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Kraftmeier - Power-Notebooks für Leistungshungrige

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Dass Produktankündigungen nicht immer auch eine sofortige Verfügbarkeit bedeuten, sieht man bei High-End-Grafikchips für Notebooks deutlich. Nvidia hatte seinen GeForce 9800M GTX schon im letzten Sommer vorgestellt; AMD meldete gar Anfang 2008, dass man die HD3800-Serie der Mobility-Radeon-Chips mit High-End-Varianten krönen werde. Notebooks mit diesen Grafik-Flaggschiffen kamen allerdings erst zum Jahresende auf den Markt. Wir haben vier damit bestückte Mobilrechner getestet und die Leistung der Grafikchips in verschiedenen 3D-Spielen gemessen.

Im MSI Megabook GT735 arbeitet der Mobility Radeon HD 3850, im Nexoc Osiris E709 der GeForce 9800M GTX. Schenker bietet sein MySN CXG7 mit zwei Mobility Radeon HD 3870 im CrossFire-Verbund an. Die drei Notebooks haben einen 17-Zoll-Bildschirm. Zudem haben wir uns den 13,3-Zöller Amilo Sa 3650 von Fujitsu Siemens angesehen, der sich dank einer externen Zusatzbox, die den HD-3870-Chip beherbergt, ebenfalls für Spiele mit grafiklastigen 3DWelten eignet. Die Notebooks von Fujitsu Siemens und MSI kosten ab rund 1100 Euro; für die beiden anderen zahlt man je nach Ausstattung mitunter das Doppelte.

Die Testergebnisse aller überprüften Notebooks finden Sie im Artikel "Zocker-Immobilien, Notebooks für Gamer" von Florian Müssig in der Printausgabe 5/09 des c't magazins. Den Beitrag erhalten Sie ab dem 2. März 2009 auch als pdf-Datei im c't Kiosk.

Fujitsu Siemens Amilo Sa 3650

Das Amilo Sa 3650 nutzt die Chipsatz-Grafik Radeon HD 3200, für detailreiche Spiele ist diese zu lahm. Spieletauglich wird das Notebook erst mit der Graphic Booster getauften externen Box, die etwa die Abmessungen eines dicken DIN-A5-Taschenbuchs hat: In ihr steckt der High-End-Chip Mobility Radeon HD 3870. Das Gesamtpaket aus Amilo Sa 3650 und Graphic Booster kostet akzeptable 1100 Euro. Einzeln bekommt man die Komponenten nicht – kein Wunder, funktioniert der Graphic Booster doch nur an diesem einen Notebook.

Der ausgelagerte Grafikchip ist über ein knapp 60 Zentimeter langes Kabel mit acht PCI-Express-2.0-Leitungen direkt am Chipsatz M780G angeschlossen. Technisch ist das Ganze eng mit dem Konzept der Hybrid-Grafik verwandt, bei der sich separate Grafikchips dynamisch zu und abschalten lassen, nur sitzt der abschaltbare Grafikchip hier halt nicht mit im Notebook. Die externe Grafikbox lässt sich im Betrieb anstecken oder über den Windows-Dialog "Hardware sicher entfernen" abmelden – praktisch.

Ein ähnliches Konzept, nämlich zum nachträglichen Aufrüsten von beliebigen Notebooks, hatten Asus (XG Station), MSI (Luxium) und Villagetronic (Vi-Dock GFX) zwar schon vor Jahren vorgestellt, doch aufgrund von Treiber- und Kompatibilitätsproblemen wurden daraus nie serienreife Produkte.

Der Graphic Booster verfügt über eine separate Stromversorgung und zwei eigene Monitorausgänge, eine Dual-Link-DVI-Iund eine HDMI-Buchse. In der derzeitigen Version muss man, wenn man den schnellen Grafikchip nutzen will, einen zusätzlichen Monitor anschließen und diesen über die Anzeigeeigenschaften von Windows zum primären Monitor deklarieren – umständlich. Alternativ lässt sich der Graphic Booster als zweite Grafikkarte verwenden, sodass man zusätzlich zum Notebook-Display bis zu drei externe Monitore gleichzeitig betreiben kann – auch das bietet kein anderes Notebook.

