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Große, kleine, - billige oder teure? - Kaufberatung Notebooks

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Es ist nicht einfach, einen Überblick über den Notebook-Markt zu gewinnen. Erschwert wird das Vorhaben von kurzen Produktzyklen und komplett neuen Geräteklassen: Kaum sind die Netbooks etabliert, kommen nun die CULV-Notebooks, die dank ihrer Stromsparprozessoren wenig wiegen, preislich aber meilenweit unter bisherigen Subnotebooks liegen. Die ersten Modelle brachte Acer vor rund einem halben Jahr auf den Markt, inzwischen haben weitere Hersteller nachgezogen. Als dritte neue Klasse tauchen gerade die kraftvollen Riesen mit Core i7 auf.

Der Vorteil dieser Dynamik: Mit dem zunehmenden Wettbewerb sinken die Preise während Ihre Chance steigt, ein Notebook zu finden, das wie maßgeschneidert zu Ihnen passt. Die folgenden Kriterien helfen Ihnen, die Spreu vom Weizen zu trennen – vom Display über die Akkulaufzeit und dem richtigen Prozessor bis zu den Schnittstellen. Am Anfang sollte jedoch die Frage stehen: Wo möchten Sie Ihr Notebook überhaupt einsetzen?

Wenn es Sie regelmäßig unterwegs begleiten soll, ziehen Sie die Obergrenze am besten bei 14 Zoll. Die weniger als zwei Kilogramm schweren 12- und 13,3-Zöller passen in Rucksäcke und Aktentaschen, ihre Tastaturen sind aber so gut wie beim Desktop-PC. Netbooks mit 10-Zoll-Display wiegen kaum weniger als 12-Zöller und lassen sich aufgrund ihrer Schrumpftasten deutlich unpraktischer bedienen. Von den 14-Zöllern bleibt eine Handvoll unter der Zwei-Kilo-Marke, darunter das teure Lenovo Thinkpad T400s und die günstigen Samsung X420 und Acer Travelmate 8471.

Kompromiss oder Doppelstrategie

Leicht fällt die Wahl der richtigen Größe, wenn Sie Ihr Notebook ausschließlich zu Hause einsetzen. Das Gewicht spielt keine Rolle und bei Displaygrößen ab 16 Zoll vermissen nur wenige Anwender einen externen Bildschirm. Und die 15-Zöller? Sie bilden nach wie vor die gefragteste Klasse. Nicht nur, weil sie weniger kosten als größere und kleinere Notebooks. Dank neuer Stromsparprozessoren haben einige Exemplare – zum Beispiel von Acer oder MSI – abgespeckt und bringen weniger als 2,5 Kilogramm auf die Waage. Die Standardgröße überzeugt damit mehr denn je – als Kompromiss für alle Nutzer, die sich nicht zwischen Groß und Klein entscheiden wollen, weil sie ihr Notebook zumeist zu Hause, manchmal aber auch unterwegs einsetzen. Oder weil sie einfach noch nie ein Notebook besessen haben und nicht abschätzen können, wie oft es auf Reisen gehen wird. Die meisten leichten 15-Zöller erkaufen sich die neue Mobilität allerdings mit eingeschränkter Rechenleistung und dem Verzicht auf ein optisches Laufwerk.

Pixelgeiz

Leider sorgt ein großes Display nicht automatisch für mehr Übersicht, erst eine vernünftige Pixelzahl verwandelt Schirmfläche in wertvolle, nutzbare Fläche. Die meisten 15- und sogar viele 16-Zoll-Modelle zeigen nur 1366 x 768 Punkte, sie transportieren also nicht mehr Information als ein 11,6-Zöller. Beim Arbeiten mit Tabellen, Surfen oder Jonglieren mehrerer Fenster verschwenden Sie auf diesen Bildschirmen viel Zeit mit Scrollmanövern.

Produktiver arbeiten Sie mit einer Auflösung von mindestens 1440 x 900 Bildpunkten, doch dieses Kriterium stutzt das Heer der in Frage kommenden 14- und 15-Zöller zu einer kümmerlichen Kohorte zurecht. Übrig bleiben ein paar Business-Notebooks, zum Beispiel das HP Compaq 6530b, die Lenovo Thinkpads T400 und SL500 sowie die teuren Consumer-Modelle von Apple (MacBook Pro) und Sony (Vaio BZ). Dell quetscht gegen 70 Euro Aufpreis sogar 1920 x 1080 Pixel in den Bildschirm seines Studio 15. Erst ab 16 Zoll findet man höhere Auflösungen regelmäßiger.

