Die Latitude-Serie findet man nicht bei den Angeboten für Privatkäufer, aber auch die können Latitudes (wie auch Vostros und Precisions) kaufen, wenn sie einfach später bei der Bestellung keinen Firmennamen angeben.

Lenovo ThinkPad SL300

Vormals musste man die günstigen Modelle aus Lenovos (und IBMs) ThinkPad-R- und -T-Serien am angehängten "e" oder "r" identifizieren, die normalen Modelle hatten kein Anhängsel, die teuren Workstations ein "w". Diese etwas mühselige Unterscheidung vereinfacht Lenovo nun, indem die Anhängsel zugunsten neuer Serien verschwinden: W für die Workstations und SL für die Günstigen.

Tatsächlich ist das getestete SL300 mit einem Listenpreis von 889 Euro das günstigste Modell im Test, der Straßenpreis liegt sogar unter 700 Euro – und das inklusive schnellem UMTS-Modem und stoßgeschützter Festplatte. Ohne UMTS kostet es 20 Euro weniger. Für etwa 100 Euro Aufpreis gibt es eine Modellvariante mit 2-GHz-Prozessor und 250-GByte-Platte, die dann deutlich schneller sein dürfte als die lahme 160er im Testgerät. Zudem ist eine Variante mit 2,26-GHz-Prozessor erhältlich.

Auf einige Merkmale der ThinkPad-Serie muss der Anwender verzichten, so fehlen Tastaturbeleuchtung und Docking-Anschluss, und die Zubehörliste führt derzeit nur einen unwesentlich stärkeren alternativen, aber keinen echten Hochkapazitätsakku. Die Garantie fällt mit einem Jahr arg knauserig aus, sie lässt sich für 180 Euro auf drei Jahre erweitern, für 250 Euro zusätzlich um einen Vor-Ort-Service.

Die Tastatur hat den gewohnt angenehmen Anschlag, auch der Trackpoint ermöglicht eine präzise Steuerung des Mauszeigers. Das Display spiegelt stark, zeigt aber ordentliche Farben. Es erreicht eine hohe Helligkeit, wobei die Regelung grob ist: Zwischen 100 cd/m2 und dem Maximum von 300 cd/m2 liegen nur zwei Stufen.

Der Lüfter läuft fast ständig, seine 0,3 Sone stören aber nur in ruhigen Umgebungen. Unter hoher Last wird er nicht lauter. Im Akkubetrieb war der Prozessor zeitweise auf 1,2 GHz gedrosselt. Schaltet man das Energieschema von "Energy Star" auf "Höchstleistung", erreicht das SL300 auch dann seine volle Geschwindigkeit.

Einige Schnittstellen kann man aufgrund der abgeschrägten Gehäusekanten nur mühselig erreichen. Die Lautsprecher erzeugen einen kräftigen, angenehmen Klang mit Ansätzen von Bässen. Der i-Punkt des ThinkPad-Logos auf dem Deckel besteht aus einer roten LED, die bei eingeschaltetem Notebook leuchtet und im Standby-Modus blinkt. Die Funkmodule (UMTS, WLAN und Bluetooth) lassen sich mit Fn-F5 einzeln aktivieren und mit einem Schalter an der Vorderseite gemeinsam ausschalten.

Panasonic Toughbook CF-F8

Schon der versenkbare Griff an der Vorderseite macht deutlich, dass man mit dem Panasonic Toughbook CF-F8 anders umgehen kann als mit anderen Notebooks. Hier trägt man kein Lifestyle-Designobjekt, das geputzt und gestreichelt werden will oder bei dem ein Tuch zwischen Tastatur und Display gehört, um hässliche Abdrücke zu vermeiden. Wie ein gutes Werkzeug behindert es einen nicht bei der Arbeit, sondern steht möglichst unauffällig zwischen Idee und Realisierung. Fällt es runter, hebt man es halt wieder auf. Kippt man Kaffee um, kann man sich getrost um verbrühte Finger oder Oberschenkel kümmern und das Notebook ignorieren. Stößt man beim Transport versehentlich an einen Tisch, bekommt dieser halt eine Macke, oder auch das Toughbook, egal. Mit fast 2500 Euro hat diese Sorglosigkeit aber auch ihren Preis.