Wir konnten bereits einen Betatreiber testen, mit dem sich die vom externen Grafikchip berechneten 3D-Bilder auf dem Notebook-Display darstellen lassen. Die Grafikleistung des Notebooks erhöht sich dadurch um ein Vielfaches und reicht dank der vergleichsweise geringen Displayauflösung von 1280 x 800 Bildpunkten sogar fast aus, um Crysis in hohen Details zu zocken. Bei künftigen Treibern ist man allerdings auf Gedeih und Verderb auf den Hersteller angewiesen, denn modifizierte Referenztreiber dürften mit der einzigartigen Sonderlösung nicht klarkommen. Bei Redaktionsschluss stand zudem noch nicht fest, wann Fujitsu Siemens den Betatreiber veröffentlichen wird.

Der Graphic Booster enthält zwei USB-2.0-Ports, über die man zu Hause bequem Tastatur und Maus anschließen kann. Eine vollwertige Dockingstation, wie man sie von Business-Notebooks kennt, ist er aber nicht: Es fehlen analoge Audiobuchsen und ein Netzwerkanschluss, auch lässt sich der Akku des Amilo nicht über das Netzteil des Graphic Booster laden.

Das Display des Amilo Sa 3650 leuchtet mit über 200 cd/m2 hell genug für den Betrieb im Freien, dort stören Spiegelungen auf der glatten Paneloberfläche aber noch stärker als in Innenräumen. Der schwarze Displayrahmen aus Hochglanzkunststoff reflektiert die Umgebung ebenfalls [--9 nervig.

Mit Abmessungen von 18 Millimeter auf 18 Millimeter sind die Tasten etwas kleiner als von Desktop-Tastaturen gewohnt, doch nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kommen auch Vielschreiber damit zurecht. Rechts oberhalb der Tastatur schimmern die Beleuchtungen dreier Sensortasten durch das schwarze Plastik. Nach einer Berührung leuchten die Tasten hell auf, die zugehörige Aktion wird manchmal aber erst nach einer zweiten Berührung ausgeführt. Eine Sensortaste startet den Windows Media Player, eine zweite wirft optische Medien aus dem Slot-in-DVD-Brenner – an diesem selbst fehlt eine Auswurftaste. Die dritte Taste drosselt den Turion-Ultra-Prozessor dauerhaft auf 600 MHz, wobei Vista sich dann recht zäh anfühlt.

Der Lüfter läuft dauerhaft mit hörbaren 0,5 bis 0,7 Sone; die Geräuschkulisse stört aufgrund eines tiefen Rauschens ohne hohes Sirren allerdings kaum. Ohne CPU-Drosselung wird der Lüfter bei länger ausgelastetem Prozessor bis zu 1,8 Sone laut, doch selbst in Spielen beförderte er die Abluft üblicherweise viel geräuschärmer aus dem Gehäuse. Der Lüfter im Graphic Booster blieb auch unter Last stets leiser als das Notebook.

MSI Megabook GT735

Bei MSIs Megabook GT735 umfassen knallrote Zierstreifen Rumpf und Tastatur. Die Deckelaußenseite und die Handballenablage bestehen aus gebürstetem, schwarzem Metall. Auf letzterem sind Fingerabdrücke deutlich sichtbar, was stört, denn auch die Mausersatztasten sind Teil der Handballenablage – hier sieht die Oberfläche schon nach wenigen Klicks speckig aus.

Der Ersteinrichtungsassistent fragt, ob der Kunde die Installation einiger Softwarebeigaben – unter anderem der DVD-Abspielsoftware – wünscht, liefert aber außer den Programmnamen keine Informationen, was die aufgeführten Anwendungen leisten. Testversionen der Norton Internet Security Suite und von Microsofts Office-2007-Paket gehören wie auch eine Vollversion von Microsoft Works 8.5 unabdingbar zur Vorinstallation. Statt fertiger Recovery-Medien legt MSI zwei DVD-Rohlinge bei, die der Anwender sich mit einem Hilfsprogramm selbst brennen muss.

Rund um die einzeilige Enter-Taste liegen die Tasten nicht im üblichen 19-Millimeter-Raster, sondern sind nur 14 Millimeter breit – gewöhnungsbedürftig. Auch die Cursor-Tasten sind so schmal; Gamer mit breiten Fingern müssen zum komfortablen Steuern von Spielfiguren also auf den separaten Ziffernblock mit normal großen Tasten ausweichen. Die dortigen Richtungstasten sind wie der Cursorblock mit roten Symbolen bedruckt, die zum Steuern von 3D-Shootern benötigten Tasten W, A, S und D sind ebenfalls mit Pfeilen gekennzeichnet. Der Einschalter links neben der Tastatur ist recht klein geraten.

