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Heimkino für 400 Euro - Billige Beamer im Vergleichstest

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Golf-Klasse

Beamer mit XGA-Auflösung (1024x768 Bildpunkte) sind sozusagen die VW-Golfs der Projektorenwelt: Sie sind zwar nicht sonderlich ausgefallen, bieten aber für viele Anwendungen alles, was man braucht. Im Präsentationsbereich ist diese Auflösung sogar nach wie vor up to date – auch wenn langsam Breitbild-Businessbeamer mit WXGA (1280x768 Pixel) und mehr auf den Markt drängen. Ganz anders im Heimkino. Da kommen heute deutlich mehr Bildpunkte an die Wand als bei XGA: Das "kleine HD", also 720p (1280x720) ist hier bereits Hausmannskost, 1080p (1920x1080) wird immer beliebter (und günstiger). Allerdings produzieren die Heimkino-Spezialisten meistens einen schwächlichen Lichtstrom: Mehr als 1000 Lumen sind selten drin, oft muss man sogar mit unter 500 Lumen leben. Kein Wunder: Die Hersteller entwickeln die Geräte für komplett abgedunkelte Heimkinoräume – möglichst auch mit schwarz getünchter Decke und schwarzen Wänden. Für helle Wohnzimmer sind die Film-Experten meist nicht konzipiert. Die günstigen XGA-Beamer unseres Testfelds spielen da in einer ganz anderen Liga. Sie schaffen in der hellen Präsentations-Betriebsart zwischen knapp 1700 und 2200 Lumen. Das reicht in den meisten Fällen auch für Projektionen bei eingeschaltetem Deckenlicht, egal ob im Konferenzraum oder Wohnzimmer. Allerdings muss man bei voller Helligkeit Abstriche bei der Bildqualität machen, zumindest bei Geräten mit DLP-Spiegeltechnik. Diese stellen Fotos im hellen Präsentationsmodus mit verfälschten Farben dar. Besonders Hauttöne leiden stark.

Farbrad-Dreher

Die DLP-Spiegeldreher erzeugen Farben nicht wie LCD-Modelle gleichzeitig, sondern nacheinander. Dafür verwenden sie ein schnell drehendes Farbrad mit verschiedenfarbigen Segmenten. Soll beispielsweise eine komplett rote Farbfläche erzeugt werden, richten sich die Spiegel nur dann Richtung Leinwand aus, wenn gerade das rote Farbsegment im Lichtweg steht. Bei den anderen Segmenten werden die Spiegelchen weggeklappt, also quasi "ausgeschaltet". Um mehr Licht auf die Leinwand zu bringen, bedienen sich die Entwickler eines Tricks: Sie fügen ein transparentes Segment ins Farbrad ein, bei dem das Licht unverändert durchgelassen wird. Dadurch steigt die Helligkeit und das Bild wirkt kontrastreicher – der Haken allerdings: Die Farben stimmen nicht mehr, sie wirken oft kühl und unnatürlich. Zu ihrer Ehrenrettung kann man der DLP-Technik allerdings attestieren, dass die Nutzung des Weißsegments in Präsentationen ohne Fotos durchaus eine gute Figur macht: Durch die stark erhöhten Kontraste wirken Texttafeln und Diagramme oft besser als im akkuraten Fotomodus. Ähnlich verhält es sich bei vielen Spielen: Da muss nicht jeder Farbverlauf genauestens abgestimmt sein, wichtig ist, dass das Bild "knallt". Ganz anders ist das bei Foto-Präsentationen oder Filmen. Hier nerven die verfälschten Farben ganz gewaltig. Daher sollte man statt auf Helligkeit getrimmte Bildmodi (meist "Präsentation" oder "Hell" genannt) auf Betriebsarten mit akkuraten Farben zurückgreifen (meist "Foto", "Video", "Film" oder "SRGB").

Aufgelöstes

Die Projektoren unseres Testfeldes sind nicht HD-fähig. Doch wer kein hochaufgelöstes Videomaterial, sondern PAL-Bilder vom TV-Receiver, DVD-Player oder der Spielkonsole projizieren will, für den genügt XGA oft voll und ganz. Schließlich erreicht PAL nur eine Auflösung von 720x576 Bildpunkten – vermeintlich würde also sogar ein SVGA-Beamer mit 800x600 Pixeln ausreichen. Doch das ist nicht ganz richtig: Auf den meisten DVDs liegen die Filme im anamorphen 16:9-Format vor. Um die maximale PAL-Auflösung auszunutzen und keine Auflösung zu verschenken, wird das breitformatige Bild hier auf das 4:3-PAL-Format gequetscht und so auch (bei entsprechender Einstellung) vom DVD-Player ausgegeben. Das Anzeigegerät, hier der Beamer, zieht das 4:3-Bild dann wieder auf 16:9-Format auseinander. 4:3-Geräte brauchen dafür mindestens eine Auflösung von 1024x576 Pixeln, damit die ganze Prozedur verlustfrei über die Bühne geht – XGA reicht also, SVGA nicht. Kintopp-Puristen sollten dennoch spezielle Heimkino-Geräte – oder sogenannte Crossover-Projektoren für Büro und Heimkino in Betracht ziehen.

