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Irrlichter? - Was taugen preiswerte Verbrauchsmessgeräte

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Pulsmesser

Ein Energiekostenmonitor ist praktisch, um Standby-Stromverschwender aufzuspüren oder herauszufinden, ob die teure Energiesparlampe tatsächlich weniger "Strom" kostet als die ersetzte Glühlampe. Aber zeigt ein 10-Euro-Angebot vom Kaffeeröster die Wirkleistung halbwegs genau an oder doch eher Hausnummern?

Stromsparen, um die Energierechnung der Stadtwerke zu drücken, ist eigentlich ganz einfach: Ausschalten reicht. Oft sind aber Geräte, die man per Schalter schlafen gelegt hat, nicht wirklich ausgeschaltet, sie nuckeln im Standby-Betrieb immer noch an der Steckdose. Eine grobe Einschätzung, ob sie dabei viel oder wenig Energie ziehen, kann man schon durch Handauflegen gewinnen: Wenn sich das Gerät oder sein Steckernetzteil spürbar warm anfühlt, sollte man es lieber richtig vom Netz trennen.

Eine genauere Bestimmung, wie viel elektrische Energie ein Verbraucher sich im Betrieb oder im Standby gönnt, und ob sich damit weitere Maßnahmen zum Energiesparen lohnen, erlauben Leistungsmessgeräte. Sie messen die momentane Wirkleistung. Über die Betriebsdauer des Verbrauchers wird daraus die elektrische Arbeit, die die Stadtwerke liefern und als "Stromkosten" in Rechnung stellen.

Solche Messgeräte gelten längst nicht mehr als Werkzeuge für Elektrospezialisten, sondern für jedermann, sind sie doch mittlerweile in Drogerie- und Baumärkten, beim Kaffeeröster oder dem Discounter für wenige Euro erhältlich. Die spannende Frage dabei ist, wie genau die teilweise als Aktionsware verschleuderte Messelektronik ist.

Um es vorwegzunehmen: Die meisten Modelle waren überraschend genau, doch man sollte beim Kauf trotzdem aufpassen. Denn Angaben zur Genauigkeit findet man nur in Ausnahmefällen außen auf dem Karton, etwa beim Basetech-Gerät (±5 %) oder beim Voltcraft Energy Check 3000 (±1 % ±1 W).

Fazit

Erfreulicherweise sind die meisten günstigen Geräte überraschend genau, womit auch die eingangs gestellte Frage geklärt ist, ob ein Leistungsmessgerät vom Kaffeeröster taugt. Ein Ärgernis ist allerdings, dass nur wenige Hersteller überhaupt Angaben zur Messgenauigkeit auf dem Karton machen, was Fehlkäufe vermeiden hilft.

Abraten müssen wir derzeit von den weitgehend baugleichen Geräten von Brennenstuhl, Globaltronics (von Aldi-Nord als "Stromkostenmessgerät" in den Handel gebracht) und Olympia. Das PM 230 wird seinem Hersteller zufolge in den nächsten Monaten von einem verbesserten Nachfolgemodell abgelöst. Mit den Ergebnissen unserer Messungen konfrontiert, gab Olympia an, das EKM 2000 vom Markt zu nehmen.

Positiv sticht das Heitronic- Produkt heraus, das im August schon für 8 Euro im Rossmann-Drogeriemarkt zu haben war. Ein baugleiches Modell läuft bei Reichelt Elektronik unter der Marke Profitec und kostet 12 Euro. Noch eine Spur genauer, aber dann auch viermal so teuer ist das bei No-Energy erhältliche NRZ SEM-16.

Unser Tipp:

Wer trotz der vergleichsweise niedrigen Preise die Ausgabe für ein Messgerät scheut, das nach einmaligem Gebrauch im Schrank landet und Staub fängt, kann sich auch eines leihen: Die Aktion No-Energy führt eine Datenbank von bundesweit verteilten Ausleihern.

Die detailierten Testergebnisse der neun getesteten Leistungsmess-Geräte finden Sie im der aktuellen Printausgabe des c't magazins im Artikel "Pulsmesser" von Ernst Ahlers. Den Beitrag erhalten Sie ab dem 24. November auch als pdf-Datei im c't Kiosk. (gs)

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