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Kontrolle skurril - Überwachungskameras an ungewöhnlichen Orten

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Big Brother bizarr – ungewöhnliche Orte für Kameras

Kameras: sie stehen an öffentlichen Plätzen, in Behörden und Geschäften. Wir haben uns fast schon dran gewöhnt. Aber Kameras gibt`s auch an ganz anderen Orten: In Restaurants, in Raumschiffen – und selbst im Schweinestall. Glauben sie nicht? Dann lesen Sie mal weiter…

Überwachte Schweine

Ein Bauernhof bei Gießen. Hier lässt die Wissenschaftlerin Anne Elkmann einen Schweinestall von Kameras überwachen. Sie will testen, ob die sensiblen und oft gestressten Tiere mit speziellem Spielzeug ein entspannteres Leben führen können. Anne Elkmann: „Wenn sie keine Möglichkeit haben sich zu beschäftigen, kann es passieren, dass sie verhaltensgestört werden und andere Schweine in den Schwanz beißen oder in die Ohren beißen.“ Und deshalb hat die Agrarwissenschaftlerin diverses Spielzeug erfunden, das die Tiere beruhigen soll. Etwa ein Kettenmobile oder eine Kuscheltonne. Doch nehmen die Tiere das überhaupt an? Ja, sagt Anne Elkmann. Denn sie hat den Umgang der Tiere mit dem neuen Spielzeug minutiös festgehalten und die Spielelemente so perfektioniert, dass die sensiblen Grunzer wirklich etwas damit anfangen können. Jetzt heißt es im Stall: Ein Spielchen zur rechten Zeit vertreibt die Schweine-Sorgen. Und sorgt dafür, dass wir am Ende Fleisch von glücklicheren Tieren auf dem Teller haben.

Essen für die Forschung

Womit wir in einer holländischen Uni-Mensa wären. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie andernorts auch. Doch der Eindruck täuscht. Die Studenten und Professoren lassen sich freiwillig filmen – von dutzenden Kameras. Und das zehn Jahre lang. Wissenschaftler wollen nämlich herausfinden, warum der Mensch so isst wie er isst. Und: welche Faktoren ihn beim Essen beeinflussen. Rene Koster, Forschungsleiter: „Drei Faktoren sind das. Erstens: der Zustand der Umgebung. Zweitens: Das Produkt selbst, also: wie schmeckt es, wie sieht es aus? Wie ist der Preis? Wie ist die Verpackung? Und Drittens ist es die Person selbst.“

Mit ihren Kameras beobachten und analysieren die Wissenschaftler nicht nur, was die Mensa-Gäste essen. Sie schauen ihnen wirklich ganz genau auf Mund und Finger. Ernährungspsychologin Stefanie Kremer: „Wir schauen: Wann fängt er mit der Suppe an? Wann fängt er mit dem Brötchen an? Wann trinkt er? Wie viel Schlucke trinkt er? Wie viel Bissen macht er? Unterhält er sich dabei? Wie lange isst er? Das sind alles Daten, die wir erheben und von denen wir uns erhoffen, ein Muster zu erkennen, das uns weiterhilft in der Forschung“

Ziel: Gesünderes Essverhalten

Denn klar ist: Wir ernähren uns falsch und werden immer dicker. Deshalb werden die Gäste des Big-Brother-Restaurants nicht nur bei der Essensauswahl beobachtet, sondern bei jedem Besuch auch gewogen: durch eine im Boden versenkte Waage. Die holländischen Forscher haben ein ehrgeiziges Ziel. Mit den über zehn Jahre hinweg erhobenen Daten wollen sie herausfinden, welche Faktoren und Umstände wirklich für die Fettleibigkeit vieler Zeitgenossen verantwortlich sind. Und vor allem: wie man das Dickwerden vermeiden kann.

Mars-WG unter Dauerbeobachtung

Gewichtsprobleme hatten jene sechs Männer nicht, die Teilnehmer des Langzeit-Experiments "Mars 500" waren. Drei Monate lang mussten sie in einer nachgebildeten Raumstation leben, in der ein Flug zum Mars simuliert wurde. Dabei wurde untersucht, wie eine Crew auf die psychischen Belastungen eines monatelangen Weltraumfluges reagiert. Neben diversen medizinischen Tests wurde auch das Verhalten jedes Einzelnen mit Kameras beobachtet. Privatsphäre gab`s da fast gar keine. Test-Astronaut Oliver Knickel: „Jedes Crew-Mitglied hatte ein drei Quadratmeter großes Einzelzimmer. Dort gab es keine Kameraüberwachung. Außerdem konnte man diese Zimmer auch mit einer Schiebetür verschließen, so dass man da ein kleines privates Zimmerchen hat.“

Keine einfache Mission. Doch zum Glück passierte das alles nur im Raumschiff-Nachbau und (noch) nicht im luftleeren Raum zwischen Erde und Mars…

Im Themenforum Prüfstand diskutieren.

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