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Texte, Tabellen & Co

OpenOffice ist bekannt für seinen versierten Umgang mit vielen Dateiformaten. Es öffnet beispielsweise Word-Dokumente ab Version 5, Excel-Tabellen ab Version 4 und PowerPoint-Folien ab Version 97 – mitunter sogar solche, die in Microsoft Office nicht mehr lesbar sind. Die ebenfalls auf der DVD(*) enthaltene PDF Import Extension befindet sich noch im Beta-Stadium und funktioniert nicht in jedem Fall problemlos – etwa wenn die im PDF verwendeten Schriften nicht auf dem Zielrechner eingerichtet sind –, ergänzt OpenOffice jedoch um die Möglichkeit, PDFs im Zeichenmodul Draw oder in der Präsentationskomponente Impress als Grafikdatei zu öffnen. Auch die Export-Filter des Pakets bieten flexible Optionen. So kann OpenOffice im DOC-, XLS- und PPT-Format speichern, PDF-Dateien erstellen und Präsentationen als Flash-Datei speichern. Beim Einfügen von Bildern akzeptiert das Paket 24 unterschiedliche Grafikformate. Fotos und Grafiken lassen sich jetzt in Impress und Draw per Maus zuschneiden. Um Dokumente mit einem Hintergrund oder farbigen Begrenzungslinien aufzupeppen, kann man sich in der Galerie bedienen. Das OxygenOffice-Projekt entwirft und sammelt Cliparts, Symbole und Hintergründe zur Verwendung in OpenOffice. OOOPaccessories enthält eine Sammlung dieser Elemente in Form einer Extension. Nach der Einrichtung findet man in der OpenOffice-Gallery 100 weitere Kategorien mit diversen Schaltkreissymbolen und bunten Herzchen, Gefahrenzeichen und Tierbildern.

Texte schreiben

Das Textprogramm OpenOffice.org Writer assistiert beim Schreiben einer kurzen Notiz ebenso versiert wie bei der Arbeit an langen, komplexen Dokumenten. Briefschreiber sollten die beiden Vorlagen-Pakete Professional Template Pack I und II einrichten. Darin finden sich jede Menge Muster für die geschäftliche Korrespondenz, komplett mit Falzmarke am Rand und einem Adressfeld, das für den Versand in einem Fensterbriefumschlag korrekt positioniert ist. In der Vorlagen-Kategorie "Sonstige geschäftliche Dokumente" finden sich auch Rechnungsvorlagen, die Einzelpreise addieren, Mehrwertsteuer berechnen und eine Endsumme ausweisen können – der Anwender befüllt die vorgefertigte Tabelle nur noch mit den Artikelbezeichnungen, der Menge und dem Einzelpreis für jeden Posten. Sämtliche Vorlagen aus den beiden Extensions findet man unter "Vorlagen und Dokumente" (Datei-Menü, Eintrag Neu). Bei längeren Dokumenten spielt Writer weitere Trümpfe aus: Es erstellt Inhalts-, Stichwort-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnisse, für die der Anwender die Struktur der einzelnen Einträge genau vorgeben kann. Voraussetzung für ein formvollendetes Inhaltsverzeichnis ist die Verwendung von Formatvorlagen für die Überschriften von Kapiteln und Abschnitten, für die Writer bis zu zehn Ebenen verwaltet. Die Verfasser wissenschaftlicher Arbeiten unterstützt Writer unter anderem mit einer integrierten Literaturdatenbank und dem Formel-Editor. Bei der Literaturdatenbank handelt es sich um eine vorgefertigte OpenOffice- Base-Datenbank mit dem Namen biblio.odb. Die typischen Felder einer Literaturverwaltung, etwa für Autor, Verlag, Erscheinungsort und -jahr einer Publikation sind darin bereits angelegt, es gibt auch eines für Webseiten sowie fünf frei verfügbare Textfelder. Auf Knopfdruck erstellt Writer später ein Literaturverzeichnis mit allen im Text erwähnten Publikationen. Gerade bei der Arbeit an langen Text-Dokumenten kann der Navigator, den man in Writer ebenso wie in Calc per F5 startet, die Orientierung erleichtern. Er zeigt die Bestandteile eines Dokuments wie Überschriften, Tabellen, Rahmen, Objekte oder Hyperlinks in Listenform. (dwi)

Tabellenkalkulation

Wenn es nur darum geht, ein paar Zahlen einzutippen, muss man gar nicht tief in die Tabellenkalkulation OpenOffice.org Calc einsteigen. Auch Excel-Umsteiger finden sich nach kurzer Zeit zurecht, denn Calc hält sich in vielen Bereichen geradezu sklavisch an das Vorbild. Routineaufgaben unterstützt die Anwendung mit praktischen Ausfüllhilfen. So genügt es etwa, "Januar" in die Tabelle zu schreiben – die restlichen Monatseinträge erledigt Calc, sobald der Anwender das sogenannte Ausfüllkästchen an der unteren, rechten Zellenecke mit der Maus anfasst und nach unten zieht. Für weitergehende Ansprüche hält Calc auch finanzmathematische Formeln bereit, etwa zur Berechnung von Zinsen und Renditen, außerdem diverse Statistikfunktionen, beispielsweise für Standardabweichung oder Varianz, und spezielle Formeln zum Rechnen mit Datum und Zeit. Logische Funktionen gehören ebenso zum Repertoire wie solche für die Matrizenrechnung. (dwi)

