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Kaffee in der Tastatur - Sand im Laufwerk - Erste Hilfe bei Notebook-Unfällen (3Sat)

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Was ist im Notfall zu tun

Notebooks sind als mobile Begleiter in allen Lebensbereichen etabliert. Und weil diese Geräte scheinbar überall mit hingenommen werden, passieren täglich schlimme Unfälle mit solchen Geräten. Wer richtig und schnell reagiert, rettet sein mobiles Schätzchen vor einem frühzeitigen Tod. Das c’t magazin erklärt, was bei alltäglichen Unfällen getan werden kann und muss.

Sand im Laufwerk

Vielleicht kennen Sie das Bild: Immer mehr Urlauber haben Ihr Notebook am Strand dabei. Etwa um Mails abzurufen, die Urlaubsbilder zu archivieren und zu bearbeiten oder um im Internet zu surfen. Doch so schön ein weißer Sandstrand auch sein mag, für ein Notebook ist er eine gefährliche Umgebung: Überall lauert feiner Sand, eine kurze Windböe genügt, und schon ist es passiert. Schlimmer noch: Stellt man sein Notebook auch nur kurz unachtsam ab, saugt der Lüfter schnell Sand ein. Es knirscht, und mit etwas Pech wird der mobile Begleiter zum teuren Reparaturfall.

Wirklich sicher ist man vor solcherlei Problemen nur, wenn man ein sogenanntes "ruggedized" Notebook verwendet. Diese robusten, aber leider auch teuren Notebooks kann man sorglos in den Sand legen, und hinterher geht man einfach gemeinsam mit dem wasserdichten Gerät unter die Dusche.

Doch was tun, wenn in das normale Notebook trotz aller Vorsicht Sand geraten ist? Zunächst einmal sollte man das Gerät sofort abschalten. Jede weitere Lüfterumdrehung und jedes anlaufen des optischen Laufwerks können sonst für teure Folgeschäden sorgen. Zuhause entfernt man dann zunächst den an der Oberfläche anhaftenden Sand. Anschließend kann man versuchen, das Laufwerk durch vorsichtiges Klopfen vom groben Dreck zu befreien. Danach braucht man einen geeigneten Pinsel, um die restlichen Sandkörner durch leichtes Wedeln schonend zu entfernen. Ist mehr Sand ins Gerät gelangt, kommt man um eine Demontage des Gehäuses kaum herum – ein diffiziles Unterfangen, an das sich nur erfahrene Bastler wagen sollten. Zu schnell sind Befestigungsnasen abgebrochen. Wer hier auf Nummer Sicher gehen will, konsultiert eine Fachwerkstatt – am Motor seines Autos schraubt man ja auch nicht so ohne Weiteres herum.

Krümel auf der Tastatur

Sehr beliebt ist auch das Verspeisen von Brötchen und anderem Gebäck am Notebook. Passt man dann nicht auf, so landen schnell Krümel auf und zwischen den Tastaturen. Um die Tastatur aber auch später noch nutzen zu können, müssen Sie diese Krümel entfernen.

Viele Computerhändler bieten dafür spezielle USB-Staubsauger an. Diese Staubsauger funktionieren aber nur für Staub und kleine Krümel und haben nur eine sehr schwache Saugleistung. Besser ist es, wieder einen weichen Pinsel (am besten antistatisch) einzusetzen, nachdem der größte Dreck vorsichtig heruntergeklopft wurde. Mit diesem Pinsel kommen sie dann auch zwischen die Tasten und können wirklich alle Krümel entfernen.

Niemals sollten Sie aber versuchen, die Krümel einfach so mit einem normalen Staubsauger zu entfernen. Die hohe Saugleistung des Staubsaugers könnte dann die Tasten abreißen oder gar "verschlucken". Davor schützt ein feiner Damenstrumpf über dem Saugrohr. So kann keine Taste versehentlich eingesaugt werden.

Bei vielen Notebooks kann man die Tastatur auch komplett herausnehmen. Dazu sind üblicherweise einige Schrauben im Geräteboden zu lösen. Üblicherweise befindet sich neben diesen ein kleines Tastatur-Symbol. Die Zeit für einen Blick ins Notebook-Handbuch sollte sich aber auch der erfahrene Bastler nehmen.

Flüssigkeiten im Notebook

Das wohl gefährlichste sind Flüssigkeiten im oder auf dem Notebook. Sollten Sie einmal Flüssigkeiten auf Ihr Notebook schütten, so entfernen Sie bitte unverzüglich den Netzstecker. Als Nächstes muss der Akku entfernt werden. Das sollte aber ohne "Kippen" des Notebooks erfolgen, da dabei die eingelaufene Flüssigkeit unter Umständen noch weiter im Gerät verteilt wird.

Ihr Notebook ist oftmals noch zu retten, wenn nur normales Wasser oder ungesüßte, klare Flüssigkeiten in Ihr Notebook gelaufen sind. Haben Sie den Akku entfernt, so können Sie das Gerät vorsichtig abtupfen und – gern auch über der Heizung – langsam über mehrere Tage hinweg trocknen lassen. Das Gerät muss dazu geöffnet sein.

Schwieriger ist es bei gesüßten Flüssigkeiten oder Getränken wie Kaffee oder Cola. Durch die fremden Substanzen verkleben Tastatur und Innenleben, es kann zudem zu Kurzschlüssen im Gerät kommen. Auch diese Unfall-Geräte sollten Sie aber zunächst abtupfen und dann vorsichtig trocknen lassen. Und dann hilft nur noch Daumen drücken, vielleicht haben Sie Glück. Sie sollten in solchen Fällen aber niemals versuchen, mit klarem Wasser nachzuspülen. Die Gefahr noch mehr kaputt zu machen ist deutlich höher, als die Wahrscheinlichkeit, dass das Notebook danach noch funktioniert. Bei hochwertigen Notebooks lohnt sich der schnelle Gang zur Fachwerkstatt. Zur Reinigung muss diese das Gerät aber komplett demontieren und unter Umständen aufwendig reinigen – das wird schnell ein teurer Spaß. (Adrian Korte) / (gs)

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