So robust wie die fully-ruggedized genannten Notebooks ist das CF-F8 nicht – im harten Outdoor-, Industrie- oder Militäreinsatz kann man es in wenigen Minuten zerstören –, aber im Büroalltag fordert es keine besondere Rücksichtnahme oder Pflege ein. Das Gewicht bändigt Panasonic dabei beeindruckend: Mit 1,7 Kilogramm ist es der mit Abstand leichteste 14-Zöller und lässt sogar viele 13,3-Zöller hinter sich. Es hat allerdings ein klobiges, Richtung Scharnier mit Füßen über fünf Zentimeter dickes Gehäuse (--] damit braucht man den Griff alleine deswegen, weil es in nur wenige Taschen passt. Unpraktisch: Um das Display zu öffnen, muss man den versenkten Griff erst herausziehen.

Wie bei einigen anderen Toughbooks sitzt das optische Laufwerk unter der Tastatur; beim Öffnen klappt die rechte Handballenablage nach oben. Der Deckel schließt sicher ohne Wackeln und schleift bei laufender CD selbst unter übermäßigem Druck nicht.

Die Tastatur hat einen präzisen Anschlag mit angenehm dezentem Ton. Vielschreiber dürften sich daher wohl fühlen, auch wenn einige Tasten schmaler sind und die rechte Strg-Taste fehlt. Im BIOS-Setup lassen sich die Strg- und Fn-Taste unten links vertauschen. Das runde Touchpad hat eine kleine Fläche und erfordert daher ein häufiges Absetzen des Fingers. An die raffinierte Scroll-Funktion hat man sich aber schnell gewöhnt: Man bewegt den Finger einfach am Rand des Touchpads entlang, als würde man einen Drehknopf oder eine Wählscheibe bedienen.

Auch wenn man im "Fan Control Utility" den Lüfter auf "Low Speed" stellt, rotiert er bei niedriger Systemlast langsam, seine 0,3 Sone sind aber nur in leisem Umfeld hörbar. Der Akku lädt ungewöhnlich langsam, für eine komplette Ladung vergehen rund vier Stunden. Die Lautsprecher bleiben recht leise, was beim mittenschwachen und bassarmen Klang aber kein großer Verlust ist.

Über eine Buchse an der linken Seite lässt sich eine Docking-Station anschließen, die allerdings nur wenige Anschlüsse hat (Strom, VGA, LAN, 4 x USB) – damit ist das CF-F8 das einzige Notebook im Test, das weder am Gerät noch an der Docking-Station einen Digitalmonitor-Anschluss hat. Ausgerechnet hier kommt das matschigste Signal des Testfelds aus der VGA-Buchse. Für den Hauptspeicher steht nur ein Steckplatz zur Verfügung, zusätzlich ist 1 GByte aufs Board gelötet.

Obwohl Panasonic uns noch eine zweite, als final bezeichnete Windows-Installation schickte, wirkte sie unfertig: Treiber für das UMTS-Modem lagen nur auf CD bei, und die Startseite des Internet Explorer rief eine Panasonic-Seite auf, die als Erstes nach der Installation des Flash-Plug-in verlangte. Zudem machte das WLAN-Modul Schwierigkeiten: An einem unserer Draftn-Router erreichte es nur eine erbärmliche Übertragungsrate unterhalb der von 802.11g, zum anderen wollte es mit einer obskuren Fehlermeldung erst gar keinen Kontakt aufnehmen, was auch nach der Installation der aktuellen Intel-Treiber nicht gelang.

Samsung X360

Auf der IFA im Herbst angekündigt, jetzt lieferbar: Samsungs Superleichtgewicht X360 bringt nur 1,4 Kilogramm auf die Waage, was die PR-Abteilung zum Spruch "lighter than air" inspirierte – unser Testexemplar wog allerdings ein paar Gramm mehr als das Apple MacBook Air, auf das diese Anspielung gemünzt war, vielleicht aufgrund der Windows-Vista- und Centrino-Aufkleber. Im Ernst: Angekündigt hatte Samsung das X360 mit einer 128 GByte großen Solid-State-Disk, bekommen haben wir es mit einer etwa 20 Gramm schwereren 120-GByte-Festplatte.

Diese Version ist die einzige, die Samsung momentan auf der Homepage für 1799 Euro anbietet, der Straßenpreis liegt etwa 200 Euro darunter. Die Edelversion mit SSD taucht in den Preissuchmaschinen zwar auf, aber als nicht lieferbar – ihr Preis von 1799 Euro erscheint unrealistisch, verlangen andere Hersteller für eine 128 GByte große SSD doch mindestens 500 Euro Aufpreis.