Das einzige 13-Zoll-Notebook mit 1440 x 900 Pixeln verkauft Lenovo mit dem 1800 Euro teuren Thinkpad X301. Das Subnotebook mit der höchsten Auflösung baut aber Sony: Das Vaio Z zeigt kolossale 1600 x 900 Punkte. Die daraus resultierenden 140 dpi empfinden viele Anwender aber als zu feinkörnig. Rund 120 dpi halten die Meisten für ideal, weil Standardschriften dann in einer gut lesbaren Größe erscheinen.

10-Zoll-Netbooks zeigen meist 1024 x 600 Punkte, was nicht einmal für größere Dialogfenster ausreicht. Mehr Durchblick erlauben das Vaio W von Sony und das Inspiron Mini 10 von Dell mit jeweils 1366 x 768. Das früher übliche 4:3-Format stirbt gerade aus, vom Lenovo T61 und Fujitsu Lifebook E8310 liegen nur noch Restposten bei den Händlern. Auch die Auswahl an Bildschirmen im 16:10-Format schrumpft zugunsten der 16:9er, die sich für DVDs gut eignen, beim Arbeiten mit längeren Texten und beim Surfen aber häufigeres Scrollen erfordern.

Schachmatt

Die nervigen Spiegeldisplays dominieren den Consumer-Markt nach wie vor. Nur einige aktuelle Samsung-Netbooks, zum Beispiel das N510 und das N140, glänzen nicht – ein erstes Zeichen für ein Comeback der matten Oberflächen? Davon kann man wohl erst sprechen, wenn weitere Hersteller nachziehen.

Bis dahin können Sie auf die fast durchgängig matten Business-Geräte ausweichen. Bei Acer heißen diese Travelmate, bei Dell Vostro, Latitude oder Precision, bei Fujitsu Lifebook oder Celsius, bei HP Compaq oder Elitebook, bei Lenovo Thinkpad und bei Toshiba Tecra. Einen Mittelweg stellen einige Modelle von Sony dar, die einfallendes Licht nicht so stark reflektieren wie andere Spiegeldisplays.

Marathonläufer

In den letzten Monaten sind viele Notebooks mit Laufzeiten weit jenseits der üblichen drei Stunden auf den Markt gekommen. Rund acht Stunden laufen zum Beispiel Apples 13-Zoll-MacBook und das MacBook Pro mit 17-Zoll-Display. Dank neuer, stromsparender und günstiger Prozessoren gehören aber auch billigere Modelle zu den neuen Marathonläufern: Die mittlerweile auf sämtliche Größen von 11,6 bis 15,6 Zoll aufgefächerten Timelines von Acer erreichen über neun Stunden.

Bei den Netbooks haben Samsungs N140 und Toshibas NB200-110 eine ähnlich gute Kondition, das MSI Wind U115 Hybrid schafft sogar 16 Stunden. Über die Fünf-Stunden-Marke kommen die meisten aktuellen Net- und Subnotebooks – Mobilität kostet zurzeit weniger denn je.

Andererseits sollte man beim Kauf weiterhin genau hinschauen, denn sparsame Prozessoren allein garantieren keine langen Laufzeiten. Zum Beispiel bestückt MSI seine X-Slim-Serie mit schwachbrüstigen Akkus, um ein niedriges Gesamtgewicht und eine flache Seitenlinie zu erreichen.

Schrittmacher

Die schnellsten Notebook-Prozessoren kommen von Intel, haben vier Kerne, heißen Core i7 und produzieren so viel heiße Luft, dass zumindest die bislang von uns getesteten Notebooks sie nicht leise kühlen. Das macht aber nichts: Die schnellsten Core-2-Duo-Versionen mit 6 MByte Level-2-Cache bieten für beinahe alle Aufgaben genügend Reserven; nur für Spezialaufgaben, die von vier CPU-Kernen profitieren, lohnt sich der i7, zum Beispiel für das Transkodieren von Videos. Über neunzig Prozent der Anwender dürften aber mit den langsameren Zweikernprozessoren von Intel und AMD mit rund 2 GHz und 1 bis 3 MByte Level-2-Cache auskommen, sie dekodieren zum Beispiel HD-Filme mühelos.