Epson EB-X6

Der LCD-Beamer von Epson hat zwar auch keine DVI- oder HDMI-Schnittstelle, nimmt aber über seine USB-Schnittstelle digitale Videosignale vom PC an. Es gibt bereits einige Monitore mit dieser Funktion (Stichwort Display- Link), bei Projektoren ist sie bislang ein Novum. Die Bildqualität stimmt bei der USB-Verbindung, allerdings stellten wir einen etwas langsameren Bildaufbau fest. YouTube-Videos wurden jedoch fast ruckelfrei wiedergegeben. Praktisch: Die USB-Schnittstelle dient wahlweise auch zur Steuerung des Mauszeigers oder zum Umblättern von Präsentationsfolien. Apropos Präsentationen: Mit 2366 Lumen in der hellsten Betriebsart kann der Epson auch in hellen Konferenzräumen punkten. Die Bildqualität stimmt, am besten gelingen die Farben aber im "Theater"-Modus, in dem noch stattliche 1480 Lumen übrig bleiben. Ungewöhnlich für einen Business- Projektor: Der EB-X6 hat eine automatische Iris eingebaut, die je nach Bild mehr oder weniger Licht durchlässt. Bei dunklen Bildinhalten verkleinert sich die Blendenöffnung. Das kommt natürlich dem Schwarzwert zugute, ausgezeichnete 0,4 Lux haben wir im "Theater"-Modus mit gedimmter Lampe gemessen. Ohne Auto-Iris sind es 3,6 Lux. Am DVD-Player produzierte der Epson sehr angenehme Hauttöne, Grün wirkte jedoch leicht überbetont. Ausschließlich bei dunklen Bildinhalten ist uns eine ungleichmäßige Farbdarstellung aufgefallen, besonders oben links schimmerte es eher gelblich, ansonsten tendierten Farben ins Bläuliche.

Preis: 580 Euro
Ersatzlampe: 255 Euro

NEC NP200

Der kompakte NP200 macht vieles richtig – und leider auch vieles falsch. Ganz besonders negativ ist im Test die klitzekleine Fernbedienung aufgefallen. Sie reagierte nur sehr störrisch. Das Fatale daran: Wie der Acer hat der NEC keine Bedienelemente am Gehäuse, man kann ihn nur über die Fernbedienung steuern. Diese lässt sich per Magnet ins Gehäuse einklinken. Punkten kann der NP200 dagegen mit seinen tollen Kontrastwerten: Mit einem In-Bild-Kontrast von 131:1 ist er der Spitzenreiter des Testfeldes. Auch der Schwarzwert von 1,0 Lux im hellen Präsentationsmodus kann überzeugen. Geradezu hässlich stellte er in dieser Betriebsart jedoch Fotos dar. Im "Film"-Modus und mit ausgeschaltetem Weißsegment wirkten die Farben schon viel besser. Am DVD-Player zeigte der Bürobeamer erstaunliche Leistungen. Schöne, ausgewogene Farben gepaart mit gutem Kontrast – wäre da nur nicht der auffällige Regenbogeneffekt. Wer seine Präsentation mit Musik untermalen oder eine Filmsequenz mit Ton zeigen möchte, sollte tunlichst auf externe Lautsprecher zurückgreifen: Die NEC-Lautsprecher sind schlicht viel zu leise.

Preis: 430 Euro
Ersatzlampe: 150 Euro

Sony VPL-EX5

Der futuristisch-stromlinienförmige VPL-EX5 von Sony hat LCD-Panels an Bord, die vom Hersteller mit dem Markennamen "BrightEra" beworben werden. Durch anorganische Materialien statt konventionelle Kunststoffen sollen die neuen Panels länger farbstabil bleiben, außerdem sollen sie sich mit stärkeren Lichtquellen betreiben lassen. Marketinggerassel oder nicht, der EX5 macht einen guten Eindruck. Mit für LCD-Geräte mehr als ordentlichen Kontrastwerten und schönen Farben überzeugt der Sony-Projektor sowohl im Konferenzraum als auch im Wohnzimmer – in Bezug auf die Farben sogar etwas besser als der teurere Konkurrent von Epson. Nur bei dunklen Bildern wirkte die Darstellung nicht sonderlich homogen, in den Ecken oben rechts und unten links fiel uns ein grün-gelblicher Schimmer auf, in der Mitte wirkten dunkle Töne bläulich. Beim EX5 muss man mit einem abgespeckten Funktionsumfang vorlieb nehmen: Die Farben lassen sich nicht einzeln (Rot, Grün, Blau) einstellen, zudem fehlt ein Eco-Modus mit gedimmter Lampe. Das heißt, dass auch der Lüfter permanent mit 2,3 Sone rumort. Im Vergleich zu älteren Geräten ist die Geräuschentwicklung aber noch annehmbar. Der reduzierte Funktionsumfang kommt der Bedienung zugute, das Menü ist sehr übersichtlich und leicht verständlich. Außerdem positiv: Im Standby-Betrieb gibt sich der VPL-EX5 mit 2,5 Watt zufrieden, andere Geräte genehmigen sich mehr als das Dreifache. Schade: Sony liefert nur eine Minifernbedienung mit Folientasten, die manchmal störrisch reagiert.

Preis 450: Euro
Ersatzlampe: 225 Euro

Insgesamt haben wir neun Beamer getestet, den gesamten Testbericht erhalten Sie als PDF-Datei ab dem 24.11.2008 auch in unserem Archiv.

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