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Gut aufgelegt - Audioverteiler spielen die Lieblingshits in der ganzen Wohnung

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Hat man seine CD-Sammlung erst einmal für den portablen Einsatz auf dem MP3-Spieler aufbereitet, ist der Schritt zur musikalischen Rundumversorgung in den eigenen vier Wänden nicht mehr weit. Hersteller von Audio-Verteilsystemen wollen die Musikkollektion mit aufeinander abgestimmten Komponenten ohne großen Installationsaufwand in allen Räumen zum Klingen bringen.

Auch wenn die Vinylscheibe ein kleines Comeback feiert und CD-Booklets dem Musikgenuss eine haptische Dimension verleihen, liegen die Vorteile einer digitalisierten Musikkollektion auf der Hand: Tausende Titel sind auf Knopfdruck abrufbar und drahtlose Funknetzwerke erlauben das problemlose Verteilen der Musik im ganzen Haus – zumindest theoretisch.

Wer sich darauf beschränken will, die auf dem Computer gespeicherte Musik in einem anderen Raum fernab vom PC zu genießen, kann inzwischen auf zahlreiche Audio-Streaming-Clients zurückgreifen oder kauft sich ein Internetradio, das auf Medienfreigaben vom Windows-PC zugreifen kann. Spätestens, wenn man die Musik bei der nächsten Party an mehreren Abspielstationen gleichzeitig erschallen lassen möchte, stößt ein System mit zusammengewürfelten Clients an seine Grenzen. Einfache digitale Funkübertrager wie wir sie bereits testeten, schicken Musik zwar als Broadcast vom PC aus in alle Räume, lassen sich wegen des fehlenden Rückkanals jedoch nur vom PC aus steuern.

Mit den Audioverteilern von Philips, Sonos und Logitech stehen drei Systeme auf dem Prüfstand, die den Musikgenuss in den eigenen vier Wänden besonders einfach machen wollen. Von Philips kommen die Geräte der Streamium-Serie: die Kompakt-Anlage MCI500H mit integrierter Festplatte, die Musikstation WAS7500, ein Streaming-Client im Radiowecker-Look (WAS6050) und zwei Streaming-Module für die Stereoanlage (NP2500 und NP1100).

Logitech hat mit dem amerikanischen Hersteller Slimdevices auch deren Portfolio an Streaming-Geräten übernommen und tritt mit der Squeezebox-Serie auf: der High-End-Streaming-Client Transporter für gehobene Ansprüche, die klassische Squeeze box als Ergänzung zur Stereoanlage und die kompakte Boom im Ghettoblaster-Design. Hinzu kommt noch die Squeezebox Duet, eine Kombination aus schmuckloser Streaming-Box (Squeezebox Receiver) und bidirektionaler Fernbedienung (Squeezebox Controller) mit Farb-LCD, die den Squeezebox-Verbund kontrollieren soll.

Sonos schickt die zweite Generation seiner ZonePlayer ins Rennen: den ZP120 mit integriertem Verstärker und den kleinen Bruder ZonePlayer ZP90, der einen externen Verstärker benötigt. Als Controller lag dem Testset die bidirektionale WLAN-Fernbedienung CR100 bei, mit der sich bis zu 32 Zone-Player steuern lassen.

Logitech Squeezebox-Familie

Die "Boom" liefert überraschend satten Sound. Der "Transporter" bedient eher das High-End-Segment und braucht wie die "Squeezebox Classic" einen Verstärker. Der "Squeezebox Receiver" ist eine reine Streaming-Box ohne Display. Das Ensemble komplettiert ein Controller nebst passender Ladeschale.

Philips Streamium-Universum

Die Mini-Anlage MCI500H übernimmt mit interner 160-GByte-Festplatte die Aufgabe des UPnP-AV-Servers. Der WAS7500 spielt Musik direkt über seine Lautsprecher ab. Der kompakte WAS6050 mit Minilautsprecher soll den Radiowecker ersetzen. Die Streaming-Clients NP1100 und NP2500 benötigen einen zusätzlichen Verstärker.

Sonos: Klein, aber fein

An den ZP120 mit integrierter Endstufe lassen sich direkt Lautsprecher anschließen. Der ZonePlayer ZP90 benötigt einen externen Verstärker. Funklöcher zwischen einzelnen ZonePlayern lassen sich mit einer ZoneBridge überbrücken. Mit dem Controller CR100 hat man alle Abspielstationen im Griff.

Fazit

Alle drei Systeme taugen grundsätzlich zum Aufbau eines vernetzten Musikverteilsystems. Nichts lässt sich dabei so einfach installieren und bedienen wie die Sonos-Produkte, allerdings ist auch nirgendwo die Geräteauswahl derart eingeschränkt. Gerade für die Rundum-sorglos-Klientel wäre zudem ein passender Sonos-Server eine wichtige Option. Durch den Verzicht auf alle gängigen Bedienelemente sind die ZonePlayer zwar schlicht, aber auch unbedienbar, falls die Fernbedienung mal außer Reichweite ist.

Die Squeezebox-Welt zeichnet sich durch spannende Endgeräte, reichhaltige Online-Dienste und einen leistungsstarken Server aus, der allerdings auch recht potente Hardware erfordert. Besonders profitiert man hier von der regen Community, die immer wieder neue interessante Plug-ins hervorbringt. Sonos und Logitech – ehemals SlimDevices – überzeugen durch die äußerst sorgsame Pflege ihrer eigenen Produkte. Noch heute profitieren Käufer älterer ZonePlayer oder Squeezeboxen von Produkt-Updates und alle Geräte lassen sich im Verbund betreiben.

Gerade hier liegt die Schwäche der Streamium-Serie, die zwar relativ viele Funktionen für wenig Geld bietet, bei der allerdings über die Gerätegenerationen hinweg bis auf den übergreifenden Produktnamen so recht nichts zusammenpassen will. Kurz vor Redaktionsschluss teilte Philips mit, dass man künftig eine Fernbedienungs-Software für iPhone/iPod touch anbieten werde. Wer momentan auf das reibungslose Zusammenspiel aller Geräte im Party-Modus Wert legt, sollte bei den Streamium-Produkten Server und Clients einer Generation kaufen. Immerhin bietet Philips mit der MCI500H eine Anlage mit 160-GByte-Festplatte und UPnP-AV-Server, die PC oder NAS als Zentrum der heimischen Musikverteilung ersetzen kann.

Die kompletten Testergebnisse der drei Musikverteilsysteme finden Sie in der aktuellen Printausgabe 5/09 des c't magazins im Artikel "Musik liegt in der Luft, Audio-Verteilsysteme bringen Musik in alle Räume" von Sven Hansen ab Seite 144. Den Beitrag erhalten Sie ab dem 2. März auch als pdf-Datei im c't Kiosk. (Sven Hansen) / (gs)

Im Themenforum Prüfstand diskutieren.

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