Ein Sensortastenfeld zwischen Tastatur und Display erlaubt das getrennte Ein- und Ausschalten von WLAN, Bluetooth sowie Webcam und steuert die Wiedergabe von Musik oder Videos. Die Eco-Taste schaltet zwischen verschiedenen MSI-eigenen Stromsparprofilen um. Eines davon beschränkt den Turion-Prozessor im Netzbetrieb auf seine Minimalfrequenz von 550 MHz. Im Akkubetrieb läuft er immer gedrosselt; Vista reagiert dann nur träge auf Eingaben. Die Turbo-Taste übertaktet den Prozessor im Netzbetrieb dagegen von regulär 2,2 GHz auf 2,6 GHz. Dann rauscht der Lüfter schon nach kurzer Rechenlast mit bis zu 1,6 Sone, doch auch ohne Übertaktung wird er bei ausgelastetem System so laut – er springt nur nicht sofort an. Bei geringer Last ist der Lüfter mit 0,4 Sone zwar hörbar, stört aber nicht.

Auf die Taktraten des Grafikchips hat der Turbo-Knopf keinen Einfluss. In detailreichen Spielen wie World In Conflict ist der Mobility Radeon HD 3850 mit der hohen Displayauflösung von 1920 x 1200 Punkten überfordert. Mit gerade mal 124 cd/m2 ist das Display zu dunkel für einen Betrieb im Freien, für Innenräume genügt die maximale Helligkeit jedoch. MSI bietet das Megabook GT735 auch mit einem 1680er Panel mit spiegelnder Oberfläche an; das 1920er-Display unseres Testgeräts hat hingegen eine matte Oberfläche.

Die vier Lautsprecher – zwei zwischen Display und Tastatur sowie zwei in der Gehäusefront – und ein Subwoofer an der Unterseite sorgen für einen räumlichen Klangteppich ordentlicher Qualität. Trotz eines Antenneneingangs verkauft MSI das GT735 derzeit ausschließlich ohne Fernsehempfänger. Bastler können einen solchen jedoch nachrüsten: Ein MiniCard-Schacht ist frei und das Kabel vom Schacht zur Buchse im Gehäuse vorhanden. eSATA funktionierte bei unserem Testgerät erst, nachdem wir ein Treiber-Update für den Chipsatz von AMDs Webseite eingespielt hatten. Bluetooth ist nur beim hier getesteten Topmodell mit 1920er-Bildschirm an Bord.

Fazit

Die 17-Zoll-Notebooks Nexoc Osiris E709, MSI Megabook GT735 und Schenker MySN CXG7 sind aufgrund ihres hohen Gewichts, der geringen Akkulaufzeit sowie der im Akkubetrieb gedrosselten Rechen- und Grafikleistung zwar portable Spielerechner, aber keine Notebooks für den mobilen Einsatz. Alle drei haben mit mehr oder minder gravierenden Problemen zu kämpfen.

Viel flexibler ist das Konzept, das dem 13,3-Zoll-Notebook Amilo Sa 3650 von Fujitsu Siemens zu Grunde liegt. Am heimischen Schreibtisch ist es dank des externen High-End-Grafikchips ein flotter Spielerechner, und mit dem künftigen Treiber kann man Spiele auch ohne zusätzlichen Monitor genießen. Im Mobilbetrieb punktet es im Vergleich zu den 17-Zöllern mit einem deutlich geringeren Gewicht und doppelter Laufzeit; vier Stunden dürften vielen Nutzern genügen.

Die High-End-Grafikchips der hier versammelten Notebooks zaubern beim Gros der Computerspiele ruckelfreie 3D-Welten auf die Schirme. Die Auflösung des Notebook-Displays spielt keine Rolle, in älteren Spielen darf man sogar bei 1920 x 1200 Punkten ungehemmt die Details hochdrehen. Die Mobilgrafikchips kommen aber nicht an die Grafikleistung aktueller High-End-Flaggschiffe für Desktop-PCs heran, welche eine ganze Chipgeneration weiter sind. AMD hat zwar schon mobile High-End-Chips der HD-4000-Serie angekündigt, doch ein Termin für den Markteintritt fehlt – vor Herbst dürften sie nicht in Notebooks auftauchen. (Florian Müssig) / (gs)

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