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Gutes Schnäppchen, böses Schnäppchen - Wo kann man sparen, wo besser nicht?

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Billig, billiger, saubillig: Mit Superlativen geizt die Werbung keineswegs. Doch allzu oft stimmt zwar die Verpackung, aber der Inhalt ist ziemlich heiße Luft. Gerade bei Elektronik sind da schnell ein paar hundert Euro aus dem Fenster geworfen. Billig reicht also nicht - gut und billig muss es sein. Gute Schnäppchen von bösen Schnäppchen zu unterschweiden, ist schwierig. In den schönen bunten Werbeblättchen locken zahlreiche Angebote. Damit Sie die guten Schnäppchen von den bösen Schnäppchen unterscheiden können haben wir hier einige Tipps für Sie zusammen gestellt.

Laser- und Tintenstrahl-Drucker

Bei den Tintenstrahlgeräten sind die ganz billigen Geräte nicht mal das Papier ihres Preisschildes wert - teuer im Unterhalt und schnell kaputt. Haben Sie immer die Folgekosten fest im Blick, wenn Sie ein Druckerschnäppchen ergattern wollen. Denn hier gibt es einige Fallstricke zu beachten.Die Tinte macht's - in diesem Fall den hohen Preis. Bei den Billigdruckern sind die drei Farben in eine Patrone zusammengepackt. Ist nun nur eine Farbe leer, dann müssen Sie trotzdem die komplette Patrone ersetzen. Gerade bei den billigen Druckern ist die Tinte dazu auch noch ganz besonders teuer.

Viel Geld sparen sie, wenn sie einen Drucker kaufen, bei dem die einzelnen Farben in getrennte Patronen abgefüllt werden.

Wenn Sie bereit sind um die 100 Euro für den Tintendrucker ausgeben, könne Sie schon ein Top-Gerät erhalten, das ist im Gegensatz zu einem Laser-Drucker auch noch vielseitiger einsetzbar. Häufig kommen die Tintenstrahldrucker mit Zusatzfunktionen wie CD-Druck oder Transfer-Folien-Druck für T-Shirts daher.

Laserdrucker gibt es schon für 180 bis 200 Euro. Das ist für ein solches Gerät vielleicht erstein mal nicht viel, doch inzwischen stimmt die alte mähr nicht mehr: Laserdrucker seien teuer in Anschaffung und man könne mit ihnen billig drucken. Denn die Druckkosten bei Laserdruckern sind mittlerweile auch teurer geworden. Außerdem verbrauchen sie häufig auch mehr Strom, als Tintenstrahl-Drucker.

Unser Tipp: haben Sie die Qual der Wahl zwischen Tintenstrahl- und Laser-Drucker, dann rechnen Sie die Preisdifferenz aus und überlegen, wie viel Tinten Sie vom gesparten Betrag kaufen könnten. Vermutlich landen Sie beim Tintendrucker.

Handy

Für 30 Euro ein Handy kaufen? Im Prinzip okay. Häufig handelt es sich dabei um so genannten Einfachhandies, die nicht besonders üppig ausgestattet sind. Eventuell fehlen Funktionen wie das Versenden von Bildnachrichten (MMS), eine eingebaute Kamera. Auch ein eigenes Adressbuch wird häufig eingespart, so dass Ihre Adressdaten und Telefonbucheinträge nur auf der SIM-Karte direkt gespeichert werden können. Aber bedenken Sie: in der Regel passen auf die SIM-Karte 100-200 Einträge, das recht den meisten Telefonbesitzern völlig. Einige Geräte haben leider ein schlechtes Display mit kleiner Schrift, dafür sind die Tasten oft groß genug, um bequem zu tippen. Wenn Sie auf einen bekannten Markenhersteller setzen, können Sie vermutlich nicht viel falsch machen.

WICHTIG: Achten Sie unbedingt beim Kauf darauf, dass das Handy wirklich OHNE Vertrag angeboten wird. Denn nur dann ist das Gerät nicht auf eine SIM-Karte festgelegt, damit Sie auch Ihre eigene SIM-Karte nutzen können.