Die Gehäusestabilität hat unter dem Leichtbau nicht gelitten, sondern das X360 ist sehr verwindungssteif. Die Tasten ragen wie bei Apple in dreieinhalb Millimetern Abstand aus einem Plastikrahmen, sie haben einen etwas weichen, aber angenehmen Anschlag. Skurril: Die Taste zwischen T und U war mit einem zweiten Y beschriftet, liefert bei deutscher Tastaturbelegung aber erwartungsgemäß ein Z. Pos1 und Ende sind nur per Fn-Tastenkombination zu erreichen. Samsung stellt eine Tastenbeschichtung mit bakterienabweisenden Silberionen heraus – hingegen wirkt die glatte Plastikoberfläche der Handballenablage und der Touchpad-Tasten schon nach wenigen Berührungen schmierig. Auch der obere Teil des Deckels, den man beim Schließen unwillkürlich anfasst, besteht aus diesem Material. Musik tönt wenig hörenswert bassfrei und schrill aus den kleinen Lautsprechern.

Fast sieben Stunden Laufzeit bei voller Helligkeit (und zwar hohe 270 cd/m2) und über acht bei gedimmtem Display: Damit führt das X360 nicht nur das Testfeld an, sondern gehört zu den konditionsstärksten Langläufern überhaupt. Mit dem auch fürs Q310 passenden Hochkapazitätsakku sind sogar elf Stunden drin, bei immer noch nur 1,5 Kilogramm Gewicht. Andere Notebooks wie das Dell E4300 schaffen mit Zusatzakkus zwar noch längere Laufzeiten, doch beim Gewicht halten nur ganz wenige wie das Sony VGN-T mit – und das ist ein deutlich unergonomischerer 11-Zöller.

Mit normaler Notebook-Technik lassen sich Gewicht und Leistungsaufnahme nicht auf so niedrige Werte drücken: Ein DVDLaufwerk fehlt, der Prozessor entstammt Intels ULV-Serie und erreicht nur 1,2 GHz, und statt einer 2,5-Zoll-Platte passt nur eine mit 1,8 Zoll ins Gehäuse. Die liefert bauartbedingt nur knappe 35 MByte/s, schneller dürfte die SSD sein. Angenehmerweise hat Samsung aber nicht an Schnittstellen gespart, sondern übertrumpft mit HDMI, Docking-Anschluss und ExpressCard-Schacht sogar manch schwereres Notebook. An der 240 Euro teuren Docking-Station sind neben den üblichen Ports auch eSATA und DVI vorhanden. Unverständlich bleibt allerdings, dass dem derart auf Mobilität getrimmten Notebook UMTS fehlt und erst in einer späteren Modellversion kommen soll. (Jörg Wirtgen) / (gs)

Im Themenforum Prüfstand diskutieren.

mehr ausklappen weniger einklappen

Videos dieser Serie (6)

  • Vorsicht Kunde! - Kein Spaß mit der Telekom - Ein Tarif, unterschiedliche Rechnungen

    Matthias Z. aus Frankfurt mag gerne klare Verhältnisse. Für sein Zeitungsabo, den Vereinsbeitrag und seine Versicherung zahlt er monatliche Pauschalbeträge. Flatrate heißt das neudeutsch.

  • Probleme mit der Technik? - Schnurer hilft! - Garantie nach Reparatur

    Moderne Computer auf den Schreibtischen sind heute so leistungsfähig, wie kleinere Rechenzentren vergangener Jahre. Der Unterschied: In den Rechenzentren gibt es hochbezahltes Fachpersonal, das genau...

  • Die Rennzwerge kommen - Der große Mininotebook-Test

    Sie sind klein, haben aber ein großes Herz. Nach dem Erfolg der preiswerten und kleinen Netbooks mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit kommen nun ebenso kleine Notebooks auf den Markt, die es in...

  • News - Aktuelle Meldungen der Sendung vom 10.1.2009

    Windows 7 ist da! - Wahlkampf 2.0 - Datenspeicherung in Kraft - EU gegen Stromfresser - Jugendschutz besser finanziert - Mehr...

  • Was ist eigentlich? - Das c’t magazin Computer ABC - SLR-Kamera

    Ist es gut, wenn sich der Computer der "Shared Memory"-Technik bedient? Könnte es ein Problem geben, wenn man ein "Cookie" auf dem Rechner hat? Und wissen Sie, was ein Klammeraffe ist? In der Welt...

  • Schlauer, musikalischer, sportlicher? - Was wir mit Spielkonsolen lernen können und was nicht.

    Warum sollten sich gesetzte Herrschaften eine Spielkonsole anschaffen? Weil sie dadurch fit werden oder fit bleiben, so das Versprechen. Die Verlockung ist groß, ein bisschen Rechentraining hier, ein...

Einloggen, um Kommentare schreiben zu können.

Das war c't TV – das komplette Archiv