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Mediamarkt - billiger geht nicht? - Wir prüfen nach: wie günstig ist der Mediamarkt wirklich?

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Jetzt 1.000 Produkte zum unschlagbaren Einkaufspreis – billiger geht’s nicht!“ – Mit diesem Versprechen tritt der Elektronikriese MediaMarkt an, um Kunden zu ködern. Wir haben das MediaMarkt-Versprechen einmal wörtlich genommen und haben die Angebote von MediaMarkt mit Preisen von lokalen Einzelhändlern und Elektronik-Ketten verglichen. Das erstaunliche Ergebnis: 22% der Produkte sind dort günstiger als bei MediaMarkt. 16% der MediaMarkt-Produkte sind Restposten oder Eigenmarken – Also gar nicht vergleichbar. Und bei weiteren 20% der Produkte finden wir den gleichen Preis wie bei MediaMarkt.

Billiger geht’s nicht? Ein mutiges Versprechen. Das möchten wir genauer wissen und machen uns auf die Suche. Das Samsung GalaxyTab – ein ernstzunehmender Konkurrent des iPad. MediaMarkt bietet es für 578,73 Euro an. Wir finden es bei der Konkurrenz für 506,95 Euro. Ersparnis: 12%. Ein Fernseher von Samsung: Bei MediaMarkt für 1702,41 Euro zu haben. Woanders bekommen wir ihn für 19% weniger.

Die Preise von MediaMarkt können locker geschlagen werden. Uns das bundesweit, so unsere Vermutung. Also machen wir uns auf die Suche.

Sparen in ganz Deutschland

Erste Station: Köln. Wir fahren zu Medimax, eine große Kette mit über 100 Filialen in ganz Deutschland. Die haben sich längst auf den Branchenprimus eingeschossen und versprechen daher, nie teurer als die Konkurrenz – und das schließt MediaMarkt mit ein – zu sein. Das wollen wir testen und suchen uns eine Kamera von Casio aus. Die kostet bei MediaMarkt derzeit 147,24 Euro. Und bei Medimax: Genauso viel, Versprechen gehalten.

Weiter geht unsere Suche in Berlin. Wir sind bei Innova, einer kleinen Kette mit 8 Filialen. Wir interessieren uns für einen Fernseher. Bei MediaMarkt wird der auf der Titelseite angepriesen und kostet 890,15 Euro. Und Innova? Die haben einen Angebotspreis draus gemacht und unterbieten den roten Riesen um fast 20 Euro: Für 869,99 Euro ist der Fernseher dort zu haben.

Uns interessiert , ob nur große und kleine Filialen MediaMarkt Stand halten können und machen uns deshalb auf nach Hamburg. Bei Mobilejoker, einem lokalen Handy-Geschäft vergleichen wir ein MediaMarkt-Angebot mit dem Preis vor Ort. Für das Handy „Defy“ von Motorola will MediaMarkt 288,01 Euro. Der Einzelhändler aus Hamburg bietet es 3 Euro günstiger an. Dort kann man das Mobiltelefon bereits für 285,- Euro erstehen.

Letzte Station unseres Test: Frankfurt. Uns interessiert, ob es solche Sparmöglichkeiten auch bei der „weißen Ware“ – also Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner und Co. – gibt. Wir testen die Verhandlungsbereitschaft des Elektronikshops „EP Fischer“ und möchten eine Waschmaschine von Bosch kaufen. Wie reagiert man dort, wenn der Kunde einen MediaMarkt-Prospekt mitbringt? Wir sind überrascht: Zum exakt gleichen Preis bekommen wir bei „EP Fischer“ und bei MediaMarkt die Waschmaschine. Auf Serviceleistungen müssen wir dann allerdings verzichten. Lieferung, Anschluss und die Entsorgung müsste der Kunde dann selbst übernehmen oder eine zusätzliche Servicepauschale entrichten. Aber das ist bei MediaMarkt ja nicht anders.

Der Einzelhandel hat sich zusammengeschlossen

So viele Sparmöglichkeiten hätten wir auf unserer Shoppingtour durch Deutschland nicht erwartet. Aber warum ist es überhaupt möglich, dem Marktführer MediaMarkt Paroli zu bieten?

Brachenexperten kennen diese Antwort schon lang: Häufig schließen sich kleine Einzelhändler oder Ketten zu Einkaufsgemeinschaften zusammen und können dann bei Herstellern und Großhändler attraktive Einkaufspreise für die Geräte aushandeln. Für die Kunden bedeutet das nur Vorteile: Sie bekommen die Geräte häufig günstiger als bei MediaMarkt und eine sehr gute Beratung gibt es noch kostenlos obendrauf.

Für MediaMarkt wird es dagegen immer schwerer, sich noch als Branchenprimus zu behaupten. „Billig, billig“, das war die Strategie der Vergangenheit. Doch nun, wo auch kleine Einzelhändler bei diesen Preisen mithalten können, kann MediaMarkt nicht mehr nur über den Preis argumentieren. Die Kunden dürfte es freuen. Denn für sie bleibt Elektronik weiterhin sehr günstig. Und das nur, weil die Konkurrenz den ganz Großen auf die Finger schaut. (gs)

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