AVCHD-Camcorder

Momentan gibt es bei den Camcordern, die das Bildmaterial auf Festplatte speichern auch Exemplare für um die 600 Euro. Das hört sich erstein mal toll an, denn der Preis für eine aktuelle AVCHD-Videokamera liegt bei 900 Euro. Doch hier ist Vorsicht geboten: bei solchen Angeboten handelt es sich meistens um Geräte der ersten Generation. Das bedeutet auch, dass die eingesetzte Technik und die Komprimierungs-Codecs veraltet sind. So etwas kann schon bei der Aufnahmequalität zu Problemen führen.

Richtig schlimm wird es dann in der Nachbearbeitung. Wenn Sie Ihre Filme im AVCHD-Format schneiden möchten, dann benötigen Sie einen Hochleistungsrechner der Preisklasse ab 3000 Euro.

TV Geräte

Bei den großen Flachbildfernsehern lockt immer öfter der Preis - doch viel Sonderangebote sind eine Mogelpackung! Denn nicht in allen Geräten steckt die neuste Technik. In den schillernden Werbeprospekten steht davon natürlich kein Wort. Die Bilder können ruckelig und unscharf sein und plötzlich steckt hinter dem vermeintlichen Schnäppchen doch nur Elektronik-Schrott!

Es ist kaum zu glauben, aber immer noch sind Geräte auf dem Markt, die nicht mit 100Hz-Technik ausgestattet sind. Das Bild ist dann nicht flimmerfrei und ruckelt bei Bewegungen, deshalb unser Rat: Finger weg von diesen Geräten!

Wichtig beim Kauf sind zwei Merkmale: Der Fernseher sollte unbedingt über die 100 Hz-Technik verfügen und die Bezeichnung "FULL HD" führen.

Notebooks

Notebooks stehen im Werbeprospekt immer ganz vorn - aber kaum gekauft, sind sie schon wieder veraltet. Und genau deswegen lässt sich hier der Werbung ein echtes Schnippchen schlagen und Schnäppchen machen. Denn so schnell altern die Geräte nun auch nicht, wie so mancher Händler uns weismachen will.

Achten Sie aufs Betriebssystem, denn viele Schnäppchen-Angebote haben keines dabei. Das bedeutet Zusatzkosten und ist immer mit Installationsaufwand verbunden. Ein Kauf bei renommierten Marken geht fast immer glatt, weil die sich keine Ausrutscher erlauben können. Aber vor schlechtem Service bei einer Reklamation sind Sie leider auch dann nicht gefeit.

Restposten sind oft ein sehr guter Tipp, weil kaum wirklich wichtige Neuerungen vorhanden sind. Also so etwas entscheidendes wie fehlende Abgasnorm bei Autos, TVs mit Röhre statt TFT, Analog-Spiegelreflex statt Digital etc. gibt es bei Notebooks der vorletzten Generation nicht. Erst wenn man aufs Detail schaut, stellt sich die Generationsfrage: hat das Gerät einen digitalen Displayausgang? Den haben aber auch wenig neue Notebooks und wer auf ein Schnäppchen aus ist kann vielleicht ohnehin darauf verzichten. Bei Restposten höherwertiger Notebooks sind Zweikern-CPU sogar häufiger zu finden als bei Superbillig-Neulingen.

Finger weg von Gebrauchten: Preisverfall und Leistungszuwachs (z.B. Festplattenplatz) sind immens. Der Gebrauchtkauf lohnt sich nicht. Preisstrukturen die bei Autos, Hifi-Anlagen, Kameras etc üblich sind, greifen bei Notebooks nicht. Wenn gebraucht, dann nur vom seriösen Händler vor Ort, und auch dann nur mit sehr viel Sorgfalt und Sachkenntnis von ggf. "besonderen Vorzügen", die neu nicht für so einen Preis erhältlich sind - nur für Spezialisten ratsam. (Celia Baumgart) / (gs)

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