Goldene Bits - Warum sind Computerfunktionen im Auto so teuer?
Digitale Blechkisten
Ohne Bordelektronik ist heute kein Auto mehr unterwegs – Bits und Bytes flitzen durch jedes Fahrzeug. Längst sind aus ehemaligen Blechkisten rollende Computer geworden – Abstandswarner und ABS werden von der Bordelektronik mit Daten versorgt. Trotzdem verlangen die Autokonzerne Geld für Extras, die sowieso schon mitfahren. BMW bittet da gerne zur Kasse, Opel kassiert ebenfalls gern ein bisschen mehr. Und auch bei Volkswagen kosten Extras meistens extra.
Teurer Tempomat
Beispiel BMW und der Tempomat: Ihren Kunden sei es wichtig, die Ausstattung ganz individuell wählen zu können, so BMW. Diese Individualität beim Tempomaten kostet 275 Euro. Extra.
Nicht nur BMW bittet für die Nutzung von Bits und Bytes zur Kasse. Die Autofahrer – egal welcher Marke, ärgern sich darüber. Für sie gehören diese "Extras" zum Standard.
Teures Einparken
Eine besondere Blüte leistet sich der Volkswagenkonzern. Die neue Ausstattungsvariante "Park Assistent", bei dem das Auto von selbst einparkt, ist in allen neuen Modellen bereits eingebaut – Egal, ob bestellt oder nicht. Wer es allerdings nutzen will bezahlt rund 765 Euro. Extra.
ADAC-Technikexperte Klaus Reindl erklärt das so: "Für den Autohersteller ist es wohl kostengünstiger, wenn er diese Elemente gleich ins Fahrzeug einbaut, aber dann erst optional freischaltet".
Teurer Bordcomputer
Bei Opel gehört ein relativ einfaches Extra ebenfalls nicht zur Serienausstattung: der Bordcomputer. Wer ihn haben möchte muss extra bezahlen. Listenpreis: 194 Euro.
Aber vielleicht auch nicht – mit einer speziellen Software soll die Freischaltung auch so möglich sein. Also ab in die Werkstatt – Doch Vorsicht! es muss die richtige sein – Veränderungen in der Bordelektronik können auch dazu führen, dass der Wagen überhaupt keinen Mucks mehr macht. Die gute Fachwerkstatt hilft jedenfalls gern.
Offiziell haben die Hersteller diese Art der freundlichen Freischaltung untersagt, in der Praxis reicht oft ein Trinkgeld in der Werkstatt und der Bordcomputer wird freigeschaltet, so Klaus Reindl.
Teure Entwicklungskosten
Die Extras fahren also schon im Auto mit, warum also sollte ich extra bezahlen? Das sei so ähnlich wie die Frage nach einer Fahrkarte, obwohl sie S-Bahn ja sowieso schon fährt, so argumentieren die Hersteller. Und das natürlich nicht ganz unberechtigt. Denn die Entwicklungskosten für diese Funktionen müssen ja irgendwie refinanziert werden.
In Japan und Amerika kosten Extras aber meistens gar nichts extra. Dafür darf der Kunde in Deutschland aber auch eins: Ganz individuell auswählen – und extra bezahlen.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Artikel "Bitteschön, ein Bit - macht 500 Euro. Warum zahlen wir für Funktionen, die nur aus Bits und Bytes bestehen? auf der Webseite von heise Autos.
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