Flau, teuer und giftig - Was bringen Energiesparlampen wirklich?
Häßlich, teuer, umweltschädlich …
Die Glühbirne ist ein Auslaufmodell: Sie gilt als Energieschleuder. Nur fünf Prozent des Stroms werden von ihr in Licht umgesetzt, der Rest verpufft als Wärme. Seit 1. September sind deshalb zunächst 100-Watt-Birnen aus den Geschäften gezogen worden. Ab 1. September 2010 werden Glühbirnen mit 75 Watt und ein Jahr später die 60-Watt-Birnen entfernt. Die haben bislang den größten Marktanteil. Zum 1. September 2012 kommen dann Birnen mit 40 oder weniger Watt an die Reihe. Ziel der Aktion: Statt Glühbirnen sollen verstärkt Energiesparlampen gekauft werden. Die Politik frohlockt: Dadurch werde die Umwelt geschont und der Verbraucher spare Geld – doch stimmt das überhaupt? Fest steht: viele Verbraucher sind verunsichert, finden die Energiesparlampen gar nicht so toll. Und sie haben Vorbehalte.
… kein schönes Licht?
Energiesparlampen machen ein hässliches Licht, so lautet ein Kritikpunkt. Denn gerade in der dunklen Jahreszeit erfreuen wir uns seit Generationen am warmen Licht der Glühbirne. Energiesparlampen aber produzieren häufig sehr kaltes Licht – und machen aus heimischer Behaglichkeit eine Labor-Atmosphäre. Das trifft auch häufig zu, aber die Hersteller haben da längst nachgebessert. Mittlerweile gibt es zahlreiche Energiesparlampen, die das weitaus besser können. Unser Tipp: Achten sie beim Kauf auf die so genannte Kelvin-Zahl. Die steht auf jeder Verpackung. Eine niedrige Kelvin-Zahl steht für warmes Licht, eine hohe für kaltes. "Warmweiße" Lampen haben etwa 5000 Kelvin, das Tageslicht liegt bei 6500 Kelvin.
… nicht umweltfreundlich?
Zweiter Vorbehalt: Energiesparlampen seien gar nicht umweltfreundlich! Fakt ist: in jeder Energiesparlampe stecken im Schnitt 3 Milligramm des Umweltgifts Quecksilber, in billigen Exemplaren sogar das Vielfache. Die Lampen gehören deshalb nicht in den Hausmüll, doch meistens landen sie genau dort. Wer eine defekte Energiesparlampe wegwerfen will, muss sie deshalb sicher entsorgen – etwa im Recyclinghof. Oder in dafür vorgesehenen Sammelbehältern. Doch davon gibt es zurzeit noch viel zu wenige. Hier muss die Industrie schnell etwas tun. Ein zweites Problem: Bei der aufwendigen Produktion der Energiesparlampe wird mehr Dreck in die Luft geschleudert als bei der Herstellung der Glühbirne. Dennoch warnen Umweltschützer davor, die Energiesparlampe zu verteufeln. Dr. Dietlinde Quack vom Öko-Institut Freiburg: "Wenn ich den gesamten Lebenszyklus betrachte, macht die Herstellung nur 10 Prozent aus. Dadurch, dass die Energiesparlampe so sparsam ist, ist ihre Bilanz immer noch viel besser als die der Glühlampe – und zwar um den Faktor vier besser als die der Glühlampe. Das ist das Ergebnis einer aktuellen EU-Studie."
… nicht sparsam?
Dritter Vorbehalt: Energiesparlampen sparen gar nicht! 8000 Stunden, also achtmal so lange wie Glühbirnen sollen Energiesparlampen halten. Tun sie aber nicht immer, sagt die Zeitschrift Ökotest, die die Lebensdauer untersuchte. Vor allem billige Birnen gaben schon nach der Hälfte der angegeben Lebenszeit auf. Sie sollten beim Kauf deshalb auf Markenprodukte zurückgreifen. Die gibt’s zwar erst ab 5 Euro aufwärts, aber dafür halten sie in der Regel sehr viel länger.
Fazit
Die Energiesparlampe kann Umwelt und Portemonnaie durchaus schonen. Doch kaum ist sie eingeführt, wird klar: sie wird nur ein Übergang sein. Die Zukunft gehört der LED-Lampe. (Stefan Venator)
Im Themenforum Prüfstand diskutieren.
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