Spürbar langsamer rechnen die Einkernprozessoren unter 2 GHz, die Videos in voller HD-Auflösung (1080p) nur ruckelnd abspielen. Trotzdem setzen die Notebook-Hersteller den Intel SU3500 und den SU2700 sowie den AMD Athlon Neo in letzter Zeit vermehrt ein, weil sie besonders wenig Strom verbraten – und immerhin noch zwei- bis dreimal so flott kalkulieren wie die Netbook-Prozessoren Atom N und Atom Z.

Tippbretter

Je kleiner das Notebook, desto größer das Risiko, dass Sie einige Tasten nur per Kombination erreichen – „Pos 1“, „Ende“ und „Pause“ opfern die meisten Hersteller bei Platznot als Erstes. Die Pfeiltasten schrumpfen sie meist auf halbe Größe, was genaues Zielen erfordert.

Stabile Tippbretter mit knackigem Anschlag finden sich quer durch alle (Preis-) Klassen, bei teuren Business-Notebooks steigt die Chance. Vielschreiber sollten die Tastatur trotzdem vor dem Kauf ausprobieren. Acer bietet als einziger Hersteller einige Modelle mit gekrümmten Tastaturen, die die Handgelenke entlasten sollen, darunter das 600 Euro teure Travelmate 5530. Apple, Acer, Dell und Asus beleuchten einige ihrer Tastaturen elegant von unten, bei Lenovo und HP erleichtert eine über dem Display sitzende Lampe das Tippen im Dunkeln. Vermehrt schon ab 15,6 Zoll Display-Diagonale ergänzen viele Hersteller die Tastaturen um Ziffernblöcke.

Touchpads lassen sich idealerweise per Tastendruck abschalten, damit aufliegende Handballen nicht den Cursor verschieben. Auch auf ausreichend große und leichtgängige Touchpad-Tasten sollten Sie achten. Zehnfingerschreiber dürften nach kurzem Training ohnehin besser mit einem Trackpoint zurechtkommen – zu finden an vielen Business-Modellen, zum Beispiel von Dell, HP und Lenovo.

Die guten ins Töpfchen …

In den Kaufhäusern und Elektro-Märkten steht nur ein Bruchteil aller Notebooks, und die Business-Maschinen mit mattem Display führen nur die kleinen Fachhändler, deren Adressen Sie auf den Webseiten der Hersteller finden.

Im Netz sieben Sie mit den Filtern der Preissuchmaschinen und großen Shops die interessanten Geräte aus der Modellflut schnell heraus. Viele Dell-Modelle fehlen dort allerdings, weil der Hersteller sie nur in der eigenen Online-Filiale verkauft. Für einen Überblick über Ihre favorisierte Klasse lassen Sie sich zum Beispiel alle maximal zwei Kilogramm schweren und höchstens 800 Euro teuren 12- bis 14-Zöller anzeigen. Dann umzingeln Sie Ihr Wunschgerät systematisch: Von der Zahl der CPU-Kerne über UMTS bis zur matten Displayoberfläche können Sie alle möglichen Kriterien vorgeben.

Trotzdem bestellen Sie die Katze im Sack, weil die Lautstärke des Lüfters und die Qualität der Tastatur nicht im Datenblatt stehen und der Akku die versprochene Laufzeit in der Praxis nicht immer einlöst. Notfalls müssen Sie Ihr zweiwöchiges Rückgaberecht wahrnehmen und das Notebook zurückschicken. Beim Fachhändler zahlen Sie vielleicht 50 Euro mehr, können die Kandidaten aber in die Hand nehmen und die Tastaturen testen.

Eine Notebook-Kaufberatung zum Nachlesen finden Sie in der Printausgabe 25/09 des c't magazins in Form des Artikels "Filterwochen, Kriterien für den Notebook-Kauf" von Christian Wölbert ab Seite 88. Den Beitrag erhalten Sie auch als PDF-Datei im c't-Kiosk . (Christian Wölbert) / (gs)

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