Fotos verwalten und bearbeiten

Bildverwaltung hat bei Picasa nichts mit Buchhaltung zu tun – die Arbeitsschritte Katalogisieren und Verschlagworten fallen weg. Das Google- Programm durchsucht im Anschluss an die Installation die Festplatte nach Bilddateien und sortiert diese chronologisch ein. Die Größe der Vorschaubilder lässt sich stufenlos regulieren. So findet man gesuchte Fotos wieder und stößt mitunter auf vergessene Schätze. Zusätzlich beherrscht Picasa eine Reihe einfacher Funktionen zur Bildnachbearbeitung. Allein schon wegen der Korrektur roter Augen lohnt sich das Programm. Picasa analysiert das Foto, findet und korrigiert Rotgeblitztes automatisch und mit gutem Ergebnis. Außerdem kann man damit zu dunkel geratene Bilder aufhellen. Den Urzustand eines bearbeiteten Fotos speichert Picasa in einem separaten Unterordner; auf diese Weise geht kein Original verloren. Schließlich exportiert das Programm Web-Galerien so - wie niedrig aufgelöste Video- Fotoshows und lädt Foto-Sammlungen auf die Webseiten der Picasa Web Albums. Jedem Nutzer steht hier ein GByte kostenloser Speicherplatz zur Verfügung. Die Mac-Version von Picasa gibt es derzeit nur als englischsprachige Beta-Version. (akr)

Die Bildbearbeitung Gimp erledigt so ziemlich alle Basisaufgaben, um Digitalfotos stilvoll aufzuhübschen oder effektvoll zu verfremden. Die Software krankt zum Glück längst nicht mehr daran, unintuitiv und kompliziert zu sein. Seit neuestem bekommt Gimp nur noch einen Task-Leisteneintrag und eine einzige Menüleiste, die sich im Bildfenster befindet. Trotzdem ist das Programm nach wie vor – für Windows-Nutzer eher ungewohnt – komplett aus schwebenden Paletten aufgebaut. Gimp zeigt sich nicht nur für Korrektur von Farbe, Belichtung, Ausrichtung und Bildausschnitt gewappnet, sondern enthält auch brauchbare Werkzeuge zur Montage und zum Web-Export. Auch auf Raw-Unterstützung muss man bei Gimp nicht verzichten. Das Plug-in UFRaw rüstet einen Importdialog mit umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten für die Bearbeitung von Kamerarohdaten nach. Für unterwegs bietet sich Gimp Portable an, das ohne Installation vom USB-Stick startet. (*). (akr)

Sicherheit

Zum Schutz vor einem Virenbefall des Rechners kann der Anwender auf sein Glück vertrauen, niemals mit infizierten Webseiten und Mails konfrontiert zu werden. Das ist allerdings nur durch strenge Internet- Abstinenz zu erreichen; die Installation eines Virenscanners direkt nach der Installation des Betriebssystems ist daher Pflicht. Der Scanner AVG Anti-Virus Free leistet in der für Privatanwender kostenlosen Version gute Dienste. Allerdings verfügt er über keine verhaltens basierte Erkennung, um auch vor Schädlingen zu schützen, für die AVG keine aktuellen Signaturen hat. Dies kann das Antivirentool ThreatFire erledigen, das wir dem AVG-Scanner zur Seite stellen. ThreatFire erkennt einen Schädling nicht anhand einer Signatur, sondern an verdächtigen Aktivitäten. ThreatFire überwacht dazu unter anderem die Systemaufrufe eines Programms und schlägt Alarm, wenn es suspekte Handlungen bemerkt. Die Echtzeit-Analyse nimmt kaum Ressourcen in Anspruch, sodass man ruhigen Gewissens zwei Antivirenlösungen parallel laufen lassen kann. Im Testbetrieb mit den kostenlosen Versionen von AVG und Avira traten bei uns keine Probleme auf, wobei wir zur fehlerfreien Installation des Verhaltenserkenners jedoch den Virenwächter von AVG kurzzeitig abschalten mussten. Allerdings kann es auf einigen Systemen in bestimmten Kombinationen trotzdem zu Unverträglichkeiten kommen, dann hilft nur probieren und die Recherche im ThreatFire-Forum. Zudem schleift ThreatFire zur Überwachung auf verdächtiges Verhalten des Rechners eigene Monitortreiber für das Dateisystem (TfFsMon.sys), die Tastatur (TfKbMon.sys), das Netzwerk (TfNetMon.sys) und das System (TfSysMon.sys) ein. In einigen Fällen kann dies zu Problemen führen, etwa einer funktions - losen Tastatur bis hin reproduzierbaren Abstürzen. Allerdings haben uns bislang nur vereinzelte Hinweise über derartige Probleme erreicht. AVG und Threatfire schützen nicht nur vor Viren, sondern auch vor Spyware. Wer die Installation von ThreatFire aufgrund der Eingriffe ins System scheut, kann auch auf Spybot Search und Destroy als alternativen Spyware- Schutz zurückgreifen. (dab)

(*) Der Ausgabe 4/09 des c't magazins ist eine DVD beigelegt, auf der sämtliche im Artikel beschriebenen Programme enthalten sind. Erhältlich ist die Zeitschrift bis 15.02.2009 am Kiosk oder online im c't Kiosk. Weitere kostenlose Programme sind in der Printausgabe 4/09 im Artikel "Zum Mitnehmen - Grundausstattung für Windows-PCs" ab Seite 120 beschrieben. (Oliver Lau)

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